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Schaufenster Berlin
Fahrradstadt Berlin

Ampel
Ampel | © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti

Einer der Aspekte, die Neuankömmlinge an Berlin am meisten beeindrucken, ist die Tatsache, dass die Stadt kein großes Verkehrsproblem zu haben scheint. Und das, obwohl es sich um eine Weltstadt handelt.

EINE WELTSTADT MIT WENIG VERKEHR

Der Grund dafür liegt nicht allein in der Effizienz der öffentlichen Verkehrsmittel (der über- wie der unterirdischen), sondern auch in der Liebe der Berliner zum Fahrrad. Das Rad gilt hier als bequemes, kostengünstiges, umweltfreundliches und damit schlicht ideales Verkehrsmittel.

Ob es nun um einen Ausflug ins Grüne geht oder um Kurzfahrten im Alltag – die Berliner machen sich die Sache gerne einfach und schwingen sich kurzerhand aufs Rad. Im schlimmsten Fall, wenn die Strecke wirklich zu lang ist, wird der treue Drahtesel einfach mit in die öffentlichen Verkehrsmittel genommen.

In den vergangenen Jahren hat das Fahrrad so bei Jüngeren wie Älteren, ja sogar bei Familien mit kleinen Kindern kontinuierlich an Popularität gewonnen. Tatsächlich sieht man in den Straßen von Berlin häufig fahrradfahrende Eltern, deren Kinder auf kleinen Laufrädern oder in entsprechenden Kindersitzen, Karren oder Anhängern mitfahren.

DIE ENTWICKLUNG DES FAHRRADS ZEIGT SICH IN SEINEM ZUBEHÖR – ANDREA SIGNORETTO UND SENTIER

Dem jungen italienischen Radfahrer Andrea Signoretto ist es gelungen, persönliche Begeisterung und unternehmerische Kreativität erfolgreich miteinander zu verquicken. Das von ihm gegründete Start-up-Unternehmen Sentier entwickelt spezielles Fahrradzubehör, mit dem sich die Räder im Stadtverkehr noch vielseitiger einsetzen lassen.

Andrea bestätigt uns, dass die Zahl der Wege, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, deutlich gestiegen ist. Auch die Länge der einzelnen Strecken und die Dauer der Fahrten haben sich seiner Ansicht nach erhöht, wobei die Nutzung des Fahrrads von den städtischen Behörden mit gezielten Maßnahmen gefördert wird.
So wurden die städtischen Radwege nach und nach ausgebaut und auch die Möglichkeit des „Bike Sharing“ erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Eine ganze Reihe an Unternehmen bietet hier entsprechende Services für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Darüber hinaus lässt sich auch ein Trend in Richtung Personalisierung des Fahrrads erkennen.

„Die Zahl der Fahrrad-Shops ist zurzeit stark im Wachsen begriffen“, fügt Andrea hinzu. „Außerdem gibt es viele kleine, aber erfolgreiche Marken, die sich nicht nur optimal auf die Bedürfnisse ihrer Kunden einstellen, sondern diese zum Teil auch antizipieren.“ Diese Bedürfnisse betreffen sowohl funktionelle als auch optische Aspekte, denn das Fahrrad wird längst nicht mehr als einfaches Verkehrsmittel betrachtet. „Das Interesse an Zubehör steigt momentan gewaltig“, bekräftigt der junge Start-upper, der mit seinem Unternehmen auf genau diesen Bereich setzt.

DAS RAD RACE

Abgesehen von der Rolle, die das Fahrrad im Alltag gewöhnlich spielt, finden in der deutschen Hauptstadt aber auch Veranstaltungen für all jene statt, die das Fahrrad für sportliche Zwecke bzw. manchmal auf geradezu halsbrecherische Weise nutzen.

Das jährliche Rad Race etwa umfasst verschiedenste Bewerbe, die zweifellos nicht für jeden geeignet sind. Da gibt es Nachtrennen mit hohen Geschwindigkeiten, die ohne Bremsen auf geschlossenen Strecken ausgetragen werden, Ausscheidungsrennen (Rad Race Last Man Standing), Kopf-an-Kopf-Rennen (Rad Race Battle) und marathonartige Rennen (Rad Race Fixed42).

Alle Bewerbe werden sowohl für Herren wie auch für Damen organisiert. Und obwohl bei den Geschwindigkeitsrennen viel unternommen wird, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten – etwa durch den Einsatz von Schutzmatratzen auf den Gokart-Bahnen beim Rad Race Last Man Standing – kommt es nicht selten vor, dass sich die Fahrer, beim Versuch ihre Rivalen auszustechen, auch verletzen.

BERLINS RADWEGE UND EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT

Im Berliner Straßennetz spielen Radwege eine wichtige Rolle. Touristen nehmen diese jedoch häufig nicht wahr und laufen damit Gefahr, von zu schnellen oder unachtsamen Radfahrern überfahren zu werden. Deutlich schwerere Unfälle ereignen sich zudem immer wieder aufgrund der geringen Breite der Radwege und der unmittelbaren Nähe zu anderen Fahrzeugen. Im Jahr 2016 wurde diesbezüglich ein trauriger Rekord von 17 Unfällen mit tödlichem Ausgang erreicht.
 
  • Andrea Signoretto © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Andrea Signoretto
  • Fahrradabstellplatz © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Fahrradabstellplatz
  • Fahrradabstellplatz – es hat geschneit! © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Fahrradabstellplatz – es hat geschneit!
  • Oberbaumbrücke © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Oberbaumbrücke
Als Reaktion auf diese besorgniserregende Zahl wurden daraufhin im vergangenen Jahr über 100.000 Unterschriften gesammelt, um auf diesem Weg besseren Schutz und eine Verbesserung der Infrastruktur zu fordern. In diesem Zusammenhang verkündete der Senat von Berlin im August 2017 offiziell einen neuen Mobilitätsplan. Die Radwege und die entsprechenden Parkmöglichkeiten sollen nicht nur weiter ausgebaut, sondern auch breiter angelegt und gegebenenfalls mit angemessenen Schutzvorrichtungen ausgestattet werden.

Ziel ist es, die Lebensqualität der Berliner bis 2030 spürbar zu verbessern. Durch eine nachhaltige und natürlich fahrradfreundliche Stadtentwicklung.

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