Performing Architecture

PERFORMING ARCHITECTURE

Performing Architecture ist eine Programmreihe des Goethe-Instituts. An der Nahtstelle von Architektur, Choreographie und Performance schafft PERFORMING ARCHITECTURE im Kontext der Internationalen Architekturausstellung  – La Biennale di Venezia neue interdisziplinäre Denk- und Erfahrungsräume. 

Vom 26.05. – 29.10.2016 wurde anlässlich der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 der urbane Raum Venedigs zum Schauplatz für künstlerische Auseinandersetzungen, Visionen und Fragestellungen. Das Programm fand in der Chiesa della Misericordia in Venedig statt und orientierte sich an der Ausstellung des Deutschen Pavillons „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ und dem Motto der Biennale „Reporting from the Front“. Wie tauchen wir in die gelebte und gebaute Realität unserer Städte ein? Wie begegnen sich darin Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, religiösen, sozialen und politischen Hintergründen? Welche Werte verhandeln Menschen, welche Lebensräume, welche Erfahrungsräume teilen sie? Welche Vorstellungen von Heimat entwickeln sie?

Die Künstler der Programmreihe PERFORMING ARCHITECTURE 2016, Fabrice Mazliah, Johan Bettum, Björn Bicker, Malte Jelden und Michael Graessner u.a., entwickelten dazu experimentelle Formate, ermöglichten Begegnungen und schafften temporäre Orte des Austauschs, die Grenzen spielerisch verschoben und eingefahrene Formen und Denkmuster aufbrachen. Im Wechselspiel mit anderen Künsten wurde Architektur so sinnlich erfahrbar und zeigte eine neue gesellschaftliche Relevanz.

In Act and Thought - A Score for Six Performers. Tanz-Performance von Fabrice Mazliah

Eigens für PERFORMING ARCHITECTURE hat Fabrice Mazliah eine neue Version des Stücks In Act and Thought, das mit der Forsythe Company im Juni 2015 Premiere hatte, für sechs Performer kreiert. Was passiert, wenn man sich innerhalb der Aufführung mit einem Performer darüber austauschen kann, was er oder sie gerade macht und wie wirkt sich dieser Verständigungsprozess wiederum auf die Bewegung aus? In Act and Thought als „Guided-Tour“ produzierte reale Bewegungen und solche, die es in unserer Vorstellung gibt. 

  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera

ARCH+ features #50. Diskussion

Anlässlich der Eröffnung der Architekturbiennale am 28.5.2016 diskutierten die Architekten Arno Brandlhuber und Christian Kerez ihre Biennale-Beiträge mit dem Philosophen Armen Avanessian, der Fotografin Erica Overmeer und dem Regisseur Christopher Roth. Hintergrund des Gesprächs waren zwei zur Architekturbiennale erscheinende ARCH+ Ausgaben, die aus unterschiedlichen Perspektiven Fragen nach den Einflussmöglichkeiten und der Autonomie der Architektur aufwarfen.

  •  © ARCH+, Foto: Rachele Maistrello
  •  © ARCH+, Foto: Rachele Maistrello
  •  © ARCH+, Foto: Rachele Maistrello
  •  © ARCH+, Foto: Rachele Maistrello

Culinary Lessons. Salon-Gespräch

Culinary Lessons ist eine experimentelle Gesprächsreihe, welche die kulinarische Kunst als ein interdisziplinäres Innovationsgebiet versteht, aus dem wertvolle Ergebnisse für die Architektur gewonnen werden können. Am 29.05.2016 loteten die Gesprächsteilnehmer Jan Åman, Johan Bettum, Daniel Birnbaum, Sanford Kwinter, Fabrice Mazliah und Tobias Rehberger die historischen und gegenwärtigen Aspekte dieser Beziehungen vor einem Tableaux von künstlerischen und architektonischen Interessen und Beziehungen aus. 

Veranstaltung in Kooperation mit der SAC – Städelschule Architekturklasse

  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera
  •  © Goethe-Institut, Foto: Federico Sutera

The Veddel Embassy: Representing Germany Performance

Im Rahmen von PERFORMING ARCHITECTURE 2016 haben die Künstler Björn Bicker, Michael Graessner und Malte Jelden gemeinsam mit 50 Bewohner*innen der Veddel Deutschland repräsentiert: Multikulturell und multireligiös, voller Konflikte und ungelöster Fragen, mit viel Freude und Lust an der Vielfalt. Sie gründeten The Veddel Embassy. Vom 18 bis 22.10.2016 luden die Bewohner*innen der Veddel ein, gemeinsam das Zusammenleben in Europa zu denken, zu feiern, in Frage zu stellen. Eine Woche lang wurde mit den Gästen der Botschaft gekocht, Sport getrieben, gebetet, Theater gemacht, Musik gespielt, diskutiert. Jeder war eingeladen selber zum Botschafter der Vielfalt zu werden. 

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Deutschen SchauSpielHaus Hamburg und dem Evangelisch Lutherischen Kirchenkreis Hamburg-Ost statt.

Performing Architecture

CONVIVIUMEPULUM. Performance von Fabrice Mazliah in Zusammenarbeit mit Johan Betum

CONVIVIUMEPULUM, lateinisch für „Zusammenleben“ und „öffentliches Fest“, brachte Venezianer und internationale Gäste zusammen, um verschiedene Gerichte für einen kulinarischen-diskursiven Abend vorzubereiten. Vor dem Hintergrund der Geschichte Venedigs verschmolzen in CONVIVIUMEPULUM fremde und lokale Traditionen, das Kochen, ob nach Rezept oder improvisiert, und die Bühnenkunst. CONVIVIUMEPULUM fand am 29.10.2016 als choreographierte Food-Performance statt, welche sowohl Fragen nach den Produktionswegen und lokalen Ressourcen von Nahrung thematisiert, als auch die Frage danach, wie Essen unsere soziokulturelle und historische Identität bestimmt. 

  • Conviviumepulum - Choreographierte Food-Performance | 29.10.2016 © Federico Sutera
    Conviviumepulum - Choreographierte Food-Performance | 29.10.2016
  • Conviviumepulum - Choreographierte Food-Performance | 29.10.2016 © Federico Sutera
    Conviviumepulum - Choreographierte Food-Performance | 29.10.2016
  • Conviviumepulum - Choreographierte Food-Performance | 29.10.2016 © Federico Sutera
    Conviviumepulum - Choreographierte Food-Performance | 29.10.2016

Archiv

Performing Architecture 2014

Das Goethe-Institut beteiligte sich 2014 zum ersten Mal mit einem eigenen Programm an der Internationalen Architektur-Biennale Venedig: Performances und Installationen von William Forsythe, dem Choreographen-Trio MAMAZA, den Neuen Vocalsolisten Stuttgart und den Film- und Theatermachern Daniel Kötter und Constanze Fischbeck reflektierten die gegenseitige Durchdringung von Architektur, bildender und darstellender Kunst.

Performing Architecture nahm den Ansatz von Rem Koolhaas auf, die interdisziplinäre Verbindung von Architektur, Raum und den performativen Künsten ins Zentrum zu rücken. Das Programm eröffnete den spekulativen Realitäten der Architektur einen konkreten Erfahrungsraum. Die Aufführungen und Installationen fanden zwischen dem 7. Juni bis 23. November 2014 im Deutschen Pavillon, im Teatro Fondamenta Nuove und auf öffentlichen Straßen und Plätzen in Venedig statt.

Salon-Gespräch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Pavillon & der SAC - Städelschule Architecture Class mit Johan Bettum (Städelschule Frankfurt), Mark Wigley (Columbia University New York), Daniel Birnbaum (Moderna Museet Stockholm), Fabrice Mazliah (MAMAZA Frankfurt / Genf), William Forsythe (Frankfurt), Sanford Kwinter (Harvard University Cambridge) u.a.
Acoustic Performance, live and recorded version
Beitrag von William Forsythe zur Ausstellung im Deutschen Pavillon, Giardini della Biennale

William Forsythe gestaltete in enger Zusammenarbeit mit den Kommissaren des Pavillons, Alex Lehnerer und Savvas Ciriacidis, eine Soundkulisse aus Vogelgesang, die von venezianischen und deutschen Vogelbeobachtern aufgeführt wird. Die Arbeit schlägt einen Bogen zum ehemaligen „Kanzler Bungalow“ in Bonn, der in einem Park nahe dem Palais Schaumburg unweit vom Rhein steht. Die Arbeit schafft einen unsichtbaren und doch eindeutigen Verweis zum Originalort sowie zu seiner Zeit und Umgebung, die untrennbar verbunden ist mit dem kollektiven Gedächtnis an das Gebäude und dessen repräsentativer Funktion.
 
Konzert und Video-Installation von Neue Vocalsolisten Stuttgart und Daniel Kötter/Constanze Fischbeck

Mediterranean Voices ist eine Video-Konzert-Architektur über die fragilen Identitäten im Mittelmeerraum. Faszinierend durch seine Vielfalt, aber auch irritierend in seiner Dynamik, aufgeladen von Geschichte, aber auch von Konflikten zwischen den unterschiedlichen Kulturen und Religionen, prägt dieser Raum die Entwicklung Europas seit der Antike bis heute.
Zwölf Komponisten aus zwölf Mittelmeerländern von Marokko bis Syrien und von Spanien bis Ägypten schrieben jeweils ein Werk für die Neuen Vocalsolisten. Der Videokünstler Daniel Kötter hat die zwölf Herkunftsländer bereist und die unterschiedlichen Situationen der Künstler und der Regionen festgehalten. Die Architektin Sofia Dona gestaltete dafür den architektonischen Rahmen: eine Agora, die eine Konzentration auf Musik und Filme, aber auch den Austausch der Zuschauer über das Erlebte ermöglichte.
Die Video-Installation state-theatre von Daniel Kötter untersucht jene Orte, die ihrem unmittelbaren gesellschaftlichen Funktions­zu­sammen­hang entkleidet sind. Verlassene Orte, Baustellen, um- und ungenutzte Gebäude – allesamt urbane Leerstellen, ursprünglich konzipiert als Orte der Versammlung. Daniel Kötter erzeugt so einen Diskurs über den Wert und die Veränderung dieser architektonischen Orte, die einmal Monumente der nationalen Identität gewesen sind.
Asingeline von MAMAZA löst ein, was der Name verspricht: eine einzige Linie über vielbefahrene Straßen, Baustellen und Supermärkte. In Zeiten, in denen besonders rote Linien als Grenzen gesehen werden, die trennen und separieren, will Asingeline die Öffentlichkeit mit Kunst / Kultur verbinden. Es ist eine schnurgerade Linie, die von einem Punkt der Stadt zu einem zweiten, einem kulturellen Zentrum, wie ein Theater oder ein Museum, gezogen wird.
MAMAZA bot den Venezianern an, auf deren Pflan­zen aufzupassen – von der kleinen Side-Board-Begrünung bis zur großen Palme. Die Pflanzen, die die Bewohner von Venedig brachten, wurden zu einer riesigen Garten-Installation zusammengefügt, die die Vielfalt der Ge­sell­schaft und die Beziehung zum Privaten und zu Besitz deutlich machte.
Die Installation bot Raum für verschiedene Veranstaltungen, z.B. morgendliches Yoga oder ein Vortrag zu Urbanistik, ein Gärtner­work­shop oder kleine Konzerte. MAMAZA wandelte das Theater zu einem vergänglichen, öffentlichen Garten. Die Bewohner wurden dabei zum unentbehrlichen Teil der Installation.
 


Mit der Unterstützung des Auswärtigen Amtes, der BHF Bank Stiftung, des Canada Council for Arts, des Department Genéve, des FFT Düsseldorf, des Künstlerhauses Mousonturm, des Kulturamtes der Stadt Frankfurt, des Kulturfonds FrankfurtRM, der Kulturstiftung des Bundes, MIGROS, Musik der Jahrhunderte, NPN - Nationales Performance Network, proHelvetia, Schloss Solitude, der Ernst von Siemens Stiftung, The Forsythe Company, der Fritz Thyssen Stiftung und Ville Genéve

Martin Baasch - Projektleitung und Koordination

Bungalow Germania – Performing Architecture 2014