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Berlinale-Blogger 2019
Berlins Türsteher im Fokus

Berlin Bouncer: Sven Marquardt
Berlin Bouncer: Sven Marquardt | © Flare Film GmbH

Berlins Türsteher genießen einen legendären Ruf – sowohl unter Berlinern wie unter allen Kennern der internationalen Clubbing-Szene. Ihre Entscheidung, wen sie hineinlassen und wen nicht, ist so unvorhersehbar, dass im Laufe der Jahre bereits Dutzende Blogger und Journalisten lange Listen an Tipps verfasst haben, wie man es am besten durch die Kontrolle schafft.

Von Andrea D’Addio

„Die Regeln, die in einem Lokal gelten, stehen nicht zur Diskussion. Mit der Auswahl der Gäste tragen wir die Verantwortung dafür, dass drinnen alles so läuft, wie es laufen soll“, bestätigt Sven Marquardt, der berühmte Türsteher des Technoclubs Berghain in einer Szene des Films Berlin Bouncer. Der auf der Berlinale 2019 präsentierte Film von David Dietl (Sohn von Helmut Dietl) wirft einen Blick hinter die Kulissen und erzählt vom Leben der drei legendärsten Türsteher der deutschen Hauptstadt: Sven Marquardt (soeben zitiert), Frank Künster (ehemaliger Türsteher der King-Size-Bar) und Smiley Baldwin (Ex-US-Soldat zu Zeiten der Berliner Mauer).

Es geht nicht nur um die Türsteher

Berlin Bouncer verfolgt drei Ziele: Zum Ersten will der Film zeigen, dass die oft kaum nachvollziehbare Auswahl am Einlass zum Teil auch einfach von der aktuellen Stimmung der Türsteher abhängt („Manchmal kommt es auch einfach darauf an, wie die Woche war“, verrät Marquardt). Zweitens soll er einen Einblick in deren Leben gewähren. Sven Marquardt ist inzwischen auch ein anerkannter Fotograf, der an der Ostkreuzschule für Fotografie unterrichtet und seine Bilder auf Ausstellungen in der ganzen Welt zeigt (2014 auch in Turin). Frank Künster ist Schriftsteller und Filmproduzent, Smiley Baldwin wiederum leitet eine eigene Security-Firma. Das dritte Ziel des Films ist eng mit den ersten beiden verknüpft. Berlin Bouncer dokumentiert, wie sich Berlin und das Berliner Nachtleben seit den 90er Jahren bis heute verändert haben. Der Film erzählt von den Lokalen, die geschlossen haben, von den Touristen aus allen Teilen der Welt und vom Wunsch, dieses Gefühl der Freiheit zu bewahren, das in Berlin in den Neunzigern und Anfang der 2000er herrschte.

Das Ergebnis ist ein lebendiges Portrait der deutschen Hauptstadt, ihrer Rhythmen und ihrer Mentalität. Ein Film, der einen mitreißt und zugleich melancholisch stimmt, wie alle Dinge, die uns vor Augen führen, dass sich der Lauf der Zeit nicht aufhalten lässt.

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