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Digital Literacy
Digital Stories - ein Denkanstoß zum Thema Kinderbücher und neue Technologien

Literacy und Digital
© Getty Images / milanvirijevic

Kinder teilen die gleiche Medienwelt, in der auch wir Erwachsenen uns bewegen. Es ist eine Welt aus Bildern, Tönen, Buchstaben und Wörtern, innerhalb derer wir alle Fähigkeiten zur Entschlüsselung  benötigen, um die Realität zu verstehen und vollständig zu erleben.

Von Cartastraccia

Im Bildungsbereich sprechen wir viel über Digitales und Kindheit, über Technologien und Bildschirme, oft mit Alarm und einer gewissen Sorge. Ein anderes Mal aber stürzen wir uns mit Begeisterung in die neuen Technologien und hoffen, auf diese Weise automatisch den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Beide Haltungen zeigen eine Zerbrechlichkeit des Blickwickels der Erwachsenen: wäre es nicht besser, zuzuhören, zu beobachten und Momente des Experimentierens und der Zusammenarbeit zwischen Mediatoren und Familien und vor allen Dingen zwischen Erwachsenen und einer Kindheit sich vorzustellen, also zwischen unserer Gegenwart und jener „Zukunft, die wir nicht mehr sehen“ – nämlich die der Kinder?
 
Im Herbst/Winter 2020/2021 fand das Fortbildungsprogramm Digitale Stories. Bücher und Erzählungen in Zeiten der Apps unter der Leitung von Cartastraccia statt. Ursprünglich waren die Treffen für Frühjahr 2020 physisch geplant, aber mit Ausbruch der Corona-Pandemie wurden sie in den virtuellen Raum verlegt, was jedoch durchaus auch den Vorteil hatte, einen größeren Teilnehmerkreis erreichen zu könnten. Bei einigen virtuellen Terminen überstiegen die Anfragen jedliche Erwartungen. Für Interessierte vereint dieser Artikel eine Rückschau auf die Termine und die entsprechenden Videoaufzeichnungen.

Eine gemeinsame Medienlandschaft

Versuchen wir, Kinder genau zu beobachten, schauen wir uns ihre Medienpraktiken an, ihr Spielen und Lesen, ausgehend von der Tatsache, dass die Kindheit dieselbe Medienwelt teilt, in der wir Erwachsenen uns bewegen, eine Welt aus Bildern (manchmal synthetisch, fotografisch oder redundant, gewalttätig oder märchenhaft), Klängen, Buchstaben und Wörtern. Stellen wir uns ein Kind vor, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist: Es wird Bildschirme sehen, die unaufhörlich Informationen und Werbebotschaften liefern, es wird viele Menschen beobachten, die in ihre Telefone vertieft sind, manche schauen sich ein Video an, manche machen ein Foto, manche spielen, manche hören Musik. In diesem Kontext wird es auch nach dem Werkzeug suchen, das seine Bedürfnisse nach Spiel, Unterhaltung, Neugierde, Information erfüllt.
 

Ermutigung zum kreativen Einsatz der uns zur Verfügung stehenden Werkzeuge

Wenn wir über neue Technologien sprechen, ist es sinnvoll, sich daran zu erinnern, dass auch das Falten eines Blattes Papier in mehrere Teile vor dem Ausschneiden eine Technik ist, mit der man ein Ergebnis erzielen kann. Techniken und Technologien sind also Hilfsmittel, mit denen wir uns auf die Realität beziehen: ein Universum, das Disziplinen und Künste wie Fotografie, Musik, Design, Lesen einschließt und mit ihnen in einen Dialog tritt. Nehmen wir ein einfaches Smartphone, dass immer in Reichweite der Eltern ist, auch in Reichweite sehr kleiner Kinder. Es gibt keinen Mangel an kreativen Verwendungsmöglichkeiten, wie die Vorschläge von Daniela Bassi in dem Workshop zeigten, den sie ausgehend von dem Buch No app (herausgegeben von Lapis edizioni), hielt.
 

TECHNOLOGIE UND ZAUBER

Wenn wir uns vorstellen, dass man mit einem Smartphone Wunder bewirken kann, indem man einfach die Taschenlampenfunktion auf einem perforierten Blatt Papier benutzt, oder dass ein sich öffnendes Papierfenster Staunen hervorruft, dann sehen wir, wie Technik immer noch als magisches Universum verstanden werden kann. Ein Treffen mit dem Künstler und Architekten Mauro Bellei, der seine Bücher und deren Mechanismen vorstellte, war der Fähigkeit von Werkzeugen gewidmet, immer noch ein Mittel zum Staunen und Wundern zu sein. 

BILDERBÜCHER UND BILDERBUCH-APPS

 

Beim Spielen mit dem Smartphone entdeckten wir auch, dass sie uns viel über Papier und Bücher zu sagen haben. Wir können mit ihnen Fotos machen und dann, indem wir sie auf ein Blatt Papier legen, das fotografische Bild mit der Zeichnung und der Collage interagieren lassen, oder wir können Fotos von den Bildern in den Büchern machen, oder wir können die Geschwindigkeit der digitalen Technologie nutzen, um Ratschläge auszutauschen, Cover oder Details von illustrierten Büchern  verschicken, die zu finden sind, kurz gesagt, wir können das Lesen fördern sowie Notizen vergleichen und beurteilen. Um Verbindungen anzuregen und die Vorstellungskraft zu aktivieren, widmeten wir durch eine historische Rekonstruktion und einen internationalen Überblick einen Termin dem weiten Feld der Fotografie in Kinderbüchern.
Zwei spezielle Termine waren der Verbindung zwischen Digitalem und Lesen gewidmet, einer mit dem Verein Cartastraccia und ein Treffen mit Caterina Ramonda, um hochwertige Apps vorzuschlagen und auszuwählen.
 

Schließlich endete der Zyklus der virtuellen Treffen mit einem runden Tisch, dem ersten Schritt in einen neuen Dialog, der an dieser Stelle fortgesetzt wird.
 

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