Berlinale-Blogger 2020
Altes und Neues beim Berlinale-Design

Potsdamer Straße vor der Berlinale
Potsdamer Straße vor der Berlinale | Foto (Detail): Hyunjin Park

Zum 70. Jubiläum gibt es bei der Berlinale 2020 so einige Veränderungen. Im Stadtbild am leichtesten zu merken ist das neue Plakatdesign.

Berlin ist die Stadt der Plakate. Das ganze Jahr werden unzählige Kunst- und Kulturveranstaltungen überall in der Stadt über dieses Medium angekündigt. Kurz vor der Eröffnung der Berlinale reiht sich auch das Berliner Filmfestival in diesen Plakatewald ein.
 
Vor allem am Potsdamer Platz, dem Mittelpunkt des Festivals, ist die Berlinale schon ab Anfang Februar mit Plakaten und anderen Installationen zu spüren. Auf der Potsdamer Straße zwischen dem Sony Center und dem CinemaxX reihen sich Werbedisplays, auf denen sich Berlinaleplakate und andere Werbung zum Filmfestival abwechseln. Wenn das Timing passt und die mehreren Dutzend Displays alle gleichzeitig das Berlinalemotiv anzeigen, wird die Straße für einen kurzen Moment in Festivalatmosphäre getaucht.

Plakat der Berlinale 2020
Plakat der Berlinale 2020 | © Internationale Fimfestspiele Berlin / State - Agentur für Design, Berlin
Das offizielle Plakat der 70. Berlinale hat die renommierte Berliner Agentur für Design State gestaltet. In Grundfarben symbolisieren die Zahl „70“ und der Buchstaben „B“ das 70-jährige Jubiläum der Berlinale und bringen Leben und Farbe in das graue Berlin im Februar. Die Poster stehen für die Vorfreude, dass wieder ein Jahr vorbei ist und es Zeit für Berlins großes Filmfestival ist, sie stehen für Neues und für Veränderung, sie sind farbenfroh und positiv. Und doch fehlt etwas. Warum nur? Es ist der fehlende Bär. Vier Jahre lang, von 2016 bis 2019 hat um diese Zeit der Bär die Stadt heimgesucht. Doch nun sucht man in auf den Plakaten der Berlinale vergebens.

Die Bären der letzten vier Jahre

Plakat der Berlinale 2016
Plakat der Berlinale 2016 | Velvet Creative Office © Internationale Filmfestspiele Berlin
Von 2016 bis 2019 war das Hauptmotiv der Berlinaleplakate der Bär. Das Wappentier der Stadt Berlin tauchte jedes Jahr in neuer Form auf den Plakaten auf: Er flanierte spätnachts unter den Hochstraßen der Stadt entlang (2016), stattete einem Fotoautomaten am Straßenrand einen Besuch ab (2017) und blickte von hoch auf den Dächern über die Stadt (2018). Der Bär wurde zur Hauptfigur in einem Film, mit der Stadt Berlin als Hintergrund. 2019 sorgten Menschen in Bärkostümen als Hauptmotiv für viel Amüsement.

Viele vermissen den Bär, aber es gibt auch viele positive Stimmen zum neuen Plakat. Eine Südkoreanerin, die Kommunikationsdesign in Potsdam studiert, gehört dazu: „Mit dem Bär fühlte es sicher eher wie eine lokale Veranstaltung an. Die neuen Poster gehen darüber hinaus, sie vermitteln einen internationalen Eindruck. Außerdem bringen sie die frische Ästhetik einer neuen Generation zum Ausdruck und passen zum Berliner Stadtgefühl.“

Und manches bleibt gleich

Das Plakat ist neu, aber manches ist auch gleichgeblieben. Eines davon sind die Preise des Festivals, die den Gewinner*innen am Ende überreicht werden. Die Goldenen und Silbernen Bären wurden von der Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965) designt und werden seit der ersten Berlinale 1951 in der Bildgießerei Hermann Noack hergestellt. 2020 wurden sie bereits am 21. Januar fertiggestellt und warten nun auf ihre zukünftigen Besitzer.
Die Preise der Berlinale
Die Preise der Berlinale | © Richard Hübner / Berlinale 2014
Am 17. Februar, dem Start des Ticketverkaufs, stehen die Menschen bereits vor dem Ticketschalter in den Potsdamer Platz Arkaden Schlange. Auch das ist offensichtlich gleichgeblieben: Die Begeisterung des Publikums für die Filmfestspiele.

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