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Schaufenster Berlin
Das Humboldt-Forum und das neue Kulturzentrum Berlins

Berliner Schloss
Berliner Schloss | © Goethe-Institut Italien / Angela Fiore

Das Berliner Schloss zeigt geradezu symbolhaft den beständigen Wandel der deutschen Hauptstadt. Die Identität des Gebäudes schöpft sich dabei aus eben dieser kontinuierlichen Weiterentwicklung.

Das Berliner Schloss

Der Mitte des 5. Jahrhunderts errichtete Prachtbau diente zunächst als Residenz der Kurfürsten, der Könige Preußens und der Kaiser Deutschlands und wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von berühmten Künstlern und Architekten verschönert.
Nach schweren Beschädigungen durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage jedoch zu Zeiten der DDR, genauer im Jahr 1950, auf Geheiß von Walter Ulbricht gesprengt. Die so entstandene Freifläche erhielt den neuen Namen Marx-Engels-Platz, an dessen Stelle man im Jahr 1976 den Palast der Republik eröffnete, der wiederum zwischen 2006 und 2008 abgerissen wurde.
 

Die Neuausrichtung

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde in Folge lange über die Möglichkeit diskutiert, eines der beiden Gebäude neu zu errichten – das Schloss oder den Palast der Republik, beides Zeugen unterschiedlicher Epochen der Stadtgeschichte.

Im Jahr 2003 entschied man sich schließlich für den Wiederaufbau des Schlosses, jedoch gegen einen einfachen „Nachbau“ des historischen Originals. Rekonstruiert werden daher nur drei der Barockfassaden, mit der Gestaltung der vierten wurde der Italiener Franco Stella beauftragt. Im Jahr 2013 erfolgte die offizielle Grundsteinlegung, 2019 soll der Bau abgeschlossen sein.
In seinem Inneren wird der Gebäudekomplex ein multifunktionales Kulturzentrum, das Humboldt Forum, beherbergen. Dessen erklärtes Ziel: den traditionellen Museumsbegriff zu revolutionieren. Das Angebot vor Ort wird daher neben Kunstausstellungen auch Diskussionen, Performances, Filmvorführungen sowie unterschiedlichste Arten von Veranstaltungen umfassen, ganz im Sinne eines modernen, interaktiven und interdisziplinären Museums.

Die Herausforderung des Humboldt-Forums 

Zu eben diesem Zweck werden außerdem verschiedenste „Welten“ in das Humboldt Forum Einzug halten. Das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst, die bisher in Dahlem untergebracht waren, werden die dritte und die vierte Etage des Gebäudes belegen. Darüber hinaus wird auch die Humboldt-Universität vertreten sein – mit einem eigenen Labor mit Schwerpunkt auf künstlerische und wissenschaftliche Forschung, die wiederum in engem Zusammenhang mit den im Humboldt Forum präsentierten Ausstellungen stehen wird. Im ersten Stockwerk wird zudem eine Dauerausstellung zum Thema Berlin eingerichtet. Die Ko-Produktion von Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin soll den Besuchern vermitteln, wie die Welt die deutsche Hauptstadt und die deutsche Hauptstadt die Welt beeinflusst hat.
 
  • Berliner Schloss – Bauarbeiten © Goethe-Institut Italien / Angela Fiore
    Berliner Schloss – Bauarbeiten
  • Berliner Schloss – Die Kuppel © Goethe-Institut Italien / Angela Fiore
    Berliner Schloss – Die Kuppel
  • Berliner Schloss – Die Spree © Goethe-Institut Italien / Lucia Conti
    Berliner Schloss – Die Spree
Eine wichtige Rolle wird schließlich auch die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss übernehmen, die für den Wiederaufbau des Gebäudes und künftig auch für die Organisation von Veranstaltungen verantwortlich zeichnet.

Das Projekt wird, auch optisch, an die Anlagen der Museumsinsel angegliedert, die vor allem der europäischen Kunst gewidmet sind. Im Gegensatz dazu wird das neue Stadtschloss jedoch vorwiegend afrikanischer, asiatischer und südamerikanischer Kunst Raum bieten. Ziel ist es, auf der Spreeinsel die wichtigsten Sammlungen internationaler Kunst zusammenzufassen und einen dauerhaften Dialog anzuregen, mit dem Humboldt Forum als neuem kulturellem Zentrum Berlins.
 
Wie bei Vorhaben dieser Größenordnung häufig der Fall, fehlte es natürlich auch nicht an Kritiken und Polemiken. Unter anderem wurde etwa das Humboldt Forum aufgerufen, zu dem Umstand Stellung zu beziehen, dass es sich bei einigen der gesammelten Kunstwerke um Raubgut aus der deutschen Kolonialzeit handelt. Die offizielle Antwort des Zentrums: Man stehe für eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Thema gerne zur Verfügung, auch gemeinsam mit den betroffenen Gemeinschaften. Man wolle eine Anlaufstelle für alle, nicht nur für bestimmte Gruppen sein.

In der Zwischenzeit wurden bereits diverse Projekte im sozialen und humanitären Bereich realisiert. So präsentierte das Humboldt Forum zusammen mit dem Deutschen Theater und der Mobilen Akademie zwei Veranstaltungen zum Thema moderne Sklaverei und organisierte neben der Veranstaltungsreihe Pop-up Cinema auch Ausstellungen zum Thema Schutz von Kinderrechten.

Die feierliche Eröffnung des Humboldt Forums steht für Ende 2019 auf dem Programm. Bis dahin kann der Fortschritt der Bauarbeiten aus der Humboldt-Box mitverfolgt werden, einem temporären Museum mit bestechender Optik und einer Grundfläche von 3.000 m².

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