Diskussion Creators@Kamogawa

© Frederike Wetzels © Frederike Wetzels

Sa, 19.10.2019

Goethe-Institut Villa Kamogawa, Saal

Anfahrtsbeschreibung
Villa Kamogawa
Kawahara-cho 19-3, Yoshida, Sakyo-ku
606-8305 Kyoto

„Die Musik des Vogelgesangs“
„Musik und Feuerwerk“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Creators@Kamogawa“ tauschen sich die residierenden Künstlerinnen und Künstler der Villa Kamogawa mit japanischen Kulturschaffenden zu gemeinsamen Themen aus. Bei dieser Ausgabe stehen die Themen „Die Musik des Vogelgesangs“ sowie „Musik und Feuerwerk“ im Mittelpunkt.
 
„Die Musik des Vogelgesangs“
Seit Urzeiten übt Vogelgesang eine starke Faszination auf Musiker aus. Komponisten aus allen Epochen und Musikkulturen haben solche Elemente im Laufe der Musikgeschichte als Stoff für ihre Kompositionen herangezogen, sei es als Zitat in einem modernen Klavierstück, als Atmosphärenklang bei einem elektroakustischen Song aus den 70ern oder als klangliche Nachahmung bei nicht-europäischen Folktänzen. Dennoch wurde die Materie zumeist nur auf einer oberflächlichen Ebene, als rein akustische und klangliche Inspiration wahrgenommen. Nur wenige Persönlichkeiten, unter anderem Olivier Messiaen, haben das reiche Potenzial dieses Themas erahnt.
 
Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat neue Erkenntnisse, insbesondere zu den formalen Strukturen und zur Semantik der verschiedenen Vokalisierungen beim Vogelgesang, erbracht. Ergeben sich hieraus auch neue Faktoren für den musikalischen Kreativprozess? Und mit welchen Ansätzen lassen sich daraus neue Logiken entwickeln, die für das Komponieren von neuer Musik, unabhängig von Stil und Richtung, fruchtbar gemacht werden können?
 
    Jacopo Salvatori (Komponist, Pianist)
    Toshitaka Suzuki (Verhaltensforscher)
    Tetsuya Ozaki (Moderator)
 
„Musik und Feuerwerk“
Musik und Feuerwerk haben viel gemeinsam: Beide sind transitorisch, im Moment ihrer Entstehung schon wieder verklungen und die Planung von Feuerwerken kann mit dem Moment der Komposition verglichen werden. Werden sie zusammen eingesetzt ist ihre Beziehung jedoch normalerweise von einer strengen Hierarchie geprägt: das Feuerwerk übernimmt eine untergeordnete Rolle. Es untermalt die musikalischen Bewegungen und fügt ihnen eine spektakuläre, visuelle Komponente hinzu.
 
Seit den frühen Avantgarden rückt die musikalische Notation in die Nähe der performativen Künste und ihrer Aufführungsformate. Sie ist nicht nur Kommunikation über den Klang und Charakter eines Musikstücks, sondern auch Handlungsanweisung, Performancetext und Choreographie von Bewegung. Lässt sich die so intendierte Darstellbarkeit von Notation auch für eine Aufführungssituation produktiv machen, bei der die konventionelle Beziehung von Musik und Feuerwerk umgekehrt wird? Wer das Knistern der Wasserfälle und Fontänen, das Trommeln der Blitze und das Knallen der Raketen kennt weiß, dass Feuerwerkseffekte selbst  ja durchaus auch klanglich hochinteressant sind.
 
Neben den vielfältigen Beziehungen von Klang und Feuerwerk sind auch die historischen, politischen und gesellschaftlichen Funktionen der Feuerwerkerei in Japan und Europa Thema des Gesprächs.
 
    Lea Letzel (Regisseurin, bildende Künstlerin)
    Yuta Bandoh (Komponist, Musiker)
    Tetsuya Ozaki (Moderator)
 
Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es im Café Müller die Gelegenheit zu weiterem Austausch bei Getränken und Delikatessen aus Deutschland. Arbeiten der Stipendiat/-innen der Villa Kamogawa sind dabei auf verschiedenen Monitoren zu sehen.
 


© Jacopo Salvatori © Jacopo Salvatori © Toshitaka Suzuki © Toshitaka Suzuki
© Lea Letzel © Lea Letzel © Nozomi Teranishi © Nozomi Teranishi Tetsuya Ozaki © Tetsuya Ozaki

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