Kulturelle Innovation DUDE – Für ein Internet der Kultur

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Für unser Webdossier zum Thema „Junges Produktdesign in Rom und Berlin“ haben wir uns für die Erstellung der römischen Artikel an die Experten von Dude gewendet. Dude ist eine junge Kommunikationsagentur, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Kultur und Innovation von hoher Qualität zu machen.

Auch wenn es die Idee schon viel länger gibt, entsteht Dude offiziell im Jahr 2012. Das Team besteht aus Journalisten, Programmierern, Illustratoren und Grafikern. Mit dieser Expertise halten sie einen Schatz in den Händen, der sie auch ohne Anfangsbudget an ihr Projekt glauben lässt: sie wollen ihre Idee in eine Arbeit verwandeln. Wir erzählen Euch Dude anhand dreier ständiger Projekte, die dabei geholfen haben, das zu verwirklichen.

Dude Mag

Als erstes entsteht Dude Mag, ein Webmagazin als Herzstück aller Kulturprojekte. Eine kulturelle Plattform, die Projekte entwickelt und sich auf kreative Weise selbst finanziert. Das Magazin richtet sich ironischerweise an „feine Damen und Herren“. Aber was soll das heißen? Es geht seinen Gründern darum, im Zeitalter von Fake News und Hatespeech, in dem alles ohne Filter ins Internet gestellt wird, qualitativ hochwertige Inhalte anzubieten. Kurz gesagt um ein Internet der Qualität. Dude legt besondere Aufmerksamkeit auf die Auswahl und Pflege aller inhaltlichen und grafischen Details. Und natürlich nehmen sie sich mit diesem „vornehmen“ Titel auch ein bisschen selbst aufs Korn.

Die online art gallery asa nisi masa

Asa Nisi Masa © Dude asa nisi masa ist eine Online-Galerie für zeitgenössische Kunst. Die Kunstwerke, die dort ausgestellt werden, gibt es nur dort, online. Es gibt keine Schließungszeiten, keine Schlangen, keine begrenzte Besucherzahl. Die Ausstellung verschwindet auch nicht wieder. Dude ist hier in der Rolle des Galeristen und Ausstellers. Die Künstler und Kuratoren hingegen wissen manchmal selbst noch gar nicht, was man in einer Online-Galerie alles machen kann. Die Möglichkeiten sind grenzenlos und es gibt kaum feste Anhaltspunkte wie z.B. Mauern oder Nägel. Auch die jeweilige Vernissage findet komplett im Internet statt. Natürlich gibt es Möglichkeiten, sie auch außerhalb zu projizieren, das ist aber nicht die Priorität. Und kann man die Werke kaufen wie in einer ursprünglichen Galerie? Bisher hat asa nisi masa noch keinen Kaufvertrag abgeschlossen, aber man könnte die Domäne kaufen oder sie mit einem Code verschlüsseln, der nur der Privatperson zugänglich ist, sodass diese zum Besitzer wird. Normalerweise stellen die Online-Galerien, die es bisher gibt, Werke ins Netz, die es auch außerhalb gibt. Sie reproduzieren online das, was sie in der realen Galerie ausstellen, z.B. in Form von jpgs, gifs oder 3D-Animationen. Bei asa nisi masa ist es anders und bisher einzigartig: sie arbeiten im und mit dem Internet. Sie interagieren direkt mit dem Medium selbst. Das Internet zu programmieren ist in diesem Fall wie eine Leinwand zu gestalten. Zukünftig soll zudem vermehrt die Social-Media-Komponente eingebunden und Interaktion mit der Comunity geschaffen werden, viel mehr als man es bei einer realen Ausstellung machen kann. Die große Fragestellung für die Zukunft ist momentan die nach dem Erhalt der Online-Ausstellungen und Werke. Was passiert, wenn die Browser-Version sich ändert oder der Programmiercode veraltet ist? Lassen sich die Kosten einer „Restaurierung“ jedes Mal bewältigen?

BellaGente

BELLAGENTE © Dude BELLAGENTE stellt dieses Jahr zum vierten Mal hervorragende Kulturschaffende mit positivem Einfluss auf die römische Kultur vor. Die Auswahl betrifft alle Bereiche: von Kunst und Musik über Film und Literatur bis hin zu Architektur und Mode. Es geht nicht um eine Preisverleihung, sondern um eine Verbreitung und Vernetzung der verschiedenen Kategorien untereinander. Ein guter Filmemacher ist häufig nur unter andern Filmemachern oder Filminteressierten bekannt. Die Macher von Dude stecken aber in allen Bereichen, sie sind mittendrin und gerade deshalb können sie den großen Erfolg von Bella Gente bestens garantieren. Sie machen die einzelnen Kulturschaffenden mit dem großen Publikum, aber auch untereinander bekannt. Das auch dank der Portraitfotos vom Partner Officine Fotografiche sehr ansprechend gestaltete Ebook scheint sagen zu wollen: Schaut alle her und verliert diese sorgfältige Auswahl an Kulturschaffenden in den nächsten 12 Monaten nicht aus den Augen!
Schön wäre es außerdem Bellagente weiterzudenken. Mailand? Oder vielleicht Berlin?

Im richtigen Moment am richtigen Ort: Rom

Apropos Berlin: Hat Dude-Mitgründer Andrea Pergola schon einmal daran gedacht wegzugehen, wie viele junge Italiener seiner Generation? Nein. „Unsere Idee ist von Anfang an so stark an Rom gebunden, dass sie uns ganz klar hier festgehalten hat. Sie ist auch in einem wichtigen historischen Moment entstanden, in dem es hier gute Information und kulturelle Innovation auf hohem Niveau brauchte. Wenn ich nicht gerade hier geboren wäre, wäre ich vielleicht weg gegangen und vielleicht wäre es wunderbar gewesen. Manchmal denke ich in Bezug auf Rom natürlich: wieso behandelst Du mich so, ich bin doch sogar geblieben! Aber im nächsten Moment weiß ich wieder, dass Rom wirklich einzigartig ist, wenn man die schönen Dinge herauszufiltern weiß. Oder nicht?“ Ja doch, es stimmt und Dude hilft dabei, die schönsten Dinge an die Oberfläche zu bringen und sie zu verbreiten!