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Koproduktion mit Rimini Protokoll
Konferenz der Abwesenden

Konferenz der Abwesenden
Konferenz der Abwesenden | Foto (Zuschnitt): © Sebastian Hoppe

Am 1. Juni findet am Staatsschauspiel Dresden die Premiere der Performance „Konferenz der Abwesenden“ der Künstlergruppe Rimini Protokoll statt. Keiner der internationalen Konferenzgäste muss dafür anreisen, dennoch ist jeder physisch anwesend. Der Koproduktionspartner Goethe-Institut ermöglicht „nichtreisende Gastspiele“ dieser außergewöhnlich umweltfreundlichen Performance in den sechs europäischen Hauptstädten Brüssel, Lissabon, Luxemburg, Madrid, Paris und Rom sowie auf der Architekturbiennale in Venedig.

Von Joachim Bernauer

Die Konferenz der Abwesenden von Rimini Protokoll ist ein Stück, zu dem niemand anreist. Eine Aufführung, zu der die geladenen Expert*innen nicht physisch auftreten, sondern von Menschen vor Ort vertreten werden, die ihr Skript erst zu Beginn ihres Vortrags erhalten. In der Konferenz der Abwesenden beobachtet das Publikum Menschen aus der eigenen Stadt dabei, wie sie die Identität eines abwesenden Konferenzgastes übernehmen. 
 
Konferenz der Abwesenden Konferenz der Abwesenden | Foto: © Sebastian Hoppe Eine Performance über globale Zusammenarbeit in einer globalen Krise. Aber sie findet lokal statt – im Namen der Welt, ohne CO2-produzierende Reisen für die Anreise der Podiumsgäste, ohne flache Bildschirme, als performative Telepräsenz. Sie ist offline, mithilfe des Theaters werden die Beiträge und widersprechenden Thesen zu den Folgen von Globalisierung in den Theaterraum vermittelt – und darin ausgetragen. Eine lokale Krisensitzung in Form eines Stücks, das auf immer einzigartige Weise statt­findet – jeweils genau jetzt.
 
Im Zentrum des gemeinsamen Spiels stehen Menschen, die zu Träger*innen von Ideen werden und sich sowohl Biografien von Expert*innen als auch deren Gedanken spielerisch aneignen. So wird die Abwesenheit zu einem Mehrwert, weil sie Raum schafft für neue Einschreibungen und ungeahnte Perspektiven. Ghostwriter und Redenschreiber*innen, Ko-Autor*innen und Regisseur*innen zugleich, machen Rimini Protokoll in der Konferenz der Abwesenden die dokumentarische Ko-Autorenschaft zu einer Inszenierung auf Distanz, die überall auf der Welt stattfinden kann, auch wenn internationale Reisen pandemiebedingt verboten sind oder der Umwelt zuliebe vermieden werden. 

Eine Tournee ohne reisendes Ensembles oder anreisende Podiumsgäste

Im Anschluss an die Premiere kommt das Stück erst bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen und dann in Kooperation mit dem Goethe-Institut am Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt zur Aufführung. Im Herbst beginnt die Europa-Tournee mit dem Goethe-Institut. Die Performance wird in den Naves del Español en Matadero in Madrid, am Théâtre National du Luxembourg und beim Romaeuropa Festival in Rom zu sehen sein, sie ist im Deutschen Pavillon der Architekturbiennale in Venedig zu Gast und zieht dann weiter ans Kaaitheater Brüssel, zum Teatro do Bairro Alto in Lissabon und ans Centre Pompidou in Paris.
 
In Venedig ist die Konferenz der Abwesenden im Kontext der Projektreihe Performing Architecture zu Gast im Deutschen Pavillon der Internationa­len Architekturausstellung der Biennale, der unter dem Thema 2038 steht. Mit Performing Architecture blickt das Goethe-Institut seit 2014 auf die performative Dimension von Architektur, auf ihre Schnitt- und Nahtstellen mit Choreographie und darstel­lender Kunst, um experimentelle und hybride Formate zu präsentieren.
 
Zusätzlich zu den Aufführungen veranstalten das Goethe-Institut und seine Partner in Lissabon, Luxemburg und Rom mit Rimini Protokoll eine Reihe von Akademien, in denen die für das Stück entwickelte Technik der performativen Telepräsenz an andere Akteure aus Theater und Zivilgesellschaft weitergegeben wird.
 
Auf seinen internationalen Webseiten wird das Goethe-Institut die lokalen Spuren der „nichtreisenden Gastspiele“ der Konferenz der Abwesenden dokumentieren. Neben Bildern und Kurzvideos der Aufführungen werden hier Interviews mit lokalen Veranstaltern zusammengestellt. In jeder Stadt wird ein*e Blogger*in eingeladen, von der Konferenz und den Wirkungen der performativen Telepräsenz zu berichten.
 
Am Ende der Gastspiele plant Rimini-Protokoll einen Film, der die Konferenz der Abwesenden mit den Beiträgen der lokalen Akteure aus ganz Europa noch einmal neu ins Bild setzt.
 

Die Konferenz der Abwesenden ist eine Produktion von Rimini Protokoll.
 
Konzept / Text / Regie: Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel 
Bühne / Video- und Lichtdesign: Marc Jungreithmeier
Musik: Daniel Dorsch
Recherche / Dramaturgie: Imanuel Schipper, Lüder Pit Wilcke
mit der Stimme von: Nadja Stübiger
und den Soufflierstimmen von: Henriette Hölzel, David Kosel, Hans-Werner Leupelt und Karina Plachetka
Mitarbeit politisch-kulturelle Bildung: Dr. Werner Friedrichs
Produktionsleitung: Epona Hamdan
Dramaturgie Assistenz: Sebastian Klauke
Regieassistenz: Lisa Homburger und Maximilian Pellert
Bühnenbildassistenz: Maksim Chernykh
Produktionsmitarbeit: Federico Schwindt
 
Eine Produktion von: Rimini Apparat 
In Koproduktion mit: Staatsschauspiel Dresden, Ruhrfestspiele Recklinghausen, HAU Hebbel am Ufer (Berlin) und dem Goethe-Institut.
 
Die Konzeption wurde gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

Kooperationspartner der nichtreisenden Gastspiele und Akademien in Südwest-Europa: Centre Pompidou Paris, Kaaitheater (Brüssel), Matadero Madrid, Romaeuropa Festival (Rom), Teatro do Bairro Alto (Lissabon), Théâtre National du Luxembourg, sowie Master PACS - Performing Arts and Community Spaces (Rom). Performing Architecture ist eine Programmreihe des Goethe-Instituts anlässlich der 17. Internationalen Architekturausstellung – La Biennale di Venezia, in Kooperation mit dem Deutschen Pavillon und dem Künstlerhaus Mousonturm.

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