Lesung Reisen in eine unruhige Welt

Navid Kermani auf der Frankfurter Buchmesse 2015 Foto: Navid Kermani alla Fiera del libro di Francforte 2015 - Lesekreis

15. November 2019, 19.30 Uhr

Goethe-Institut Mailand

Centro Culturale Tedesco
Via San Paolo 10
20121 Mailand

Mit Navid Kermani auf Reisen

Martina Sacchi und Sandro Orlando sprechen über Navid Kermanis Werk. Der Abend ist vom Goethe-Institut Mailand und Keller Editore im Rahmen von BookCity Milano organisiert worden.

Martina Sacchi und der Journalist Sandro Orlando unterhalten sich über zwei Bücher von Navid Kermani, die in italienischer Übersetzung bei Keller Editore erschienen sind: Ausnahmezustand: Reisen in eine beunruhigte Welt  und Einbruch der Wirklichkeit und bewegen sich so zwischen dem östlichen Mittemeer und China.
Bei dieser Reise werden sie von Kermanis aufmerksamen Augen geführt. Durch sein einzigartiges Wissen, ermöglicht er dem Leser die Vielschichtigkeit der heutigen Zeit besser zu verstehen.

Elf Reisen die von Kairo, über den indischen Subkontinent, Pakistan. Afghanistan und das östliche Mittelmeer zwischen Syrien, Palästina und Israel führen, um dann nach Kairo zurückzukehren.
Er erzählt von der Schönheit der Natur, dem latenten Krieg und der Flucht von Ethnien in Kaschmir, von den Sufis in Pakistan oder von Indien, voller Gegensätze, mit seinem rasanten wirtschaftlichen Wachstum, der im krassen Gegensatz steht zu den Gerechtigkeitsansprüchen der Landlosen, und dem Wachsen der religiösen Intoleranz gegen die christlichen und muslimischen Minderheiten. Auch der Irak und das Teheran der Massenproteste 2009 fehlen nicht, bis hin zu Lampedusa.
Der akute Blick von Kermani, seine großes Wissen um die islamischen Welt und die westliche Kultur, den Mystizismus und den historischen Verbindungen zwischen den Völker und den Kulturen, aber auch die Qualität seines Schreibens, machen aus ihm einen der interessantesten wichtigsten Stimmen unserer Zeit.

Navid Kermani, geboren 1967, promovierter Islamwissenschaftler und Publizist, gilt als führender Iran-Experte in Deutschland und hat zwischen 1995 und 2000 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Entwicklung in Iran verfolgt. Für das Studienjahr 2000/2001 ist er an das Wissenschaftskolleg in Berlin berufen worden. 2010 wurde Navid Kermani mit der Buber-Rosenzweig-Medaille 2011 ausgezeichnet und 2011 erhielt er den Hannah-Arendt-Preis für seine lagerüberwindenden, religionswissenschaftlichen und politischen Analysen" Im Jahr 2012 wurde er für seine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Religionen sowie den von ihm betriebenen Dialog der Kulturen mit dem Kölner Kulturpreis ausgezeichnet, im Oktober erhielt er den Cicero Rednerpreis für herausragende rhetorische Leistungen. Im November desselben Jahres wurde ihm der Kleist-Preis verliehen. 2014 erhielt er den Joseph-Breitbach-Preis für sein Gesamtwerk, 2015 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.

Martina Sacchi, Anwältin und Blog-Redakteurin (Literaturblog: Viaggio nello Scriptorium), schreibt Kurzrezensionen auf Instagram mit dem Profil @_bookworm_atticus__.
"Ich unterrichte Legalität in den Schulen und beschäftige mich mit Rechtsberatung für Migranten, die in unser Land kommen. Ich reise, wandere, fotografiere, schreibe...".

Sandro Orlando, Journalist und Autor bei der Verlagsgruppe RCS. Nach 25-jähriger Karriere als Auslandskorrespondent und Reporter, arbeitet er heute für die Zeitschrift Style, eine Monatsausgabe der Zeitung Corriere della Sera, für die er über Reisen, Bücher und Kunst berichtet. Kürzlich ist er mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Vladivostok gereist, um vom 100-jährigen Jubiläum der Russischen Revolution zu berichten.
2016 wurden seine Reportagen aus Asmara, Grönland, den Färöer Inseln, Tahiti, Äthiopien und Myanmar in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht, wie D di Repubblica und Sette, wo er mitarbeitet. 2015 ist er für die Wochenzeitschrift L'Espresso den Spuren der langen Reise von Mao während des chinesischen Bürgerkrieges nachgegangen. 2014 ist er auf dem Landweg von Istanbul in die chinesische Provinz Xinjiang gereist, entlang der zentralasiatischen Handelsrouten. 2012 war er zwei Monate in China unterwegs, und ist die Wege gegangen, die Marco Polo in seinem Reisebericht beschreibt. 1990 hat er als Freelance in Berlin, Sarajevo und Moskau gearbeitet, bevor er nach Mailand gezogen ist. 2000 hat er die digitale Zeitschrift Nexplora gegründet und hat bei den Redaktionen von  Corriere Economia, Il Riformista und Il Mondo gearbeitet.

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