Tobias Rehberger Die Erweiterung des Kunstraums

Tobias Rehberger
© Oku Noto Triennale

Von der Bucht von Tokyo zum Japanischen Meer – die Werke von Tobias Rehberger sind 2017 nicht nur in den Metropolen, sondern auch in einem der entlegensten Winkel Japans zu sehen.

Mit seinen Installationen zwischen Kunst und Design zieht der Frankfurter Bildhauer seit Mitte das 90er Jahr das ungebrochene Interesse der internationalen Kunstwelt auf sich. An der Städelschule, die 2017 ihr 200-jähriges Bestehen feiert, lernte Tobias Rehberger unter Thomas Bayrle und Martin Kippenberger. Wie sie weitet er seine Arbeiten oft über feste Genregrenzen aus, bis hin zur Aktionskunst. So ließ er als Beitrag zur Biennale in Venedig 1997 beispielsweise spezielle Damen- und Herrenunterwäsche herstellen und bat das Aufsichtspersonal, diese während ihrer Arbeit zu tragen.

Nicht minder unkonventionell gestaltete sich sein Biennale Beitrag 2009, der mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Darin gestaltete er kurzerhand die Biennale-Cafeteria im Stil eines „Razzle-Dazzle-Paintings“ um und tauchte nicht nur die Wände, sondern auch das gesamte Mobiliar in großflächige schwarze und weiße Farbflächen ein. Eine Adaption der preisgekrönten Arbeit „Was Du liebst, bringt Dich auch zum Weinen“ war 2016 auf der Insel Teshima zu sehen. In einem leerstehenden Haus in einem traditionellen japanischen Fischerdorf löste Rehbergers Razzle-Dazzle-Cafe produktive Verwirrung unter den  Besuchern aus.
Immer wieder werden in seinen Werken die „Räume“ selbst zum Kunstobjekt, das Alltägliche zum Artifiziellen  oder gewöhnliche Straßenbeleuchtungen zur „Streetart“ .

2017 sind zwei seiner Arbeiten auch in Japan zu sehen: Zum Einen auf der Yokohama Triennale, die passend unter dem Motto „Island, Constellation and Galapagos“ steht, zum Anderem im Rahmen der Oku-Noto Triennale. Dabei haucht er einem stillgelegten Bahnhof an der nördlichen Spitze der Präfektur Ishikawa neues Leben ein. Bis 2005 verlief hier ein reger Bahnverkehr, der durch die zunehmende Abwanderung jedoch erst abebbte und schließlich ganz eingestellt wurde.

Welche Herausforderungen ihm bei dieser Arbeit begegneten und welche Spielräume die Kunst im Hinblick auf tiefgreifende soziale Wandlungsprozesse bietet, erklärt er in einem Künstlergespräch am 4. September im Goethe-Institut Tokyo, erklärt er in einem Künstlergespräch am 4. September im Goethe-Institut Tokyo.