Masha Qrella Zwischen Fragilität und Tatendrang

Masha Qrella
© Hubert Grygielewicz

Mit ihrer weichen Stimme und ihren melancholischen Texten ist die Singer-Songwriterin Masha Qrella ein fester Bestandteil der Berliner Musikszene – und das bereits seit 20 Jahren.

Ihre Anfänge hat Masha Qrella, die mit bürgerlichem Namen Mascha Kurella heißt, 1997 mit der Band Mina Drugstore, die sich später in Mina umbenennt. Spielt sie zunächst Saxofon auf der Bühne tauscht sie das Instrument bald gegen ein Keyboard ein. Nebenbei ist Qrella auch bei der Band Contriva aktiv, bevor sie 2002 schließlich ihr Solo-Debüt Luck veröffentlicht. In diesem mischt sie leichte Synthieklänge mit Akustikgitarren und entwickelt so erstmals ihren einzigartigen Masha-Qrella-Sound.
 
Diesen entwickelt sie über die Jahre stets weiter, probiert sich an neuen Techniken und schafft mit ihren Stücken immer wieder neue Klangmuster. So auch bei ihrem fünften Solo-Album Keys (2016), in dem sie unter anderem Straßenlärm und andere Geräuschkulissen kunstvoll mit ruhigen Melodien verbindet. Ihre Liedtexte erzählen vom Verlorensein, von Sehnsüchten und Verletzlichkeit – Gefühle, die von Qrellas weicher Stimme passend transportiert werden.
 
Punk, Pop und Synthie-Melodien   
 
Trotz dieser Liedtexte ist von melancholischer Antriebslosigkeit im realen Leben Qrellas nichts zu spüren. Stets scheint sie bereits mit einem Fuß im nächsten Projekt zu stehen: Sie wirkt bei Theaterproduktionen mit, komponiert Filmmusik, inszeniert Leseperformances und gründet ganz nebenbei mit befreundeten Musikern neue Bandprojekte. Mit Julia Kliemann, die für das Artwork von Luck (2002) verantwortlich war, bildet sie beispielsweise das Pop-Duo Bandaranaik – benannt nach dem gleichnamigen Flughafen in Sri Lanka, an dem sich die beiden Musikerinnen in den 90er Jahren kennengelernt haben. Die Punkband NMFarner gründete sie mit ihrem ehemaligen Bandkollegen Norman Nitzsche sowie mit dem Comiczeichner und Schlagzeuger Christian Farner.
 


Dennoch wirkt ihr Erfolg nicht angestrengt. So war es zum Beispiel ein Zufall, dass die US-Serie Grey’s Anatomy zwei ihrer Stücke aufgriff und diese über Nacht auf der ganzen Welt bekannt machte. Von den Tantiemen hätte sie zwei Jahre lang leben können, verriet Masha Qrella in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel. Zurückgelehnt hat sie sich dennoch nicht – schließlich wartet hinter der nächsten Ecke bereits das nächste Projekt. Mit ihrem fünften Studioalbum Keys ist sie auf einer durch das Goethe-Institut unterstützten Tour im Frühjahr 2017 in sieben Städten Japans zu sehen.