Nachruf auf Raimund Wördemann

Nachruf auf Raimund Wördemann
Nachruf auf Raimund Wördemann

Das Goethe-Institut trauert um Raimund Wördemann, der von 2010 – 2015  das Institut in Tokyo leitete und zu Beginn dieses Jahres seine Arbeit in Ankara aufnahm. Nach schwerer Krankheit verstarb Herr Wördemann viel zu früh im Alter von nur 52 Jahren am Freitag, den 25.11.2016  in Berlin.

Mit Japan war er besonders verbunden. Dies zeigte sich nicht nur darin, dass er mit großem Verantwortungsgefühl für sein Goethe-Institut einer der wenigen Ausländer war, die während der Katastrophe 2011 im Land verblieb, sondern auch, als er in schwierigen Zeiten das Goethe-Institut in Osaka vorübergehend mit betreute. In seine Zeit am Goethe-Institut Tokyo fiel das Jubiläum „150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan“, dessen Veranstaltungen er maßgeblich prägte und dessen Motto „Deutschland und Japan: Gemeinsam in die Zukunft“ bis heute als gemeinsames Logo der Deutschen Botschaft Tokyo und vieler Deutschen Institutionen in Japan nachwirkt. Gezielt und mit viel Enthusiasmus initiierte Herr Wördemann  nach der Katastrophe 2011 Wiederaufbauprojekte in Sendai, darunter die Tour des Kindertheaters „Theatra“, den Austausch von Kunsthandwerkern und Ausstellungsprojekte in Kooperation mit der Japanisch-Deutschen Gesellschaft Sendai.

Darüber hinaus rief er zur Förderung von literarischen Übersetzungen in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen MERCK den Merck-Kakehashi-Literaturpreis ins Leben, der seit 2014 alle zwei Jahre an herausragende Übersetzer in Japan und an Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur vergeben wird.

In seinen fünf Jahren in Japan wurde sein Witz und Gespür für kulturelle Feinheiten in zahllosen Veranstaltungen und Projekten spürbar und zaubert denen, die sie erlebt haben, noch heute ein Lächeln ins Gesicht. Die Kolleginnen und Kollegen sind unendlich traurig und werden ihn in ehrender Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und den beiden Töchtern.


Ein Kondolenzbuch liegt in der Zentrale des Goethe-Instituts aus. Einträge, die dort per mail an interne-kommunikation@goethe.de eingehen, werden dem Buch ausgedruckt beigelegt.