Diskussion auf dem grünen Sofa Welche Philosophie welcher Linken?

Auf dem grünen Sofa: 1968–2018 © Goethe-Institut Rom / Grafik: Eleonora Salerno

Mittwoch, den 7. März 2018 um 18 Uhr

Konferenzsaal des Goethe-Instituts Rom

Via Savoia, 15
00198 Rom

Die Utopie leben: 1968–2018

Axel Honneth und Paolo Flores d’Arcais
Es moderiert Stefano Petrucciani

Fünfzig Jahre nach 1968 kommen wir nicht umhin, die ideellen und intellektuellen Grundlagen zu überdenken, in denen die 68er-Bewegung ihren Ursprung hatte. Um neue und alternative Zukunftsperspektiven zu entwickeln, bedarf es einer radikalen Abrechnung mit jenen kommunistischen Ideologien, deren Scheitern mit dem Fall der Berliner Mauer endgültig besiegelt wurde. Dieses Scheitern wurde nie hinreichend in Betracht gezogen, weder vom Neo-Kommunismus à la Alain Badiou oder Slavoj Zizek, noch von den Vertretern des Reformismus, deren einzige Schlussfolgerung darin bestand, die Möglichkeit eines neuen Gesellschaftsmodells schlichtweg zu negieren.

Auf dem Grünen Sofa nehmen zwei Philosophen Platz, die, trotz unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung, beide bereits lange vor 1989 aus einer „linken” Perspektive heraus den „realen Sozialismus“ kritisiert und teils voneinander abweichende, teils übereinstimmende Ansätze für einen Ausweg aus der Krise entwickelt hatten.
 
Paolo Flores D’Arcais Paolo Flores D’Arcais | Foto: © Privat Paolo Flores D’Arcais
Philosoph und Herausgeber der Zeitschrift MicroMega. Sein philosophisches Wirken stand stets im Zeichen des journalistischen und sozialen Engagements: Er gehörte zu den Anführern der Studentenbewegung der Achtundsechziger, 1977 eröffnete er die Biennale in Venedig mit einer Konferenz zum Thema „Dissens“, 2002 rief er gemeinsam mit Nanni Moretti und Pancho Pardi die Bürgerbewegung der „Girotondi” („Ringelreihen”) ins Leben und am 14. September desselben Jahres organisierte er eine Kundgebung auf der Piazza San Giovanni Rom, an der eine Million Menschen teilnahmen.
 
Zu seinen Veröffentlichungen zählen u a.: Etica senza fede (1992), L’individuo libertario (1999), Il sovrano e il dissidente (Die Demokratie beim Wort nehmen. Der Souverän und der Dissident, 2004), Dio esiste? (Gibt es Gott? Wahrheit, Glaube, Atheismus, 2005, ein Streitgespräch mit Joseph Ratzinger), Hannah Arendt (2006), Atei o credenti? (2007, ein Streitgespräch mit Michel Onfray und Gianni Vattimo), La democrazia ha bisogno di Dio? Falso! (2013) und La guerra del Sacro (2016).

Axel Honneth Axel Honneth | Foto: © Privat Axel Honneth
Professor für Humanities an der Columbia University in New York und seit 2001 Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt a. M. Von 1996 bis 2017 lehrte er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt als Professor für Sozialphilosophie.
 
Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen: Die Idee des Sozialismus. Versuch einer Aktualisierung (Berlin, Suhrkamp, 2015); Das Recht der Freiheit. Grundriß einer demokratischen Sittlichkeit (Berlin, Suhrkamp, 2011); Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch–philosophische Kontroverse (zusammen mit Nancy Fraser; Frankfurt a. M., Suhrkamp, 2003); Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte (Frankfurt a. M., Suhrkamp, 2002).

Stefano Petrucciani Stefano Petrucciani | Foto: © Privat Stefano Petrucciani
Ordentlicher Professor für Politische Philosphie an der römischen Universität „Sapienza“ und Vorsitzender der Italienischen Gesellschaft für Politische Philosophie.
Er ist Herausgeber zahlreicher italienischer Ausgaben der Schriften Adornos, darunter Contro l’antisemitismo (Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute), Il concetto di filosofia (Zur Konzeption der Philosophie), Interpretazione dell’Odissea (Interpretation der Odyssee), Dialettica negativa (Vorlesung über Negative Dialektik) und Metafisica. Concetto e problemi (Metaphysik. Begriff und Probleme).

Zu seinen Veröffentlichungen zählen u. a. Introduzione a Habermas (Laterza, Rom-Bari 2000), Modelli di filosofia politica (Einaudi, Turin 2003), Introduzione a Adorno (Laterza, Rom-Bari 2007, Einführung in das Denken Theodor W. Adornos, Campus-Verlag, Frankfurt a. M. – New York, 1988), Marx (Carocci, Rom 2009), Democrazia (Einaudi, Turin 2014) sowie A lezione da Adorno (Manifestolibri, Rom 2017).

In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Philosophie der Universität Rom Sapienza.

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