Scherbenpark

Scherbenpark © Eyeworks Film

Spielfilm, Deutschland 2011/ 2012 - 91 min.
Regie: Bettina Blümner
Darsteller: Jasna Fritzi Bauer (Sascha), Ulrich Noethen (Volker Trebur), Max Hegewald (Felix), Vladimir Burlakov, Jana Lissovskaia
Zielgruppe: Scuola Media / Scuola Superiore

Im Scherbenpark – das ist die scherbenbedeckte Mitte einer recht deprimierenden, hässlichen Hochhaussiedlung irgendwo am Rande einer deutschen Großstadt – bläst der Wind rauer als anderswo, und wenn’s regnet dringt die Nässe auch schneller als anderswo durch bis auf die Haut. Sensibilität gilt als schräge Macke, und nur wer eine große Klappe hat, kommt halbwegs durch. Sascha hat zwar eine große Klappe, sie ist furchtlos und außerdem verdammt schlau, aber sie kämpft auch mit einem massiven Trauma, denn ihre Mutter ist ermordet worden. Sascha weiß genau, wer der Schuldige ist, blieb es ihr doch nicht erspart, mit eigenen Augen anzusehen, wie ihr Stiefvater Vadim die Pistole auf die Mutter richtete und das Magazin leer schoss. Dass er im Gefängnis sitzt, kann Sascha nicht trösten. Als sie eines Tages in der Lokalzeitung einen Artikel liest, der ihren Stiefvater als geläuterten, reumütigen Sünder darstellt, platzt ihr der Kragen. Der Chefredakteur des Blatts Volker Trebur bekommt Saschas geballte Wut zu spüren. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass ihm die Sache ehrlich Leid tut. Er bietet Sascha an, dass sie ihn jederzeit anrufen kann, wenn sie nicht mehr weiter weiß. In Saschas Leben gibt es diese Momente, nicht mehr weiter zu wissen, eigentlich täglich. Sie nimmt also Trebur beim Wort und landet Hals über Kopf in einem komplett gegensätzlichen Milieu. In der bildungsbürgerlichen Welt des Redakteurs gelten völlig andere Regeln als im Scherbenpark und Sascha könnte sich problemlos in diesem komfortablen Fluchtnest einrichten, aber Flucht ist nun gar nicht Saschas Ding. Irgendwann entscheidet Sascha, dass sie ihr Leben nicht als Spagat gestalten kann, sondern dass sie auf das, was ihr Leben vielleicht einmal sein wird, nur eigenständig zusteuern kann, und sei es über Umwege - doch wie sagt man so schön: Umwege erhöhen die Ortskenntnis.
(auf Basis des GI-Filmkatalogtextes von Ralph Eue)
  


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