Regentonnenvariationen
Jan Wagner

Joachim Bernauer liest Jan Wagner
von links nach rechts: Joachim Bernauer, Foto: © Goethe-Institut Italien / Joachim Bernauer; Buchcover, © Giulio Einaudi Editore

Dieser #Lesetipp ist von Joachim Bernuer
Leiter der Goethe-Institute in Italien

Hanser Verlag | Italienische Übersetzung von Federico Italiano. Verlag in Italien: Giulio Einaudi editore 2019, auch als eBook erhältlich.
Ausgezeichnet mit dem Georg-Büchner-Preis in 2017

Dieses Buch eignet sich trotz des handlichen Formats nicht als Atemschutz. Vielmehr ermöglicht es eine poetische Atmung, die wir in diesen Zeiten vielleicht mehr denn je nötig haben, da sich unsere alltägliche Lektüre derzeit notgedrungen auf Zahlen und Fakten konzentriert. Für den einfach Zugriff auf mehr Poesie in Zeiten von Covid-19 ist diese zweisprachige Ausgabe als eBook erhältlich.

Es ist immer wieder ein Wunder, wie es diesem Lyriker gelingt, Bilder zu schaffen, die in einem Halbvers Stimmungen heraufbeschwören, bis längst Vergessenes oder nie Gesehenes vor Augen steht (das verspricht zurecht der deutsche Klappentext). Es handelt sich um wunderbar poetische und kluge Texte, die von Federico Italiano kongenial ins Italienische übertragen wurden.

Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Autor Jan Wagner ist auch mit Italien vertraut. 2011 lebte er viele Monate in Rom als Stipendiat der Villa Massimo. So geht es in diesem Gedichtband u.a. auch um Canaletto, sizilianische Esel, Glücksbringer und Giovanni Gnocchi.

Eines meiner Lieblingsgedichte ist das Titelgedicht über die Regentonne:

bleib, sprach das dunkel, | und dein gesicht löst sich auf | wie ein stück zucker.

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