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Freiraum und Freiheit
Ein europäisches Projekt

Europa ist im Begriff, sich zu ändern. Populistische und nationalistische Parteien erleben in vielen Ländern Zuspruch. Skepsis gegen die EU, wie sie sich zum Beispiel im Brexit-Referendum artikuliert, ist nicht auf Großbritannien beschränkt. Kurz, Europa ist auf vielen Ebenen herausgefordert und sucht nach Antworten.

www.goethe.de/italien/freiraum

Freiraum© Goethe-Institut
Jugendliche blicken vom Dach aus über eine StadtFoto: Ant Rozetsky © unsplash

Das Goethe-Institut versteht sich als Institution mit europäischem Auftrag. Es tritt für die Vision der europäischen Integration ein, macht sich für einen gemeinsamen europäischen Kulturraum stark, der auf kultureller Vielfalt und Eigenständigkeit basiert, und verpflichtet sich einem entsprechenden Wertekanon, der Inklusion, Offenheit, Freizügigkeit und Gerechtigkeit einschließt. So wie Europa die Herausforderung annehmen muss, so muss auch das Goethe-Institut sein bisheriges europapolitisches Engagement akzentuieren.

Ein Beitrag zu dieser Neupositionierung ist das Großprojekt Freiraum, woran 41 europäische Städte teilnehmen. Im Mittelpunkt steht der Begriff der Freiheit, da er spätestens seit der Aufklärung für die europäische Kulturgeschichte und das europäische Selbstverständnis enorme Relevanz hat. Doch das Versprechen, das der Begriff birgt, hat an Glanz verloren. Seine Ambivalenz tritt heute deutlich zutage, und dies nicht nur, weil beispielsweise in Ländern wie Polen oder Ungarn – ausgerechnet dort also, wo die erzwungene enge Bindung an die Sowjetunion noch nicht lange zurückliegt – ein antiliberaler Politikstil dominiert.

Angesichts solcher Entwicklungen sind viele Partner des Goethe-Instituts verunsichert, manche sind tatsächlich bedroht. Ihnen möchte das Goethe-Institut Plattform zum Austausch und stabiler Partner sein. Es sucht zudem bewusst nach neuen Zielgruppen, seien es marginalisierte junge Menschen mit Migrationshintergrund, seien es diejenigen, die skeptisch und kritisch auf dieses Europa schauen, aber noch genügend Offenheit an den Tag legen, in einen Dialog einzutreten. Schließlich sollen auch diejenigen motiviert werden, die Europa und der EU gegenüber aufgeschlossen sind, aber dies für selbstverständlich nehmen und ihre Stimme nicht erheben.

Das Vorgehen

In der ersten Projektphase haben die beteiligten Goethe-Institute zusammen mit ihren jeweiligen Partnern aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine ortsspezifische Fragestellung entwickelt, die sehr weit gefasst mit dem Begriff der „Freiheit“ zu tun hatte. Die Ausgangsfragen der 41 beteiligten Städte wurden in entsprechenden Videos vorgestellt und ließen sich fünf thematischen Blöcken zuordnen:
 

Gentrifizierung und Abwanderung in die Peripherie verändern städtische Räume und die Möglichkeiten der Bewohnerinnen und der Bewohner. Bürgerinnen und Bürger behaupten sich durch zivilgesellschaftliches Engagement gegen die Privatisierung öffentlicher Räume oder gegen die Kontrolle durch die Mafia. Partizipation ist gefragt, damit neue städtische Freiräume entstehen.
Die Idee des geeinten Europas geht mit kultureller Vielfalt und Eigenständigkeit Hand in Hand. Doch Nationalismus, das wirtschaftliche Gefälle innerhalb der EU, Intransparenz und Furcht vor der Brüsseler Bürokratie nähren Skepsis und Ressentiments. Wie kann man die Zweifel ernst nehmen, ohne deshalb die europäische Idee aufzugeben?
Offene, ausdifferenzierte Gesellschaften sind in hohem Maße darauf angewiesen, dass Diversität nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung begriffen wird. Bildung ist eine Grundvoraussetzung, um ein Klima gegenseitigen Respekts zu erzeugen und allfällige Konflikte pragmatisch anzugehen.
Wie frei ist jemand, dessen Rente so knapp ist, dass er sich keinen Arztbesuch leisten kann? Wo es an sozialen Rechten mangelt, ist die individuellen Freiheit in Gefahr. Das Freiraum-Projekt schaut dahin, wo ökonomische Not Menschen in ihrer Entfaltung einschränkt, fragt, wer marginalisiert wird, und bringt in Erfahrung, was sich diejenigen, die keine Privilegien genießen, für ihre Zukunft wünschen.
 
Repression und Zensur sind keine Erfahrung der Vergangenheit, auch heute ist die Freiheit der Rede und der Kunst umkämpft. Die Frage, wie man auf Hassbotschaften und Hetze reagiert, stellt sich umso dringlicher, je mehr Echokammern und Filterblasen sich in den sozialen Medien finden. Und der uneingeschränkte Zugriff auf Informationen steht in einem Missverhältnis zu deren Verlässlichkeit.
In Warschau wurden Anfang Dezember 2017 durch einen Zufallsgenerator 19 Paarungen bestimmt – einzige Bedingung war, dass die Städte mindestens 1.000 km voneinander entfernt liegen. Die Beteiligten haben nun anderthalb Jahre Zeit haben, den Perspektivwechsel zu wagen und sich mit den Problemen der zugelosten Tandem-Stadt auseinanderzusetzen, um eine kreative Antwort zu finden.
 

Fragestellung Genua & Turin

Thema: Freiheit, ein Luxus?

„Ökonomische Umstände schränken unsere Freiheit ein. Es sind aber auch mangelnde Aufnahme, kontaminierende Vorurteile und zwischenmenschliche Beziehungen, die unseren Mut beschneiden, uns selbst zu verwirklichen und zu verändern“. Welche Antworten darauf haben wir für Jugendliche in Genua Cornigliano und Turin Porta Palazzo?

Partner Genua & Turin

YEPP, das Youth Empowerment Partnership Program, ist eine international agierende Initiative, die sich der Ermächtigung sozial benachteiligter Jugendlicher mit und ohne Migrationshintergrund widmet.
www.yepp.it

Das unabhängige Forschungszentrum Centro studi MEDÌ Migrazioni nel Mediterraneo mit Sitz in Genua forscht und arbeitet zu Migrationsdynamiken und den Veränderungen, die diese in Italien und Europa mit sich bringen.
www.csmedi.com

 

Fragestellung Stockholm

Thema: Nach Europa

Die Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Fundament der Demokratie, Teile der politischen Debatte werden jedoch vermehrt von populistischen Kräften geprägt. Wie kann man sich Gruppen gegenüber verhalten, die mit ihren Worten und Taten die Freiheit anderer Menschen beschneiden wollen? Wie kann die Arbeit gegen Nationalismus und Rechtsradikalismus aussehen?

Partner Stockholm

Mitt127 ist eine Jugendorganisation in Schweden. Die Stiftung Expo dokumentiert und informiert über rechte Gewalt und Entwicklungen in der rechtsnationalen Szene und bietet antirassistische Lehrveranstaltungen für Schulen an.
www.expo.se

Fragestellung Mailand

Thema: In Verteidigung der Vielfalt
TAUTÓTĒS – Identität: Miteinander oder Gegeneinander? Wir fragen uns, welche neuen Formate der Kunst, der Bildung und des sozialen, politischen und urbanen Umfelds wir benötigen, um zu einer neuen Reflektion der Identitäts-Dynamik zu gelangen. Damit die Pluralität und die Vielfalt als solche, als ein Mehrwert unserer Gesellschaft und unserer Stadt anerkannt und authentisch gelebt werden kann. Wie könnte eine konstruktive Auseinandersetzung gestaltet werden, die die Komplexität des Themas „Identität“ und seine Auswirkungen erforscht und mitberücksichtigt?

Partner MAILAND

Der Verein Sunugal / Associazione Sunugal beschäftigt sich sozio-kulturell mit dem Thema Afrika-Italien.
www.sunugal.it

 

Fragestellung Oslo

Thema: In Verteidigung der Vielfalt
Wer bist du und wie können wir (uns) gemeinsam etwas schenken? Immigranten die nach Norwegen kommen, halten „Freiheit“ für den obersten Wert der norwegischen Gesellschaft, während zur gleichen Zeit Teile der norwegischen Gesellschaft, wegen der Migration anderer Kulturen und Religionen, Angst um ihre Freiheit haben. Hierfür müssen wir uns gegenseitig kennenlernen und uns ein gemeinsames Wissen erarbeiten.

Partner Oslo

Hedda Foundation, eine Stiftung, die an Projekten mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Menschenrechte, der Gleichberechtigung und der Demokratie arbeitet. Die Grundidee ist dabei der Ausdruck über die Kunst und Kultur in den verschiedensten Formen.
www.heddafound.no

Fragestellung Neapel

Thema: Die lebenswerte Stadt

Die Bevölkerung Neapels reagiert auf die hohe Bevölkerungsdichte und Enge der Stadt mit einem von großer Toleranz geprägten Lebensstil. Illegale Bauten werden als Maßnahme gegen die strikten staatlichen Regelungen und als Recht auf Freiheit zur Erweiterung des eigenen Lebensraumes betrachtet – doch handelt es sich dabei wirklich um Freiheit? Wie wird dies in Architektur und Stadtbild ersichtlich?

Partner neapel

Das italienische Künstlerduo Giovanna Bianco (*1962 in Latronico) und Giuseppe Valente (*1967 in Neapel) lebt und arbeitet seit 1993 zusammen in Neapel. Fasziniert von der Dualität von Körper und Geist beschäftigen sich Bianco-Valente in ihren Arbeiten mit Wissenschaft, Astrologie und Literatur. In Videos und häufig auch interaktiven Installationen erforschen sie sprachliche, räumliche und soziale Prozesse, Beziehungen und Konstellationen.
www.bianco-valente.com

 

Fragestellung Amsterdam

Thema: In Verteidigung der Vielfalt

Freiheit als Konzept der Konstruktion und Performanz kultureller Identität: Inwiefern wirkt das Konzept verbindend oder trennend? Inwiefern verkörpert sich Freiheit in kulturellen Objekten und welche Strategien werden hierbei angewandt? Akteure aus unterschiedlichen Bereichen sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Expertisen zu den Objektfeldern Mode, Essen, Körper und anderen Themen zu teilen und in einen Dialog miteinander zu treten.

Partner amsterdam

Pakhuis de Zwijger ist ein Ort für Debattenkultur, der sich gemeinsam mit der Stiftung Re:think diskursiv und künstlerisch mit Machtstrukturen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft auseinandersetzt. Seit 2006 wird dort Kollaboration, Vernetzung und Erfahrungsaustausch vorangetrieben. Yasser Almaamoun ist ein syrischer Aktivist und Architekt. Er arbeitet in einem Berliner Architekturbüro, im Rahmen des Projekts Multaka am Deutschen Historischen Museum (DHM), darüber hinaus ist er „Außenminister“ des Zentrums für Politische Schönheit.
www.dezwijger.nl/over-ons/about-us/

Fragestellung Rom

Thema: Die lebenswerte Stadt
Untersucht wird die Zusammenarbeit von Bürgervereinen und öffentlichen Institutionen – und deren Abwesenheit in peripheren Gebieten mit hoher Kriminalitätsrate. Wie können grundlegende Praktiken lokaler Entwicklung in einem Gebiet umgesetzt werden, das von der Mafia kontrolliert und von Gewalt betroffen ist?

Partner Rom

daSud ist ein Anti-Mafia-Verein, der 2005 in Kalabrien gegründet wurde. Sein Ziel ist es, die Teilhabe an demokratischen Entscheidungen, soziale und bürgerliche Reche sowie die Gleichstellung der Geschlechter zu stärken.
www.dasud.it

 

Fragestellung Nikosia

Thema: Freiheit, ein Luxus?
Ökonomische Freiheit wird als Grundvoraussetzung für Freiheit im Allgemeinen angesehen. Eine der Grundvoraussetzungen der ökonomischen Freiheit ist Bildung. Auf Zypern gibt es viele junge Menschen, die trotz sehr guter Ausbildung keine Arbeit finden, weil ihnen die richtige Ausbildung fehlt. Haben wir Zugang zur richtigen Bildung, damit wir eine nachhaltige und faire Ökonomie sichern können, in der wir unsere ökonomische Freiheit effektiv anwenden können?

Partner Nikosia

Die ARTos Foundation ist ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Wissenschaft, das sich der Forschung und Kreativität verschrieben hat. Es fördert Künstler und Wissenschaftlicher national wie international und bietet eine Plattform, sich Fragestellungen auf transzendentem wie materiellen Weg zu nähern.
www.artosfoundation.org


Genua & Turin / Stockholm

FREIRAUM Video Turin /Genua© Goethe-Institut | Regie: Manuel Peluso © Goethe-Institut | Regie: Manuel Peluso

Genua & Turin / Freiheit, ein Luxus?
Mut zur Veränderung

„Ökonomische Umstände schränken unsere Freiheit ein. Aber auch Erfahrungen mangelnder Aufnahme, die Vorurteile anderer, die wir mit der Zeit verinnerlichen, und schwierige zwischenmenschliche Beziehungen beschneiden unseren Mut und behindern uns darin, uns frei zu entfalten“. Was können wir Jugendlichen in Genua und Turin antworten?

Freiraum #STOCKHOLM Foto: FREIRAUM Sweden

Stockholm / Nach Europa
Was tun gegen Rechtsradikalismus

Die Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Fundament der Demokratie, Teile der politischen Debatte werden jedoch vermehrt von populistischen Kräften geprägt. Wie kann man sich Gruppen gegenüber verhalten, die mit ihren Worten und Taten die Freiheit anderer Menschen beschneiden wollen? Wie kann die Arbeit gegen Nationalismus und Rechtsradikalismus aussehen?


Mailand / Oslo

Freiraum Mailand © Goethe-Institut Mailand

Mailand / In Verteidigung der Vielfalt
Eine Frage der Identität

TAUTÓTĒS – Identität: Miteinander oder Gegeneinander? Wir fragen uns, welche neuen Formate der Kunst, der Bildung und des sozialen, politischen und urbanen Umfelds wir benötigen, um zu einer neuen Reflektion der Identitäts-Dynamik zu gelangen. Damit die Pluralität und die Vielfalt als solche, als ein Mehrwert unserer Gesellschaft und unserer Stadt anerkannt und authentisch gelebt werden kann. Wie könnte eine konstruktive Auseinandersetzung gestaltet werden, die die Komplexität des Themas „Identität“ und seine Auswirkungen erforscht und mitberücksichtigt?

Freiraum Oslo - Unser Film Goethe-Institut Oslo

Oslo / In Verteidigung der Vielfalt
Gemeinsam frei

Wer bist du und wie können wir (uns) gemeinsam etwas schenken? Immigranten die nach Norwegen kommen, halten „Freiheit“ für den obersten Wert der norwegischen Gesellschaft, während zur gleichen Zeit Teile der norwegischen Gesellschaft, wegen der Migration anderer Kulturen und Religionen, Angst um ihre Freiheit haben. Hierfür müssen wir uns gegenseitig kennenlernen und uns ein gemeinsames Wissen erarbeiten.


Neapel / Amsterdam

Freiraum Neapel Goethe-Institut

Neapel / Die lebenswerte Stadt
Auf engem Raum

Die Bevölkerung Neapels reagiert auf die hohe Bevölkerungsdichte und Enge der Stadt mit einem von großer Toleranz geprägten Lebensstil. Illegale Bauten werden als Maßnahme gegen die strikten staatlichen Regelungen und als Recht auf Freiheit zur Erweiterung des eigenen Lebensraumes betrachtet – doch handelt es sich dabei wirklich um Freiheit? Wie wird dies in Architektur und Stadtbild ersichtlich?

Freiraum Amsterdam © Goethe-Institut Niederlande

Amsterdam / In Verteidigung der Vielfalt
Neue Perspektiven der Freiheit

Freiheit als Konzept der Konstruktion und Performanz kultureller Identität: Inwiefern wirkt das Konzept verbindend oder trennend? Inwiefern verkörpert sich Freiheit in kulturellen Objekten und welche Strategien werden hierbei angewandt? Akteure aus unterschiedlichen Bereichen sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Expertisen zu den Objektfeldern Mode, Essen, Körper und anderen Themen zu teilen und in einen Dialog miteinander zu treten.


Rom / Nikosia

Freiraum Rom Foto: Goethe-Institut

Rom / Die lebenswerte Stadt
Die Stadt stark machen

Untersucht wird die Zusammenarbeit von Bürgervereinen und öffentlichen Institutionen – und deren Abwesenheit in peripheren Gebieten mit hoher Kriminalitätsrate. Wie können grundlegende Praktiken lokaler Entwicklung in einem Gebiet umgesetzt werden, das von der Mafia kontrolliert und von Gewalt betroffen ist?

Freiraum Nicosia © Goethe-Institut Zypern

Nikosia / Freiheit, ein Luxus?
Recht auf Bildung

Ökonomische Freiheit wird als Grundvoraussetzung für Freiheit im Allgemeinen angesehen. Eine der Grundvoraussetzungen der ökonomischen Freiheit ist Bildung. Auf Zypern gibt es viele junge Menschen, die trotz sehr guter Ausbildung keine Arbeit finden, weil ihnen die richtige Ausbildung fehlt. Haben wir Zugang zur richtigen Bildung, damit wir eine nachhaltige und faire Ökonomie sichern können, in der wir unsere ökonomische Freiheit effektiv anwenden können?

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