Hedjazbahn ©

Die Hedschasbahn

Die Hedschasbahn - Photoausstellung
Konzeption, Konstruktion & Konflikt
29. November 2018 – 15. Januar 2019
Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 18 Uhr (Dienstag geschlossen)
Königliches Automobilmuseum in Amman
 

Konzept, Konstruktion & Konflikt

Die Photoausstellung folgt der Hedschasbahn durch  Jordanien, von der Konzeption über den Bau bis hin zum Konflikt, mit seltenen Fotos aus mehreren jordanischen, europäischen und türkischen Archiven und Sammlungen. Sie erinnert den Betrachter an das gewaltige Projekt, das vor über 100 Jahren hier in der Gegend stattfand.

Die Hedschasbahn, die von vielen als die landeinwärts gerichtete Antwort auf den Suezkanal angesehen wird, verband Konstantinopel mit Medina und das untergehende Osmanische Reich mit seinen südlichsten Städten. Sie trug so zur sozialen, religiösen, finanziellen und strategischen Transformation der Region bei.

Die Bahn wurde unter der Beteiligung deutscher Ingenieure und mit Materialien und Equipment aus belgischen und europäischen Fabriken von Wehrpflichtigen und einheimischen Arbeitern unter erschreckenden Bedingungen gebaut. Durch die Verwandlung von ruhigen Außenposten in Militär-, Pilger- und Handelszentren schuf die Bahn Chance sowie Unruhen und Herausforderungen.

Konzept: Mit dem Bau der Bahn ab 1900 hoffte Sultan Abdul Hamid II., seinen Traum zu verwirklichen, das Osmanische Reich über 1000 km südlich mit Mekka im Hedschas zu verbinden und so die Pilgerfahrt zu kontrollieren sowie die arabischen Provinzen des Reiches vor der britischen Offensive zu schützen. 

Konstruktion: Der Bau wurde von dem deutschen Ingenieur Heinrich Meissner geleitet, der trotz scheinbar unüberwindbarer Hindernisse bis 1908 in Medina die Bahnbaumaßnahmen abschloss. Die Reisezeit für Pilger und Soldaten wurde in der Tat um über 30 Tage verkürzt. Die traditionellen Karawanenwege der lokalen Beduinen wurden durch Gleise und die neuen Dampflokomotiven ersetzt. Schließlich wurden über 50 Lokomotiven eingesetzt, sowohl deutsche als auch belgische. Wasser, um die Lokomotiven durch Dampferzeugung in Bewegung zu halten, war das wertvollste Gut in einer so dürren Region.

Die Eisenbahn brachte neues Leben mit sich. Über 7000 Arbeiter waren an ihrem Bau beteiligt. Reisende, Soldaten, Pilger und Händler nutzten sie. Kleine Städte florierten und wurden durch ihre Haltestellen zu wichtigen strategischen Punkten. Osmanische Militärlager bespickten die Landschaft, als die Erschütterungen des Ersten Weltkriegs 1914 mit dem arabischen Erwachen und der britischen Unterstützung näher rückten.

Konflikt: Sharif Hussein Bin Ali startete die große arabische Revolte gegen die Osmanen. Die Eisenbahn war das wichtigste strategische Ziel. Arabische Krieger zielten regelmäßig auf die Eisenbahn und ihre Züge, die mit osmanischen Soldaten und Militärgütern gefüllt waren.  Strategische Städte wie Ma'an wurden zum Schlachtfeld regionaler Kontrolle. Die Züge waren die Lebensader der Osmanen, die mit Hit- und Run-Taktiken angegriffen wurde. Dies führte zu groß angelegten Kämpfen und dem endgültigen Untergang des Reiches.  

Die Ausstellung wurde von dem Royal Heritage Directorate-Royal Hashemite Court, der belgische Botschaft in Jordanien und dem Goethe-Institut Jordanien entwickelt und in Zusammenarbeit mit ASEZA, der École Biblique et Archéologique Française de Jérusalem und dem Antiquitätenministerium realisiert. Die Europäischen Union und EUNIC Jordanien haben das Projekt finanziert.

Ein besonderer Dank gilt den folgenden Archiven und Privatsammlungen, die diese Ausstellung ermöglicht haben:

- Das Archiv der École Biblique et Archéologique Française de Jérusalem
- Die Privatsammlung von Cornelia König
- Das Maison de la Métallurgie et de l'Industrie de Liège (Haus der Medizin und der Industrie)
- Das Archiv des Deutschen Archäologischen Instituts Istanbul
- Die Sammlung des Verkehrshauses der Schweiz, Luzern
- Die Privatsammlung von Gyiath Ramadan
- Die Sammlung von Herrn Dan Gibson, Nabataea Website
- Das Bayerisches Staatsarchiv, München
- Das Archiv des Royal Heritage Directorate