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Oma Trude
Unser täglich Brot

Oma Trude in der Backstube
Brot - bestes Lebensmittel | Illustration (Detail): Celine Buldun

Oma Trude backt ihr Brot selbst – und sie verrät Euch, wie sich Brot länger hält und was man aus den altgewordenen Resten alles machen kann.

Ihr Lieben,
 
Mein Handy- und Internetfasten, von dem ich Euch neulich erzählte, habe ich im Moment unterbrochen, schließlich muss ich mich über das Coronavirus informieren und will wissen, wie wir uns angesichts dieser hoch ansteckenden Krankheit zu verhalten haben! Da ich in meinem Alter zur Risikogruppe gehöre, habe ich mich direkt in eine freiwillige Quarantäne begeben, genau wie bei der schlimmen Grippewelle vor einigen Jahren. Geht nicht anders, sagte mir auch meine Familie. Also mache ich es mir zu Hause gemütlich, esse von meinen eingemachten Vorräten oder lasse mir von meinem Nachbarn, dem Bauer Georg, frische Sachen bringen.

Mit Zutaten experimentieren

Und natürlich backe ich wie immer mein eigenes Brot. Das haben wohl in den Zeiten des Coronavirus wieder viele Leute für sich entdeckt. Meine Freundin Inge erzählte mir nämlich, dass in den Supermärkten neben Toilettenpapier auch frische Hefe, Trockenhefe und Mehl nahezu ausverkauft sind. Gut, dass ich immer genügend Trockenhefe als Vorrat habe. Brot selbst zu backen ist gar nicht so schwer! Probiert es doch einmal aus, am besten mit einem einfachen Brot aus Hefeteig, ganz nach eurem Geschmack mit Euren Lieblingskräutern und -gewürzen verfeinert.
Hier findet ihr das Rezept meines schnellen Lieblingsbrotes.

Schmeckt zu gut

Es geht einfach nichts über ein frisch gebackenes Brot! Als ich ein Kind war, wurde uns immer erzählt, frisches Brot sei „ungesund“. Später hat mir meine Mutter dann erklärt warum: weil wir sparen mussten. Denn von frischem Brot isst man mehr, es schmeckt einfach besser. Unser Brot wurde also einen Tag lang auf den Schrank gelegt und keiner durfte sich davon nehmen, wir haben es bewusst alt werden lassen. Damals gab es auch nur eine Sorte Brot beim Bäcker. Heute ist das anders. Etwa 3200 eingetragene Brotsorten kann Deutschland vorweisen – eine wirklich beeindruckende Vielfalt.
 
Auf der anderen Seite scheint das Angebot einfach zu groß und Brot zu günstig zu sein, wenn man sieht, wie viel Brot wir wegwerfen. In Deutschland sind es wohl um die fünfhunderttausend Tonnen Brotabfall pro Jahr! Soviel Brot essen die Menschen in Paris, in Barcelona und in Augsburg zusammen aufs ganze Jahr gesehen! 

Die Lagerung macht‘s

Dabei müsste das gar nicht sein. Denn wenn man für eine gute Lagerung sorgt, wird Brot nicht so schnell trocken. Nehmt das Brot auf jeden Fall raus aus der Papiertüte des Bäckers, denn die saugt die Feuchtigkeit auf. Optimal finde ich es, das Brot in einen Tontopf zu legen, der die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise reguliert.
 
Günstiger sind Bienenwachstücher, auf die meine Enkelin Janina so schwört. Zur Aufbewahrung von Brot hat sie natürlich auch eines – in XXL. Sie stellt sie selbst her, aber man kann sie auch in großen Größen kaufen.

Ab in den Topf …

Wenn das Brot doch einmal zu trocken geworden ist, könnt ihr es durchaus wieder auffrischen, bevor ihr Euch eine Weiterverwertung überlegt. Denn was dem trockenen Brot fehlt, ist ja nur die Feuchtigkeit, das Wasser. Ihr braucht einen Topf mit Deckel, Wasser und eine Schüssel. Etwas Wasser in den Topf, eine kleine Schüssel reinstellen, das Brot darauf legen, Deckel zu und das Wasser langsam erhitzen. Wenn Ihr das Brot etwa 10 bis 15 Minuten im Dampf lasst – Herd auf kleiner Stufe! – ist es danach fast wieder wie frisch.

… oder in den Toaster …

Es ist so naheliegend und doch vergesse ich es auch immer wieder: Die schnellste Verjüngungskur für eine trockene Brotscheibe findet im Toaster statt! Für ganz hartes Brot gilt das natürlich nicht mehr.

… oder in den Mixer …

Hartes Brot kommt bei mir in den Mixer – für Semmelbrösel. Oder ich mache Croutons daraus, die ich in der Pfanne in Öl anbrate und mit Kräutern bestreue.

… oder in den Ofen

Wenn ich trotzdem noch altes Brot habe, gibt es „Ofenschlupfer“, vor allem, wenn meine Enkel und Urenkel zu Besuch sind. Allerdings eignet sich dafür eher Weißbrot, nicht so sehr Vollkornbrot. Das ist ein typisch schwäbisches Rezept, aber unter der Bezeichnung „Scheiterhaufen“ auch woanders bekannt: Zu altem, in gesüßter Milch eingetunktem Brot gebe ich Äpfel, Rosinen, Mandeln und eine Sahne-Ei-Mischung. Dazu eine Vanillesauce – und schon bin ich wieder einmal die „beste Oma“!
 
Die Liste könnte ich noch lange fortführen. Was macht Ihr mit altem Brot? Ich freue mich auf Eure Tipps!
 
Bleibt gesund in diesen aufwühlenden Zeiten!
Eure Trude

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