Unsere Lehrkräfte im Gespräch Monika Haas

© Goethe-Institut Tokyo

Monika Haas erzählt über ihre Zeit in Japan, welche Rolle die Digitalisierung für den Unterricht spielt und berichtet uns auch darüber, was ihr am Online-Unterrichten gut gefällt.

In welchen Ländern haben Sie bereits gelebt?

Wirklich gelebt habe ich bisher nur in Deutschland und Japan. Aber auch die Schweiz kenne ich sehr gut, da ich in Südwestdeutschland in unmittelbarer Nähe zur schweizer Grenze aufgewachsen bin und abgesehen von fast wöchentlichen Ausflügen über die Grenze nach Basel das Land auch aus zahlreichen Urlauben kenne.

Wie lange sind Sie schon in Japan?

In der Zwischenzeit wohne ich tatsächlich schon ein bisschen länger in Japan, als ich davor in Deutschland gelebt habe. Nach Japan bin ich im Sommer 1992 gekommen. Also wohne ich nun bereits seit gut 26 Jahren hier in Tokyo, das über die Jahre zur zweiten Heimat geworden ist. An Tokyo schätze ich besonders die freundlichen Menschen, das öffentliche Verkehrssystem, das reichhaltige kulturelle Angebot und natürlich das gute Essen!

Sie haben sehr unterschiedliche Altersklassen unterrichtet- an der Oberschule, am Goethe-Institut verschiedene Altersgruppen. Gibt es etwas, das alle Altersgruppen von Lernern verbindet?

Eigentlich gibt es zwischen den verschiedenen Altersgruppen gar keine so großen Unterschiede was das Deutschlernen angeht. Es sind meistens die gleichen Elemente, die den Lernenden Schwierigkeiten bereiten, wie zum Beispiel die Adjektivdeklination oder die Artikel. Während jüngere Lernende vielleicht von einer schnelleren Auffassungsgabe profitieren, helfen älteren Lernenden die reichere Lebenserfahrung und das größere Allgemeinwissen.

Digitalisierung spielt in allen Lebensbereichen eine immer größere Rolle. Wie sehen Sie die Zukunft des Unterrichts? Werden wir später einmal von Robotern unterrichtet?

Die Digitalisierung wird sicher in Zukunft auch im Fremdsprachenunterricht eine große Rolle spielen. Bereits jetzt schon sind ja mit interaktiven Whiteboards, iPads oder online-Kursräumen digitale Elemente ein Bestandteil des Präsenzunterrichts. Außerdem werden auch viele Kurse angeboten, die auschließlich online stattfinden. Trotzdem glaube ich nicht, dass zumindest in näherer Zukunft Roboter den Unterricht ganz übernehmen werden. Denn Sprache ist ja vor allem ein Kommunikationsmittel, durch das wir in Kontakt mit anderen Menschen treten möchten.

Sie sind auch als Online-Tutorin tätig. Was gefällt Ihnen daran besonders gut?

Das Online-Tutorieren hat zum einen natürlich den ganz pragmatischen Vorteil, dass man von zu Hause aus und zu jeder Tageszeit arbeiten kann. Zum anderen hat man einen sehr persönlichen Kontakt zu den Teilnehmenden, weil man viel individuelles Feedback gibt, während im Präsenzunterricht - vor allem in großen Klassen – sich dafür oft nicht so viel Gelegnheit bietet.

Sie sprechen sehr gut Japanisch. Gibt es etwas, das Ihnen beim Lernen besonders geholfen hat, und das Sie im Unterricht an Ihre Fremdsprachenlerner weitergeben?

Der Spaß an der Sprache! Ganz neue Laute von sich zu geben, Wörter für Dinge kennenzulernen, die man so in der eignen Sprache nicht ausdrücken kann... Für mich ist das Erlernen einer Sprache wie eine Entdeckungsreise, auf der man auch eine neue Denkweise und ein bisschen auch ein neues Ich kennelernen kann. Diesen Spaß an der Sprache versuche ich auch im Unerricht zu vermitteln.