„Tätowierung“ (Autorin: Dea Loher/ Übersetzung: Reiko Miwa)

Dea-Loher ©Alexander Paul Englert

Sa, 28. & So, 29.01.2016 jeweils um 11:00 Uhr / 15:00 Uhr / 19:00 Uhr Beginn

Theatercafé NYAN 


Osaka

„VISIONEN“ – Reihe: Szenische Lesungen zeitgenössischer deutscher Dramatik,, Vol. 8

Bei der achten deutschsprachigen Theaterlesung  der Lesereihe Visionen wird ein frühes Werk von Dea Loher mit dem Titel „Tätowierung“ vorgestellt.

Meine Nadel stech ich
dir ins Fleisch
wieder und wieder
eine Tätowierung
die du behältst
mein Zeichen
dein Leben lang
Vatermal
unauslöschlich

 
Unter der abnormen Situation von Inzest und  Vergewaltigung wird ein Familienbild dargestellt. Es ist kein Täter & Opfer-Verhältnis zu sehen, welches wir uns unter Inzest vorstellen. Der Vater fungiert als Vater, der seine Familie in Obhut nimmt und sie liebt. Seine Frau und zwei Töchter verlassen sich aber auch auf den Vater. Auch wenn das uns verzerrt scheint, liebt die Familie einander.
Was ist die Rolle eines Vaters in einer Familie? Was macht eine Familie aus?  Welchen Einfluss übt eine Gesellschaft auf eine Familie aus  – diese Fragen werden in dieser shakespearehaften Tragödie aufgeworfen.

Die Produktion wird von Yoshitaka Sotowa, dem Regisseur der Theatergruppe EVKK Osaka, inszeniert.
                                                                                                                                                 
Dea Loher
Dea Loher wurde 1964 in Traunstein geboren. Sie studierte Philosophie und Germanistik in München sund lebt in Berlin.
Ab 1990 nahm sie an dem Studiengang ‚Szenisches Schreiben’ an der Hochschule der Künste Berlin teil. Ihr erstes Stück Olgas Raum kam bereits 1991  zur Uraufführung. Ihr zweites Stück „Tätowierung“ sowie das Stück „Leviathan“ brachten ihr 1993 und 1994  den Preis der "Nachwuchsdramatikerin des Jahres" der Zeitschrift  Theaterheute ein. Des Weiteren gewann sie 1993 den Stücke-Förderpreis des Goethe-Instituts („Tätowierung“), 1998 den Mühlheimer Dramatiker-Preis („Adam Geist“) und wurde 2006 mit dem Bertolt-Brecht-Literaturpreis ausgezeichnet. Mit grausamem und sarkastischem, groteskem und humorvollem Blick stellt sie die Menschen in ihren Werken dar. Lohers Sprache führt die Vorstellung der Leser minimalistisch und rhythmisch wie moderne Dichtung an. Ihre einzigartigen Dramen sind in über 15 Sprachen übersetzt und werden in aller Welt gespielt und geschätzt. Im Jahr 2008 hat sie den Mülheimer Dramatikerpreis für "Das letzte Feuer" bekommen, welches ebenfalls von Theaterheute zum Stück des Jahres gewählt wurde. 2009 hat sie den Berliner Literaturpreis bekommen und 2010 wurde ihr Stück „Diebe“ zum Theatertreffen der Berliner Festspiele eingeladen. Sie gewann 2011 den Preis des Deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts. Außerdem war sie 2014/15 Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim.

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