Made in Italy Wir feiern in Berlin das italienische Design

Open Design Italia
© Dario Jacopo Laganà/IIC Berlino

Ausstellung Open Design Italia bis zum 3. Februar im Istituto Italiano di Cultura in Berlin. Institutsleiter Reitani: „Ein Ausgangsunkt für einen hoffnugsfrohen Blick in die Zukunft.“

„Auf industrielle Prozesse angewandte Kreativität: Die Gründe für die Beliebtheit des italienischen Designs hängen auf vielfache Weise mit typisch italienischen Eigenschaften zusammen, denn Italiener sind in der Lage, sowohl außerhalb vorgefertigter Schemata, als auch als große Handwerker zu denken. Es war nicht nur wegen der hohen Qualität der ausgestellten Werke leicht, eine Ausstellung über neue Talente zu organisieren, sondern auch, weil die Initiative Teil einer Reihe von Veranstaltungen sowohl bei uns in Berlin, als auch an allen italienischen Konsulaten weltweit ist, die das Made in Italy fördern.“ Mit diesen Worten präsentiert Lugi Reitani (57), seit 2015 Leiter des Istituto Italiano di Cultura in Berlin und einer der wichtigsten italienischen Germanisten und Übersetzer, Open Design Italia, die Ausstellung, die sein Institut vom 9. Januar bis zum 3. Februar 2017 zeigt.

Die Ausstellung Open Design Italia

Open Design Italia © Dario Jacopo Laganà/IIC Berlino „Wir haben die Ausstellung unter einer Reihe von Vorschlägen ausgesucht, die uns immer wieder zur Förderung der italienischen Kultur im Ausland vorgelegt werden. Wir zeigen Werke von vierzehn, jungen und bereits von der seit 2010 in Vicenza organisierten gleichnamigen Veranstaltung und der dazugehörigen Internetseite ausgezeichneten jungen Designern und Studios. Wir zeigen Gebrauchsgegenstände wie Tischuhren, Vasen und Taschen, die künstlerisch gestaltet sind, aber auch Dekorationen für innovatives Wohndesign und für die jeweils eingesetzten Formen und Materialien.“ Die Ausstellung wurde von Elena Santi und Laura Succin kuratiert: „Aber die Unterstützung der Region Emilia Romagna war sehr wichtig.“ Die Berliner Ausstellung war zuvor im Istituto di Cultura Italiano Budapest zu sehen. „Ein Netz zu bilden und sich gemeinsam in die gleiche Richtung zu bewegen ist grundlegend, wenn wir unsere Kultur exportieren wollen.“

Bedeutung von Design in Italien

Open Design Italia © Dario Jacopo Laganà/IIC Berlino „Nur im Italienischen steht das Wort disegno, die Übersetzung von Design, gleichzeitig für eine künstlerische Skizze und für Plan, Projekt. Darin ist also bereits sowohl die Kreativität enthalten, die an den Einfall des Moments gebunden ist, als auch die Notwendigkeit, vernünftig in die Zukunft zu schauen. Diese beiden Eigenschaften hängen mit der Definition des Begriffs Design zusammen. Unabhängig davon, ob es um Vespa, Fiat 500, Kaffeemaschinen oder Kleidung geht, stehen bestimmte italienische Objekte für einen ganzen Lebensstil. Das ist einer der Hauptgründe, warum auch Deutschland, das selbst über eine große Design-Tradition verfügt, uns seit jeher bewundert.“

Hebel für einen Neustart

„Bei der Betrachtung der Werke und im Gespräch mit deren Urhebern ist mir klar geworden, dass der Fortschritt und die Digitalisierung einen optimalen Ausgangspunkt für den Export von Objekten darstellen können, die von selbständigen Designern geschaffen werden, die zu keiner großen Marke gehören, aber in der Lage sind, auch jenseits der eigenen Landesgrenzen bekannt zu werden. Man muss nur die Maße eines Werks in einen 3D-Drucker eingeben und schon hat man ohne die Kosten und Risiken einer Spedition in New York ebenso wie in Tokio eine identische Kopie. So kann man mögliche neue Investoren leichter überzeugen oder auch beispielsweise eine Ausstellung organisieren. Einer der Designer hat mir erzählt, dass er in Neapel und nicht wie ursprünglich geplant in der Schweiz leben will, weil man sich mittlerweile nicht mehr in der Nähe des Produktionszentrums der Firma befinden muss, mit der man häufig zusammenarbeitet, um die eigenen Produkte zu verbreiten. Wir erleben einen historischen Moment, den man mit dem Begriff Industrie 4.0 zusammenfassen kann, d.h. die Möglichkeit, ein Byte in ein Atom zu verwandeln. Als Italiener verfügen wir über einen großen Reichtum an noch nicht optimal genutzten Talenten. Mit dieser Ausstellung und anderen künftigen Initiativen wie einer Veranstaltung mit Patrizia Moroso, Art Director des gleichnamigen führenden Unternehmens für die Produktion von hochwertigen Sofas und Sesseln, hoffen wir, ihnen die Fläche zu bieten, die sie verdienen.“
 

Open Design Italia

Werke von Arago design, Art, Arturonoce, Federica Bubani, Caracol Design Studio, Emmedi.design, Franco Catalini, Massimo Marcelli, Peralia, Tania Marta Pezzuolo, Re-find, Sotteranea Officina Sperimentale, Tipo 00 design, Urge Design, Woodart Km Zero.
 
Kuratoren: Elena Santi / Laura Succin
 
Vom 10. Januar bis zum 3. Februar 2017
Istituto Italiano di Cultura Berlin, Hildebrandstraße 2,
10785 Berlin-Tiergarten
www.iicberlino.esteri.it
Mo. – Do. 10:00 – 16:00
Fr. 10:00 – 14:00
Eintritt frei