Aus unserem Blog Von sozialen Randgebieten und grauen Jogginghosen

 
(c) Tobias Zielony | (c) Tobias Zielony

Ausgestorbene Wüstenstädte, dunkle Vororte oder zwielichtige Hinterhöfe: Tobias Zielony ist bekannt für seine Fotografien, die das Bild einer globalen, abgehängten Jugend zeichnen. Ob in den Banlieues von Marseille, in den Suburbs von L. A. oder im Stadtteil Halle-Neustadt – sie alle verbindet dabei ein unscheinbares Kleidungsstück: Die Jogginghose.

„Mir ging es darum, die Jogginganzüge als ein Symptom wahrzunehmen. Warum hatten die Jugendlichen in Marseille, Bristol oder Halle-Neustadt dieselben Jogginganzüge an?“, reflektiert Zielony den Ansatz seines ersten Fotoprojekts, das er 1999 startete. Damals noch als Dokumentarfotograf unterwegs, versuchte er die Bilder an den „Guardian“ in London zu verkaufen. Allerdings erfolglos – es habe an der „Geschichte“ dahinter gefehlt. Um in einem offeneren Kontext arbeiten zu können, wendete sich Zielony daraufhin der Kunstfotografie zu.

Inzwischen decken seine Werke ein breites Spektrum ab. Neben perspektivlosen Jugendlichen hat er Frauen aus der Sexindustrie abgelichtet und ein Fotoprojekt im Rahmen der Biennale in Venedig 2015 zu Flüchtlingen in Deutschland auf die Beine gestellt. Momentan hält sich Tobias Zielony in Japan auf, um über die Lebenswelt der brasilianischen Minderheit in Japan zu recherchieren. Ein Thema verbindet dabei all seine Projekte: Das Leben am Rande der sozialen Akzeptanz – ob mit oder ohne Jogginghose.