Nino Bulling ist Künstler und Autor, der sich für Comics, Textilien und Strategien des Publizierens interessiert. Er studierte keramische Skulptur und Visuelle Kommunikation an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
Bulling hat mehrere realitätsbasierte Comicbücher veröffentlicht, die von einem bildpolitischen Interesse geprägt sind, darunter “Bruchlinien. Drei Episoden zum NSU” in Ko-Autor*innenschaft mit Anne König (Spector Books, 2018) und “Lichtpause” (Rotopol, 2017). Seine Graphic Novel “abfackeln / firebugs” (Edition Moderne / Colorama, 2022) wurde ursprünglich als Teil von Bullings Beitrag zur documenta 15 in Kassel publiziert, zusammen mit einer Ausstellung und einem umfangreichen öffentlichen Programm, das sich um trans und queere Strategien im grafischen Publizieren drehte.
Bulling lebt und arbeitet in Berlin. Er hielt Lehraufträge unter anderem an St. Lucas Antwerpen und der Hochschule für Künste Bern, 2024 war er Gastprofessor für Comic und Illustration in Kassel. Bullings Ausstellungen kombinieren oft raumgreifende Installationen mit Publikationsprojekten, zuletzt zeigte er seine Arbeiten im Tomi Ungerer Museum Strasbourg.
In Kyoto wird sich Nino Bulling mit gendernonkonformen Figuren im Manga der 1960er und -70er Jahre befassen, im Speziellen mit Osamu Tezukas “Princess Knight” (Ribon no Kishi).