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Schaufenster Berlin
Die Stadt der Start-Ups

Factory – Eingang (Detail)
Factory – Eingang (Detail) | © Angela Fiore

Berlin ist eine Stadt, in der das Phänomen der Start-ups in den vergangenen zehn Jahren überraschend schnell und erfolgreich Verbreitung gefunden hat. So entstand ein eigenes „Ökosystem“, das heute Ideen und Investitionen aus aller Welt anzieht.

Auch an Unterstützung von Seiten der Institutionen mangelt es nicht. Sie ermöglichen vielen jungen Unternehmern die Finanzierung ihrer Projekte innerhalb eines Netzwerks, das die Welt des Unternehmertums, und damit der Wirtschaft, spürbar verändert.

DIE FACTORY

Unter den neuen Initiativen, die Start-upper und Kreative aller Art in Berlin zusammenführen, sticht seit 2014 insbesondere die Factory hervor. Ziel des Business-Clubs ist es, Innovation zu fördern und ein gemeinsames Netzwerk zum Austausch von Ideen und Kontakten zu schaffen.

In den Räumlichkeiten des neuen Zentrums sind daher nicht nur kleine Unternehmer und Freelancer tätig, sondern auch internationale Konzerne, Investoren und bedeutende Influencer aus der Welt der Politik und Wissenschaft. Zu den Kooperationspartnern der Factory zählen Größen wie Google, Lufthansa und die Deutsche Bank, aber auch Uber, SoundCloud und Zendesk sind in dem Netzwerk vertreten. Allein ein Spaziergang durch die Anlage bietet den Mitgliedern der Factory damit bereits interessante Gelegenheiten zum Austausch – mit Gleichgestellten wie auch mit bekannteren Unternehmen.
 
  • Factory – Fassade © Angela Fiore
    Factory – Fassade
  • Factory – Eingang © Angela Fiore
    Factory – Eingang
  • Factory – Cafeteria © Angela Fiore
    Factory – Cafeteria
  • Factory – Innenräume © Angela Fiore
    Factory – Innenräume
Oberstes Ziel ist dabei die Entwicklung einer Community, in der die klassischen Barrieren des traditionellen Wettbewerbs keine Hürden mehr darstellen und alle aus dem gegenseitigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch Vorteile ziehen.

Der aktuelle Sitz der Factory ist in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte – doch am Görlitzer Park steht schon ein neues Zentrum bereit, in dem auf fünf Stockwerken Platz für etwa 1.000 neue Mitglieder geboten wird.

DIE ERFAHRUNG DER ITALIENER

Uniwhere

Gianluca Segato und Federico Cian sind (zusammen mit Giovanni Conz) Mitbegründer des Start-ups Uniwhere, dessen gleichnamige App zahlreichen Studenten in Italien das Leben erleichtert. Gianluca, der von Comites Berlin zum Italiener des Jahres 2016 ernannt wurde, beschreibt uns die Berliner Start-up-Szene als „sehr lebendiges und offenes Umfeld, in dem man nur zu fragen braucht, um etwas zu bekommen und in dem es sehr einfach ist, mit anderen in Kontakt zu treten und Meinungen und Tipps auszutauschen.“ Dennoch ist es Gianluca wichtig, auch darauf hinzuweisen, dass die Welt der Start-ups manchmal nicht ganz korrekt oder nur unzulänglich beschrieben wird – trotz, oder vielleicht gerade aufgrund des gewaltigen Medieninteresses an dem Phänomen.

„In Wirklichkeit ist es sehr schwierig, Stabilität zu finden. Denn die Gründung eines Unternehmens, wie auch eines Start-ups, birgt immer ein hohes Risiko in sich“, fügt er hinzu und spricht von einer großen Zahl an Unbekannten, die häufig nur schwer zu kontrollieren sind. Doch auch diese Instabilität kann letztlich zu einem positiven Faktor werden, denn entlang des Wegs lernt man sehr viel und trifft viele Menschen. Oder, um die Worte des jungen Start-uppers zu verwenden: „Zynisch formuliert, auch wenn die Dinge einmal nicht so laufen, wie du es möchtest, am Ende landest du immer wieder auf den Füßen.“

In Bezug auf mögliche finanzielle Förderungen berichtet uns Gianluca von zwei Ebenen. Auf der einen Seite sieht er Regierungsinitiativen zur Unterstützung der Investoren, auf der anderen Private „die entweder selbst ein Vermögen gemacht haben oder das Geld eines anderen verwalten und beschließen, bestimmte Projekte zu unterstützen.“

GRAL Design

Die Welt der Start-ups hat aber auch traditionellere Branchen revolutioniert und von innen erneuert – häufig auf überraschende Weise. Wir haben mit Architekt und Designer Andrea Liguori über dieses Thema gesprochen. Auch er hat seine „Homebase“ in Berlin und ist Co-Founder von GRAL Design.

„Berlin ist es gelungen, zum Sprungbrett für unterschiedlichste Unternehmen zu werden, was vor allem den digitalen Start-ups zu verdanken ist“, erläutert Andrea. „Auf diese Weise wurde ein fruchtbarer Boden für andere, traditionellere Sparten geschaffen, wie eben für die Design- und die Architekturbranche.“ Dem jungen Unternehmer zufolge, scheint vor allem die Designbranche derzeit eine besonders glückliche Phase zu erleben, da „die Nachfrage und das Interesse für diesen spezifischen Bereich momentan rasant steigen.“

Möglich wird all das, unter anderem, durch den konstanten Zuzug von Menschen aus aller Welt nach Berlin, das umfassende Angebot an Möglichkeiten zur Interaktion und den im Vergleich zu anderen europäischen Städten noch relativ günstigen Lebenshaltungskosten. Gestärkt wird das System außerdem durch maßgeschneiderte Finanzierungsprogramme und zinsgünstige Darlehen, eine entscheidende Rolle spielen aber auch die vielen Möglichkeiten zur Teilnahme an Events und Festivals, die dem offenen Austausch innerhalb spezifischer Branchen dienen sollen. Ein entsprechendes Beispiel wäre in diesem Fall etwa das International Design Festival.

Das Bild, das sich uns damit zeigt, ist das eines inspirierenden und kreativen Netzwerks. Eines Netzwerks, dessen Teilnehmer sich frei bewegen können und das allen, die aktiv daran mitwirken, interessante Möglichkeiten bietet.

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