Begegnung, Jazz-Konzert, Theateraufführung Galassia Luther

Galassia Luther © Goethe-Institut Italien

Donnerstag, den 19. Oktober 2017 ab 18:30 Uhr

Conservatorio di Musica Santa Cecilia

Sala Accademica
Via dei Greci, 18
Rom

500 Jahre Reformation: Philosophie, Jazz und Theater

Zum Abschluss des Reformationsjahres 2017 widmen wir dem deutschen Reformator Martin Luther einen ganzen Abend, von 18:30 bis 22:00 Uhr: Zu Beginn die Worte des Philosophen Giacomo Marramao über Europas Zukunft, gefolgt von Pier Paolo Pasolinis „Lutherbriefen“ in einem Jazzkonzert von Paolo Damiani und abschließend ein Theaterstück zu den verschiedenen Facetten des berühmten Initiators der Reformation.

Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg an und markierte damit den Beginn einer Revolution der Kirche, aber auch der Gesellschaft, des Lebens und der Gegenwart.

Im Rahmen des Projekts Gegenwarten reformieren widmet das Goethe-Institut Rom diesem geschichtsträchtigen Ereignis einen Abend im Zeichen der Philosophie, des Theaters und der Musik.
 
Zum Gedenken an den Revolutionär Martin Luther hat das Goethe-Institut ein umfassendes Projekt ins Leben gerufen: Über ein Jahr lang sind wir der Frage nachgegangen: „Was gibt es heute zu reformieren?“. Vorwiegend in den verschiedenen Social Media haben Fachleute, bekannte Persönlichkeiten, Studenten und Jugendliche zum Thema „Gegenwarten reformieren“ Stellung genommen und uns ihre persönlichen Vorstellungen von Zukunft, Wandel und Veränderung nähergebracht.
Gabriele Kreuter-Lenz, Länderleiterin des Goethe-Instituts Italien

Programm

18:30 Uhr | Grußworte der Institutionen
Einführung: Gabriele Kreuter-Lenz, Länderleiterin des Goethe-Instituts Italien

 
es folgt: Lectio magistralis von Prof. Giacomo Marramao

Saeculum: Das ERBE DER REFORMATION UND DIE ZUKUNFT Europas

Giacomo Marramao ist Professor für Philosophie an der Universität Rom III sowie Gastprofessor an verschiedenen europäischen, amerikanischen und asiatischen Universitäten und Mitglied des Collège Internationale de Philosophie in Paris. Zu seinen in die deutsche Sprache übersetzten Büchern zählen: Macht und Säkularisierung (Verlag Neue Kritik 1989), Minima temporalia. Zeit, Raum, Erfahrung, (Passagen Verlag 1992), Die Säkularisierung der westlichen Welt (Insel Verlag 1996).
 
19:30 Uhr | Pause
 
20:00 Uhr | Jazz

Silenzi Luterani (Luthers schweigen)

Musik: Paolo Damiani – Texte: Pier Paolo Pasolini und Martin Luther

Paolo Damiani
| Kontrabass, Musik, Arrangements
Daniele Tittarelli | Saxofon, Gastsolist
Daniela Troilo | Gesang, Arrangements
Marta Alquati | Gesang
Daphne Nisi | Gesang
Laura Sciocchetti | Gesang
Erica Scherl | Violine
Lewis Saccocci | Klavier
Francesco Merenda | Schlagzeug
 
Silenzi Luterani – Partitur von Paolo Damiani © Paolo Damiani Der Titel meiner Komposition verweist auf Pier Paolo Pasolinis 1975 entstandene und von der Tageszeitung Corriere della Sera wenige Monate vor seinem tragischen Ende veröffentlichte Lettere Luterane (Lutherbriefe). In diesen Schriften prangerte der friulanische Autor den anthropologischen Wandel der Gesellschaft im von Korruption und Konformismus unterminierten christdemokratischen Italien an. Wie einst Luther litt auch Pasolini unter den Übeln seiner Zeit: Dem omnipräsenten und pädagogisch disputablen Fernsehen, den rechtswidrigen Geschäften der Machthaber, dem Konformismus der jungen Generation.
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21:00 | Theater

Non un’opera buona (kein gutes werk)

Ensemble Il ServoMuto

Produkion: Il ServoMuto/Teatro, Gewinner der V Ausgabe des Festivals Teatri del Sacro
Projeakt und Regie: Mario Scandale
Dramaturgie Michele Segreto
Mit Emmanuele Aita, Luisa Borini, Gabriele Genovese, Roberto Marinelli
Organisation Iride Albano, mit Unterstützung von Federgat, unter der Schirmherrschaft von Accademia Nazionale d’Arte Drammatica

In diesem Leben werden wir nie rein genug sein,
um ein gutes Werk zu vollbringen
ohne dabei gleichzeitig zu sündigen.

(Martin Lutero)
 
Non un’opera buona – Compagnia Il ServoMuto © Silvia Varrani Fünfhundert Jahre nach dem Anschlag der 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg herrscht noch immer keine einheitliche Meinung über den Menschen Martin Luther: Ein Heiliger und zugleich ein Teufel, ein Diener Gottes und zugleich ein Sünder, ein Häretiker und zugleich ein Weiser, ein Ordensbruder mit unerschütterlichen Prinzipien und zugleich ein Individuum ohne Selbstkontrolle. Wie kann eine einzelne Person all diese unterschiedlichen Wesenszüge in sich vereinen? Und was lehrt uns die Lebensgeschichte Martin Luthers noch heute hinsichtlich der Fehlbarkeit, der Inkohärenz und der Schwäche des Menschen?
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Ein Projekt des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Konservatorium Santa Cecilia.

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