Kampf mit dem Schicksal Sabus „Ten no chasuke“

Ten no chasuke
Ten no chasuke | Foto: © Sabu

Bereits achtmal Mal wurde Regisseur Hiroyuki Tanaka, besser bekannt als Sabu, bisher zur Berlinale eingeladen. Mit seinem actiongeladenen Epos „Ten no Chasuke“ trat er nun zum ersten Mal im Wettbewerb an.

Ten no Chasuke schildert die wahnwitzige Geschichte des himmlischen Teemeisters Chasuke. Er serviert den Drehbuchautoren, die im Himmel über das Schicksal der Erdenbewohner entscheiden, den Tee. Als er eines Tages Zeuge wird, wie die Schicksalsschreiber der schönen Yuri versehentlich ein schlimmes Ende zeichnen, zögert er nicht und geht hinunter auf die Erde, um sie zu retten. Dort muss er leider erfahren, dass es nicht so einfach ist, das Schicksal eines Menschen zu ändern. Doch er lässt sich von den vielen Hindernissen, die sich ihm in den Weg stellen, nicht entmutigen und kämpft mutig gegen die Zeit und das Schicksal an.

Der Unterhaltungswert dieser fantastischen Liebesgeschichte ist sehr groß. Chasukes abenteurliche Reise auf die Erde wird sehr humorvoll erzählt und nicht zuletzt durch Sabus charakteristische Actionszenen ist es eine Freude, der spannenden Handlung zu folgen. Doch allein mit dem Label „Unterhaltungsfilm“ wird man dem Werk nicht gerecht, steckt doch hinter der bunten, postmodernen Oberfläche nichts anders als die alte philosophische Frage: Ist unser Leben vorherbestimmt oder verfügt der Mensch über einen freien Willen und hat sein Schicksal selbst in der Hand?

Bei der Preisverleihung der 65. Berlinale am 14. Februar 2015 wurde das iranische Drama Taxi von Jafar Panahi ausgezeichnet. Panahi hat in seiner Heimat mit den Zensurbehörden zu kämpfen. Ten no Chasuke erhielt leider keinen Preis. Dennoch hat wohl gerade der hohe Unterhaltswert des Films dazu beigetragen, die abstrakte Diskussion vom Schicksal und freien Willen einem noch größeren Publikum zu veranschaulichen. Dies war mit Sicherheit nicht Sabus letzter Besuch bei der Berlinale.