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Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
In wie weit betrifft es mich noch?

Collage aus Arbeiten, die am Wettbewerb teilgenommen haben
 

Mehr als 70 Jahre nach den schrecklichen Verbrechen des Holocaust wird es immer wichtiger, eine entsprechende Antwort auf diese Frage zu geben und gleichzeitig die jungen Generationen von heute aufzufordern, sich mit der Vergangenheit, aus der wir vieles lernen können und müssen, aktiv auseinander zu setzen.

Von Roberta Canu

In Anlehnung an diese Diskussion hat das Goethe-Institut Genua für die Studenten des Kurses für Grafische Gestaltung der Kunsthochschule Genua , unter der Leitung von Professor Mario Benvenuto, in 2017 und 2019 einen Preis zur Umsetzung der Grafik für das Veranstaltungsprogramm, das die Stadt Genua anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus präsentiert, ausgelobt. Eine wachsende Gruppe von Studenten hat sich dem Projekt verschrieben, um sich dem Thema mit Hilfe der eigenen Kreativität zu widmen und sich dem Geist der Initiative anzuschließen. Dabei geht es um den eigentlichen Wert der Erinnerung, nicht im Sinne der rituellen Festlichkeiten rund um die Vergangenheit, sondern um ein gemeinsames Instrument des partizipativen Handels heute und in der Zukunft. Wir sprachen darüber mit dem Professor Benvenuto.
 
Jahrzehnte nach den Gräueltaten des Holocaust ist es nicht einfach, junge Menschen für dieses Thema zu gewinnen. Wie ist es der Kunsthochschule dennoch gelungen, ihre Studenten dafür zu sensibilisieren und aktiv einzubinden?
 
Es war gar nicht so schwierig, sich diesem Argument zu widmen. Es gab eine enorme Begeisterung und Teilnahme, sowohl am anfänglichen Dialog als auch bei der Umsetzung der Illustration für das Programmcover. Vielleicht auch wegen der Sensibilität der Studenten, die unsere Einrichtung besuchen? Ich weiß es nicht, aber die Bereitschaft an der Teilnahme und die Umsetzung des Projekts waren sehr intensiv.
 
Welche Möglichkeiten der Interpretation haben die Studenten gefunden und warum?
 
Jede Studentin und jeder Student hat seinen ganz persönlichen Weg gewählt, je nach bevorzugter Ausdrucksform: Grafik, Illustration oder Fotografie. Darüber hinaus haben die Studenten das schwierige aber interessante Thema anhand der eigenen Gefühlsebene interpretiert, ohne ihren persönlichen künstlerischen Werdegang dabei aus dem Auge zu verlieren.
 
Welche Rolle spielt die Kunst in der Erinnerungskultur? Und welchen Beitrag kann sie für unser zukünftiges Gedenken leisten?
 
Die Kunst war schon immer ein Mittel zur Aufarbeitung der Vergangenheit, sowohl mythologisch als auch historisch betrachtet. Die zeitgenössische Kunst hat heute besonders starke Ausdrucksmittel, den Beobachter anzusprechen und ihn provokant in ein historisches Ereignis hineinzuziehen. Ein Beispiel dafür ist die Skulptur des niederknienden Hitlers, der betet, von Cattelan. Der Film und alle anderen erzählenden Kunstformen in Bild und Text versuchen, die Erinnerung lebendig zu halten, indem sie auf die Geschichte zurückgreifen und sie in die Aktualität übertragen.
 
Welche Rollen können dabei die Kunsthochschulen spielen?
 
Die Kunsthochschulen sind Orte, wo die Dinge „geschehen“ und somit sind sie Sprachrohre für eine lebendige und partizipative Erinnerungskultur. Sie können ihren Studenten nahelegen, historische Ereignisse mit Herz und Verstand zu analysieren. Die Zeit existiert nicht in uns, aber die Kunst und die visuelle Kommunikation können der Geschichte die Form von Fleisch und Blut verleihen. Verstorbene Menschen können ins Leben zurückgerufen werden und uns direkt in die Augen schauen, mit dem Blick der pulsierenden Geschichte. Es ist unbedingt notwendig, die neuen Generationen mit Veranstaltungen zur Geschichte herauszufordern. Sie muss aus den Museen heraus auf die Straße geholt werden und mit ihnen, mit uns allen, mitlaufen.

  • Diese Arbeit von Giuliana Corrado, Studentin des Kurses für Grafische Gestaltung der Kunsthochschule Genua, hat den Preis für die grafische Gestaltung des Veranstaltungsprogramms gewonnen, das die Stadt Genua 2019 anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus präsentierte. © Giuliana Corrado
    Diese Arbeit von Giuliana Corrado, Studentin des Kurses für Grafische Gestaltung der Kunsthochschule Genua, hat den Preis für die grafische Gestaltung des Veranstaltungsprogramms gewonnen, das die Stadt Genua 2019 anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus präsentierte.
  • Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben. © Annibaldi – Titelseite
    Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben.
  • Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben. © Bobbio – Borio
    Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben.
  • Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben. © Dandelion – Bravo
    Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben.
  • Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben. © Eichholzer – Lorenzo Ravera
    Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben.
  • Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben. © Maura Lattanzio – Pizzarro
    Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben.
  • Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben. © Ranieri – Reitano
    Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben.
  • Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben. © Sagoma – Tacchi
    Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben.
  • Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben. © Giuliana Corrado – Trombatore
    Grafiken, die am Wettbewerb für die Gestaltung des Veranstaltungsprogramms der Stadt Genua 2019 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen haben.

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