"Stilllive"
Über Yuki Kobayashis Performance-Plattform
„Still live?“ Diese Frage bildete den Ausgangspunkt für das gleichnamige Projekt, das vom 2.-7. September im Goethe-Institut stattfand. Das dreifache L zwischen den beiden Wörtern markiert für den Performance-Künstler Yuki Kobayashi, der die Performance-Kunst-Plattform „Stilllive“ ins Leben gerufen hat, das Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Welches Potential hat die Performance Art heute, 50 Jahre später, in einer zunehmend von Digitalisierung geprägten Lebenswirklichkeit? Wird der lebendige Körper mit all seinen Körpersäften in seiner Verletzlichkeit und Unvollkommenheit in einer Welt, die den Körper vornehmlich zum Betätigen des Smartphones benötigt, zum Anachronismus? In welcher Beziehung steht die Performance Art zu aktuellen Diskursen um Gender und Sexualität?
Performance im Japan der Jetztzeit
Auf die Präsentation folgte ein Feedback-Gespräch, bei dem Gäste aus dem professionellen Kunstbetrieb die gesehenen Performances kommentierten und mit aktuellen Entwicklungen in der japanischen Gesellschaft in Bezug setzten. Die Workshopteilnehmer*innen beschrieben dabei die Veränderungen der eigenen Körperwahrnehmung, die während des Workshops durch zum Teil einfache Übungen generiert wurden, als extrem stimulierend für den kreativen Prozess. Die Suche nach dem Gestern, Heute und Morgen des performativen Körpers wird 2020 im Goethe-Institut Tokyo mit einem weiteren Projekt von „Stilllive“ fortgesetzt.
Teilnehmende Künstler*innen:
Mai Endo, Miri Hamada, Mayuko Inui, Yuki Kobayashi, Marina Komiya, Akiyoshi Nita, Towako Sano, Yuka Seki, Takuya Takemoto Organisation: Sanghae Kwon