Diskussion Creators@Kamogawa

Flyer: Creators@Kamogawa © studio b severin

Sa, 30.03.2019

Goethe-Institut Villa Kamogawa, Saal

Sakyo-ku, Yoshida
Kawahara-cho 19-3
606-8305 Kyoto

„Archiv und Filmkultur“
„Putzen gegen die Diktatur der Effizienz“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Creators@Kamogawa“ tauschen sich die residierenden Künstlerinnen und Künstler der Villa Kamogawa mit japanischen Kulturschaffenden zu gemeinsamen Themen aus. Bei dieser Ausgabe stehen die Themen „Archiv und Filmkultur“ sowie „Putzen gegen die Diktatur der Effizienz“ im Mittelpunkt.

Archiv und Filmkultur
Die Archivierung der Filmgeschichte ist ein wichtiger Bestandteil der Filmkultur, an dem staatliche Institutionen genauso beteiligt sind wie privat organisierte Initiativen. Die grundsätzliche Frage, was dieses kulturelle Erbe für das Filmschaffen heute bedeutet, ist dabei verknüpft mit aktuellen Herausforderungen wie der Digitalisierung analoger Bestände sowie deren Veröffentlichung und Präsentation. Trotz überquellender Regale sind weniger als 10% der frühen Filmgeschichte archiviert, vieles ist zerstört. Wenn Archive letztlich nur in Bezug auf die Praxis der Gegenwart ihre Bedeutung entfalten können, stellt sich gleichzeitig die Frage, wie im Rückgriff auf die Vergangenheit Zukunft gestaltet werden kann. Wie kann eine Arbeit in und mit Filmarchiven konkret aussehen und was ergibt sich daraus für den filmisch-künstlerischen Umgang mit Archivmaterial?

     Eva Knopf  (Filmemacherin)
     Kiyotaka Moriwaki (Kurator)
     Tetsuya Ozaki (Moderator)

Putzen gegen die Diktatur der Effizienz
Über die Jahrhunderte hat sich in Japan eine Kultur der Sauberkeit entwickelt, die nicht nur in der Badekultur ihren Ausdruck findet. Putzen ist darin Teil des alltäglichen Lebens, hat aber auch einen spirituellen und religiösen Hintergrund. Rituale und Praxis der Reinigung sind sowohl in Shintoismus wie Buddhismus zentral und Ausdruck von Respekt und eines Gefühls für die Ganzheitlichkeit der Welt, die uns umgibt. Lässt sich die Idee, durch Putzen und Aufräumen die Wahrnehmung zu schulen und Reinheit nicht nur von Körper, Kleidung und Haus, sondern auch des „Herzens“ herzustellen, aber mit dem modernen Credo gesteigerter Effizienz und den damit einhergehenden Zeitdefiziten in Einklang bringen? Welchen Beitrag kann ein solcher „achtsamer Lebenswandel” für die Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft leisten?

     Birgit Severin  (Produktdesignerin)
     Guillaume Neu-Rinaudo (Produktdesigner)
     Shoju Uematsu (Mönch, Zenkyoan Tempel)
     Tetsuya Ozaki (Moderator)

Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es im Café Müller die Gelegenheit zu weiterem Austausch bei Getränken und Delikatessen aus Deutschland. Arbeiten der Stipendiat/-innen der Villa Kamogawa sind dabei auf verschiedenen Monitoren zu sehen.
 
Eva Knopf © privat Kiyotaka Moriwaki © Kiyotaka Moriwaki
Birgit Severin & Guillaume Neu-Rinaudo © Janine Gebran Shoju Uematsu © Shoju Uematsu Tetsuya Ozaki © Tetsuya Ozaki

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