Filthy maddening race
LUCA CAPPONI / ALESSANDRO DRUDI

Filthy maddening race – Ein Film von Luca Capponi und Alessandro Drudi © Luca Capponi

Filthy maddening race

Synopsis

An der Grenze zwischen Serbien und Ungarn kampieren Hunderte von Migranten aus dem Osten zusammengepfercht am Fuße einer Mauer, die eigens dazu errichtet wurde, ihnen den Zugang nach Europa zu verwehren. Monatelang waren sie zu Fuß unterwegs, der Kälte und der Anstrengung ausgesetzt, und nun, da der Winter sich dem Ende zuneigt, warten sie voller Hoffnung auf passenden Zeitpunkt, um den Maschendraht zu überwinden. Die meisten von ihnen landen jedoch wieder in Serbien, ihrer letzten Hoffnung und Menschenwürde beraubt.

Wenige Meter entfernt, in einem verlassenen Gebäude, wartet eine Gruppe syrischer Asylbewerber darauf, dass ihre Nummern auf der unendlichen Warteliste der Antragsteller aufgerufen werden. Tagsüber sind zwei Kinder demselben zermürbenden Alltag ausgesetzt wie ihre Eltern; ihr Ausdruck ist reif und vom Krieg gezeichnet, und dennoch liegt in ihrem Blick jener Hoffnungsschimmer, der aus den Augen der Erwachsenen längst verschwunden ist. Doch wenn die Nacht hereinbricht, wird ihre Reise zu einer Zeichnung, die sich ihrerseits in eine Traumwelt verwandelt.
 
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Technische Angaben

Regie: Luca Capponi, Alessandro Drudi | Produktion: Goethe-Institut, C.S.C. | Audio Post-Production: Paolo Capponi, Sebastiano Caceffo | Exekutivproduktion: Alba Rovella

Dauer: 5’30’’ | Aufnahmen: 02.–19. Februar 17 | Kamera: Canon 5D mark III | Format: 1:1.85 | Drehort: serbisch-ungarische Grenze.
 

Zum film

Luca Capponi

Die Thematik der Migration begleitet mich von Geburt an, da ich Kind einer Mischehe bin. In Palermo tauchte ich vollständig in die teilweise unglaublichen Erzählungen der Einwanderer ein, Ballarò war mein Zuhause. Ich habe dies einerseits als Bereicherung empfunden, andererseits aber auch als eine Herausforderung, die uns alle betrifft. Diese Anregung wollte ich umsetzen, indem ich die Geschichte Ousmans erzählte, eines unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings aus Gambia, der zum Opfer seiner jugendlichen Rebellion wurde. Vergangenen Sommer habe ich mich im Auftrag von Sos Mediterranée als Journalist auf dem Seerettungsschiff Aquarius eingeschifft und ein Projekt für ein Webdokument mit dem Titel „Looking For Odisseo“ realisiert, das sich derzeit in der Ausarbeitungsphase befindet. Diese Erfahrung hat mich emotiv derart involviert, dass ich den Drang verspürte, so bald wie möglich nach Serbien aufzubrechen, um mehr zu sehen, mehr zu verstehen und vor allem mehr zu hören.

Alessandro Drudi

Vor einigen Monaten habe ich Luca geholfen, im sizilianischen Pozzalo die Ankunft von 300 Personen zu filmen, die sich an Bord eines Flüchtlingsbootes lybischer Herkunft befanden. Diese Erfahrung hat mich stark beeindruckt und dazu motiviert, am Projekt zur Balkanroute und zur serbisch-ungarischen Grenze teilzunehmen. Um diese aktuelle Thematik, auf die sich die Medien derzeit regelrecht stürzen, auf eine andere Weise darzustellen, haben wir uns auf die Zeichnung verlegt, ein Ausdrucks- und Kommunikationsmittel, das häufig mehr zu vermitteln vermag als Tausende von Worten. Fasziniert hat mich hierbei zum einen das Konzept, sechs verschiedene Berichte von Flucht und Migration miteinander zu verschmelzen und so die Geschichte einer einzigen ideellen Reise in all ihren Etappen zu erzählen; zum anderen reizte mich die Herausforderung, eine derart starke und emotionsträchtige Erfahrung in einer auf maximal fünf Minuten begrenzten Webdokumentation wiederzugeben.