Aus unserem Blog raumlaborberlin

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© raumlaborberlin

Man lebt in einem Haus, man bezahlt eine Miete, vielleicht sogar 50% seines Lohns. Es gibt ein Badezimmer, eine Küche, ein Wohnzimmer etc. Quadratische Schnitte. Man dreht den Hahn auf, es kommt Trinkwasser raus, das ist normal.

Man macht die Tür hinter sich zu, tritt über eine Schwelle und ist zu Hause, im Privatleben. Es gibt ein das Drinnen und es gibt ein Draußen wenn man die Tür aufmacht. Es gibt ein Öffentlich und privat. Es gibt für alles einen Ort: Es gibt einen Ort zum Arbeiten, einen zum Essen, einen zum Sport machen, einen zum Spazieren gehen, zum Autofahren, zum Sterben, zu Singen etc. An einigen Orten sollte man reden, vielleicht auch lachen, Geld ausgeben. Es gibt auch Orte, an denen sollte man das nicht tun. In einigen Räumen soll man sich wertvoll fühlen, in anderen nicht. Es gibt Räume, die sollten hell sein, und andere Räume, die sollten dunkel sein. Es gibt Orte, die wir nutzen und an denen wir sein sollten und wieder andere an denen man nicht sein sollte. Es gibt auch vergessene Orte, die keiner mehr besucht, veraltete Räume, abgetragen durch die Zeit. Sie könnten genauso gut nicht existieren. Wir geben jedem Raum einen Wert.

In Berlin gibt es eine Gruppe von acht ausgebildeten Architekten, die sich Raumlabor nennt. Sie arbeitet an den Schnittstellen von Architektur, Stadtplanung, Kunst und Intervention und distanziert sich eben genau von diesen Werten, die wir unseren Räumen gegeben haben. Für sie sind die schwierigen städtischen Orte, die zwischen verschiedenen Systemen, Zeitabschnitten oder Planungsideologien aufgerieben und stecken geblieben sind, Experimentierfelder, dessen Potenziale sich zu aktivieren versuchen.
 
  • NEOCODOMOUSSE © raumlaborberlin
    NEOCODOMOUSSE (2016, LiFE, Saint-Nazaire, France)
  • Shabbyshabby Apartments © raumlaborberlin
    Shabbyshabby Apartments (2015, München Germany)
  • Konzipierung und Gestaltung © raumlaborberlin
    Konzipierung und Gestaltung
  • Terrain vague (2015) © raumlaborberlin
    Terrain vague (2015)
Und wie zum Beispiel sieht das aus? Sie stellen sich die Frage wie man faul, kreativ, politisch und hilfsbereit gleichzeitig sein kann, nennen ihr Projekt Shabby Shabby Apartments und lassen die Mitbürger in München – das bekannt ist für seine überhöhten Mieten – Häuser auf öffentlichen Plätzen bauen, in denen man dann übernachten kann wie in Hotels. Um es in Bildern zu sagen: So: https://raumlabor.net/shabbyshabby-apartments/

Oder so, wenn sie in der ehemaligen U-Boot Basis von St.Nazaire ausstellen, einem Ort, der vollkommen unbrauchbar geworden ist und sich Gedanken machen wie man brach liegende Industrieflächen in kollektive Räume verwandeln kann. Ziemlich geniale Spinner, findet ihr nicht? (https://raumlabor.net/neocodomousse/)

http://ameblo.jp/goethe-tokyo/entry-12230491611.html