Filmreihe Dreissig Jahre ohne Mauer

WINTER ADE, von Helke Misselwitz © DEFA-Stiftung / Michael Loewenberg © DEFA-Stiftung / Michael Loewenberg

Mittwochs 6.11., 20.11. + 4. 12. 2019, jeweils 21.15 Uhr

Cinema Cappuccini

Piazza dei Cappuccini 1
Genua

Drei DDR-Dokumentarfilme

Die drei Dokumentarfilme aus den Jahren 1988 bis 1990 sind alle Werke von Regisseuren, die in der DDR geboren und aufgewachsen sind und deren dortige bedeutende filmische Arbeit sowohl von wichtigen Auszeichnungen als auch von harten Konflikten mit den Institutionen gekennzeichnet war. 30 Jahre nach dem Mauerfall sind ihre Filme ein einzigartiges Zeugnis des Klimas in der DDR kurz vor dem Mauerfall, während des Zusammenbruchs und zu Beginn einer ersten Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Die Filmreihe wird von Federico Rossin und Alessandro Del Re kuratiert und in den italienischen Kinosälen von Reading Bloom vertrieben.

Das in Genua vom Cinema Cappuccini präsentierte Projekt wird vom Goethe-Institut Italien, Cinemazero und Le Voci dell'Inchiesta unterstützt und ist Teil des Projekts Doc Friendly, das sich der Verbreitung des Dokumentarfilms im Kino widmet. Die Filme entstammen den Archiven der Deutschen Kinemathek und der DEFA.

 
6.11. Verriegelte Zeit
Regie: Sybille Schönemann
DDR/BRD 1990/1991, S/W, 94 Min.

Als Gast im Saal Anthea Danter, Urban Designer und Forscherin - 1989 in Westdeutschland geboren und mit der Familie nach Stralsund versetzt, eine der neuen Regionen der ehemaligen DDR. Sie befasst sich mit seitdem mit Städten im Umbruch, auf der Suche nach einer neuen Identität.  

Die DEFA-Regisseurin Sibylle Schönemann wird 1984 von der Stasi verhaftet und verurteilt, nachdem sie zuvor einen Ausreiseantrag gestellt hatte. Ein Jahr später wird sie über die Grenze in die Bundesrepublik abgeschoben. In diesem autobiographischen Dokumentarfilm reist die Filmemacherin nach dem Mauerfall ihrer Vergangenheit hinterher und sucht nach Antworten auf zahllose Fragen. Tragisch und komisch zugleich sind ihre Begegnungen mit den damaligen Gefängniswärtern, Richtern und Stasi-Beamten, die heute jede Schuld von sich weisen wollen.
[aus: filmportal.de]

 
20.11. Die Mauer
Regie: Jürgen Böttcher, DDR 1990, Farbe, 96 Min.

Als Gast im Saal Ferdinando Fasce – Professor für amerikanische und zeitgenössische Geschichte an den Universitäten Genua und Bologna.

Der Künstler Jürgen Böttcher, zu DDR-Zeiten als der Maler „Strawalde“ bekannt, drehte 1989/1990 seine persönlichen Impressionen von den letzten Tagen der Berliner Mauer. Er zeigt geschichtsträchtige Schauplätze wie den Potsdamer Platz, den Reichstag und das Brandenburger Tor, aber auch stillgelegte unterirdische Bahnhöfe. Die Mauer nutzt er im Moment ihrer Zerstörung als Projektionsfläche für historische Filmzitate, vom Kaiserreich über die NS-Diktatur bis zur Zeit der deutschen Teilung.
[aus: filmportal.de]
Der Film wurde 1991 mit dem paneuropäischen Filmpreis Felix der Europäischen Filmakademie (EFA) als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
  
 
4.12. Winter adé
Regie: Helke Misselwitz
DDR 1988, S/W, 112 Min.

Als Gast im Saal Alessandro Del Re, einer der beiden Kuratoren der Filmreihe.

Ein Jahr vor dem Mauerfall reist die Dokumentarfilmerin per Bahn von Süd nach Nord durch die DDR, um zu erfahren, „wie andere gelebt haben und wie sie leben möchten“. Auf ihrem Weg trifft sie unterschiedlichste Frauen, die jeweils auf ihre eigene Weise, teils freiwillig, teils der Not gehorchend, versuchen, ihre persönliche Freiheit zu finden und von ihren Sorgen und Hoffnungen erzählen.
Im Herbst 1988 wurde der Film bei dem prestigeträchtigen Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilme ausgezeichnet. 

 

 

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