Film Wir sind jung, wir sind stark

WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK, von Burhan Qurbani © ZDF / UFA Fiction, Foto: Yoshi Heimrath © ZDF / UFA Fiction, Foto: Yoshi Heimrath

Mo, 26.02.2018

Aosta - Cittadella dei Giovani

Via Garibaldi 7
Aosta

Regie: Burhan Qurbani, 2014, 128 Min.

Wir sind jung. Wir sind stark ist der erste Spielfilm über eines der tragischsten Ereignisse der jüngsten deutschen Geschichte: der Angriff auf eine Unterkunft für Asylbewerber und ausländische Arbeiter in Rostock 1992. Nur wenige Jahre zuvor hatten die Medien weltweit Bilder aus Deutschland gesendet, wo der Mauerfall und die Widervereinigung gefeiert wurden. Dieselben Fernsehsender strahlten nun aus Rostock, teilweise in Direktübertragung, Bilder aus einem Land aus, in dem Flüchtlingsunterkünfte von Jugendlichen angegriffen wurden, angestachelt von der applaudierenden Menge und in Abwesenheit der Polizei. Bilder und Nachrichten, die die öffentliche Meinung in Deutschland und der ganzen Welt bestürzten. Buhran Qurbani, als Sohn afghanischer Flüchtlinge in Deutschland geboren, war damals elf Jahre alt. Sein Film konzentriert sich auf den dramatischsten jener fünf Tage voller Gewalt, die sich in Rostock abspielten. Die Ereignisse aus genau 24 Stunden werden abwechselnd aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: eine Gruppe von Jugendlichen, die sich an dem Angriff beteiligen; eine vietnamesische Familie, die in dem Haus wohnt, das den Flammen zum Opfer fällt; einige Politiker, die uneinig und machtlos die wachsende Gewalt beobachten. Der Film, einstimmig von der Kritik gelobt, schafft es, nicht nur die komplexen und schrecklichen Ereignisse jener Tage zu erzählen, sondern vor allem das soziale Klima zu vermitteln, das in jenem entscheidenden Moment der deutschen Geschichte herrschte.

Wir sind jung, wir sind stark | Filmkritik

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