Käptn Peng und die Tentakel von Delphi Eine Sprachexpedition des Absurden

Käpnt Peng und die Tentakel von Delphi
Käpnt Peng und die Tentakel von Delphi | Foto: © Kreismusik

Mit der Expedition ins O schicken Käptn Peng und die Tentakel von Delphi ihre Fans auf eine audiovisuelle Reise in die Tiefen des Seins, des Scheins und der Sockosophie. Nach dem ersten Album des Käptns und Bruder Shaban im März 2012, Die Zähmung der Hydra, folgte der Zusammenschluss mit den drei Tentakeln zum fünfköpfigen Kreativkollektiv.

Der Berliner Käptn Peng, namentlich Robert Gwisdek, Sohn von Schauspieler Michael Gwisdek und Schauspielerin Corinna Harfouch kann eine ausgeprägte Filmografie vorweisen und ist auch kein Neuling: seit 2009 erzählt er mit seinem Bruder Johannes als Shaban feat. Käptn Peng von Fuchsmetamorphosen, den Abgründen des Verstandes und der Suche nach dem Ich. Der philosophische Wahnsinn erschien digital unterlegt im März 2012 als Die Zähmung der Hydra, produziert von Shaban.

Ein Jahr später gesellten sich die drei Tentakel Moritz Bossmann (Gitarre), Boris Nielsen (Bassist) und Peter Bartz (Percussion) dazu, um den Worten des Käptn noch mehr Nachdruck zu verleihen und die Kraft des Sprechgesangs gemeinsam zu entfesseln: mit Gitarre, Schlagzeug, Bass, Besen, Zahnbürsten, Eimern und was sich sonst noch findet. Der Grundsatz des Käptns und der Tentakel ist dabei, dass sie sich nicht von Management, Marketing und Label limitieren lassen wollen, deshalb gründeten sie 2012 kurzerhand ihr eigenes: das Label Kreismusik.

Unter diesem veröffentlichten sie 2013 ihr erstes gemeinsames Album Die Expedition ins O – mit „Hip-Hop, der“ laut Musikexpress, „die tiefen Täler zwischen Wahnsinn und Wortwitz auslotet.“ Neuigkeiten über den neuen „Avantgarde“ Hip-Hop aus Berlin verbreitete sich zu Beginn vornehmlich über soziale Netzwerke im Internet und über die Website ihres Labels. Auf dieser bitten sie auch schon einmal um Unterstützung in PR-Angelegenheiten und belohnen die fleißigsten Helfer mit Freikarten, denn Starallüren oder eine rein gewinnorientierte Ausrichtung sind den fünf Musikern fremd.

Rezensionen über Käptn Peng und die Tentakel von Delphi lesen sich wie ein Reihe erleichterter Seufzer: es gibt ihn, direkt vor unseren Nasen, und sogar mehrarmig – intelligenten Hip Hop aus Deutschland! Doch da ist noch mehr: mitreißende Rhythmen aus Schlagzeug, Gitarre und Bass, die einen unvermittelt auf die Spuren des Universums und der eigenen Identität führen, irritieren, einleuchten, beunruhigen und sich dann lächelnd verabschieden. Da ist man also, am Ursprung des Ursprungs, und versucht Käptn Peng auf der Suche nach dem Sinn des Daseins zu folgen: „Nochmal zurück zum Universum und zum Leben - genau genommen dürfte es das alles gar nicht geben“ (Sockosophie) und verliert sich in sich am Ende in sich selbst.

Doch keine Angst, wenn man unterwegs verloren geht, kann man bei Liedern wie Schnittchen und Champagner aufdrehen und auch einfach einmal nur mitgröhlen, statt mitzudenken: „Durchdrehen Freunde, Champagner und Schnittchen, schlagen wir der Logik wieder mal ein Schnippchen, werfen Konfetti und laufen um den Tisch und essen unser eigenes Gehirn mit Fisch.“
 

Käptn Peng feat Mana Izumi - Der Anfang ist nah (GI Tokyo 2013)