Porträt
Franz Rogowski: Zu Gast beim Tokyoter Filmfestival Horizonte
Franz Rogowski ist der aufgehende Stern des deutschen Films – nicht umsonst gewann er den „European Shooting Star Award“ auf der Berlinale. Im März 2019 beehrt er das Filmfestival Horizonte. Ein Porträt.
Aktuell läuft in Berlin der Wettbewerb um den Goldenen Bären, und hier ist Franz Rogowski zu sehen mit Ich war zu Hause, aber von Angela Schanelec. Aber auch 2018 war er auf der Berlinale vertreten mit den deutschen Wettbewerbsfilmen Transit und In den Gängen – zwei Spielfilme, die das Goethe-Institut Tokyo beim deutschen Filmfestival Horizonte 2019 ab dem 8. März 2019 präsentieren wird.
Als schüchterner Gabelstaplerfahrer Christian – für die Rolle erhielt Rogowski 2018 den Deutschen Filmpreis – glänzt er in Thomas Stubers Film In den Gängen, dessen Handlungsschauplatz ein Großmarkt im Osten von Deutschland ist und der sich auf poetische Weise mit der sozialen Wirklichkeit auseinandersetzt. In solchen zurückhaltenden Rollen, in denen Rogowski die Sensibilität seiner Charaktere mit einer kraftvollen Körperhaltung kontrastiert – diese eignete er sich im jahrelangen Tanztraining an – zeichnet er sich besonders aus. So lebt auch der Film In den Gängen weniger von langen Dialogen als vielmehr von der pointierten Gestik und Mimik seiner Schauspielerinnen und Schauspieler. Durch diese stille Stärke konnte Rogowski bereits in ungewöhnlichen und unterschiedlichsten Besetzungen überzeugen.
FRANZ ROGOWSKIS WEG Vom Tanz zum Film
Ungewöhnlich ist ebenso der Lebenslauf des Schauspielers, der in der Nähe von Tübigen aufwuchs. Er entschied sich bereits früh gegen einen klassischen Karriereweg und brach im Teenageralter die Schule ab. Sein Interesse am Körpertheater zog ihn nach Salzburg und Berlin, wo er sich seiner Tanzausbildung widmete. In Tessin lernte er sogar an der renommierten Clownsschule Scuola Dimitri. Letzten Endes fand er seinen Platz in der freien Theaterszene, in die er Zugang fand durch seine Arbeit als Choreograph.Derzeit ist er festes Ensemblemitglied der Münchener Kammerspiele und so neben seinen Filmauftritten auch auf der Theaterbühne zu sehen – aktuell in dem Stück „No Sex“ von dem japanischen Regisseur Toshiki Okada, das dieses Jahr auf der Longlist für das Berliner Theatertreffen war. Als einer von vier jungen Männern verhandelt Rogowski singend und tanzend, in androgynem, lavendelfarbenem Kostüm, die Frage, warum Sex für junge Japanerinnen und Japaner scheinbar eine immer unbedeutendere Rolle spielt. Das Goethe-Institut Japan berichtete im Dossier „Sexlos“ bereits darüber.
NO SEX / Münchner Kammerspiele from Münchner Kammerspiele on Vimeo.