Konzerte
Le Strade del Suono

Musikfestival

Genua, Altstadt

Le Strade del Suono (Die Wege des Klanges) ist das einzige Festival in Genua, das vollkommen der zeitgenössischen Musik gewidmet ist. Mit einem Ensemble in Residence wird die diesjährige dritte Edition, das unter dem thematischen Schwerpunkt “Biographien” steht, mit dem Projekt Ludwig Van eröffnet. Es ist Beethoven zum Anlass seines 250. Geburtstages in diesem Jahr gewidmet.
 
Das Programm nimmt zwei Werken auf, die denselben Titel tragen. Mauricio Kagel stellte sich vor 50 Jahren einen Film und eine Partitur für eine variable Anzahl von ausführenden Musikern vor. Dabei orientierte er sich an dem von ihm selbst vertretenden Motto, dass die Musik der Vergangenheit immer auch in der Art der Musik der Gegenwart gespielt werden solle.  Nur so könne sie sich aktuellen und dringenden Fragen stellen. 
 
Der Film stellt eine legendäre Überlegung zur Konsumgesellschaft dar, die Beethoven in den 60er Jahren zur Wiedergeburt bringt, auf der Suche nach seinem wahren Antlitz, nachdem seine Werke in der Vermarktung ihren eigentlichen Charakter verloren hatten. 
Beethovens subversive Kraft hatte sich in der Konzertpraxis zu einem üblichen institutionellen Vorgehen abgeflacht, in der man sich im Wesentlichen an ein Publikum von Senioren wendete und sein gefürchteter Blick war in eins von vielen Brands der kapitalistischen Musikbranche verwandelt worden.
Das gleichnamige Musikstück stellt einen Versuch dar, die ursprüngliche Kraft der Beethovenschen Geste wieder zu finden. Dafür werden unterschiedliche Fragmente aus verschiedenen Kompositionen übereinandergelegt, wodurch absichtlich eine Störung der Hörgewohnheiten der Zuhörer verfolgt wird.

Die zwei Werke von Kagel werden von einer neuen Arbeit begleitet, die auf einer Idee von Matteo Manzitti gründet und von Stefano Guarnieri weiterentwickelt wurde. Es handelt sich um Eleonore IV, die eine Reflexion zur Freiheit darstellt. Die Figur von Leonore in Fidelio steht für die erste wahre Heldin der romantischen Oper. Sie kämpft gegen die ungerechtfertigte Inhaftierung ihres Mannes, wobei es sich um eine regelrechte Petition der Justiz handelt. Im Zuge von Eleonore IV wird ein Schreib-Workshop zu dem Libretto der Oper Fidelio mit einigen Inhaftierten des Gefängnisses von Marassi durchgeführt. Das Ziel is es, einen neuen Text zu schaffen, der in der abschließenden Performance gesungen oder rezitiert werden wird.


Programm
 
25. September 2020

Giardini Luzzati, 21.00 Uhr, Piazza Giardini Luzzati 1

28. November 2020
Teatro dell’Arca, 20.30 Uhr, Gefängnis Marassi, Via Clavarezza 16/25
Performance mit Beteiligung der Inhaftierten

CHRISTOPHER BRANDT, Quasi
SIMONE OLIVARI, Watson und Crick versus Kardec
STEFANO GUARNIERI, Leonore IV
MAURICIO KAGEL, Ludwig Van
 



Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Genua und den Giardini Luzzati und in Koproduktion mit dem Kulturverein Teatro Necessario.
 

 
 

Details

Genua, Altstadt

+39 010 574501
info-genua@goethe.de