Raphaëlle Red wurde 1997 in Paris geboren und wuchs in Berlin auf, wo sie auch heute lebt. Sie studierte Sozialwissenschaften, forschte und lehrte zuletzt zur zeitgenössischen Literatur der afrikanischen Diaspora. 2022 war sie eine von sechs ausgewählten Autor*innen bei dem Schwarzen Literaturfestival ‘Resonanzen’, das von Sharon Dodua Otoo ins Leben gerufen wurde.
Reds Debütroman “Adikou” erschien 2024 auf Französisch (Grasset) sowie in deutscher Übersetzung (Rowohlt, Ü: Patricia Klobusiczky), wofür beide mit dem Prix Premiere des Institut Français ausgezeichnet wurden. „Adikou“ wurde außerdem von der ZEIT als eines der “100 besten Bücher des Jahres” 2024 ausgewählt. Weitere deutschsprachige Texte sind in Anthologien (“Resonanzen”, 2022; “Glückwunsch”, 2023) sowie in Zeitungen und Zeitschriften (DELFI Magazin, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) erschienen.
Reds neues Romanprojekt handelt von drei jungen Menschen, die zusammen aufgewachsen, aber auseinander gedriftet sind. In Kyoto will sie die Kapitel schreiben, in denen Dana, die Jüngste der drei, in einer Reality-TV Show ist, und dabei die Besonderheiten japanischen Reality-TVs ins Auge fassen – z.B. den Fokus auf die innere Welt der Teilnehmenden statt auf den Konflikten – um eine Erzählform zu finden, die dieses Fernsehgenre literarisch übersetzen kann.