7 Fragen an... Tobias Kruse

Tobias Kruse
© Tobias Kruse

Tobias Kruse ist Fotograf und wohnt seit dem Jahr 2000 in Berlin. Nachdem er an der Ostkreuzschule für Fotografie studiert hat, ist er 2011 der Oskreuz – Agentur der Fotografen beigetreten. Auf Instagram ist er für das Goethe-Institut Italien auf den Spuren der Italo-Berliner.

Du bist 1979 in der damaligen DDR geboren. Was sind Deine schönsten Kindheitserinnerungen?
Die Sommer in Mecklenburg. Wir sind jedes Jahr mit dem Segelboot von Schwerin (wo ich aufgewachsen bin) zur Müritz (wo meine Großeltern lebten) gefahren. Drückende Hitze, funkelndes Wasser, staubige Feldwege, auf Weiden und Heuballen herumklettern, von Bäumen am Ufer ins Wasser springen.

War Grenze für Dich ein Begriff?
Ja, absolut. Ich komme aus einer bürgerbewegten Familie, und dass wir unsere Verwandtschaft in Westdeutschland und Schweden nicht besuchen durften, sondern die nur uns, war immer ein Thema und wurde von mir und meinem Bruder auch als große Ungerechtigkeit empfunden. Besagtes Segelboot hieß darum auch: „Kleine Freiheit“, denn die große war halt in weiter Ferne.
 
Im Jahr 2000 bist Du nach Berlin gezogen. Wie war Berlin damals und wie ist es heute?
Ich bin in ein Berlin gezogen, dass ich aus den Neunzigern kannte. Ich bin relativ früh zur Loveparade und am Wochenende in Clubs gefahren. Als ich dann 2000 endlich hergezogen bin, fing die Stadt schon an, sich sehr zu verändern. Aber die Veränderung von heute zu damals ist extrem. Das sind verschiedene Städte. Heute würde ich wahrscheinlich nicht mehr herziehen.

Wie kamst Du zur Fotografie?
Relativ früh. Ich habe dann aber einen Umweg gemacht und erstmal Grafikdesign studiert. Dann aber nach ein paar Jahren gemerkt, dass andere das besser können und mich auf meine eigentlichen Interessen besonnen...
 
Wie zu Ostkreuz?
… und mich dann als Praktikant bei Ostkreuz beworben und nochmal studiert, im ersten Jahrgang der damals neu gegründeten Ostkreuzschule. Ich bin ein komplettes Ostkreuz-Eigengewächs!
 
Was fotografierst Du am liebsten?
Das kann ich nicht so genau sagen. Im Prinzip alles, ich bin auf kein Genre festgelegt. Ich kann nur sagen, wie ich am liebsten fotografiere: indem ich mich auf einer These oder einem Gedanken treiben lasse. So sind bislang meine besten Arbeiten entstanden. Ohne Druck, mit ausreichend Zeit.
 
Was hast Du während unseres Instagram-Projekts über die Italo-Berliner erfahren?
Dass es viele gibt, sie sehr gut vernetzt sind und der Stadt ihre Prägung geben, was mir gut gefällt.