01/10/2016 Japan Foundation Übersetzerpreis 2016

Kopfkissenbuch
Kopfkissenbuch

Der Übersetzerpreis der Japan Foundation ging 2016 an Dr. Michael Steint für die für die Übersetzung des „Kopfkissenbuches der Hofdame Sei Shonagon" (Zürich/ München 2015).

 

Seit 1999 verleiht die Japan Foundation einen Übersetzerpreis in Höhe von 5.000 Euro für die beste deutsche Übersetzung eines japanischen Buchs, das im deutschsprachigen Raum erschienen ist. 2016 wurde Dr . Michael Stein für die Übersetzung des „Kopfkissenbuches der Hofdame Sei Shonagon" (Zürich/ München 2015) augezeichnet. Die Preisverleihungsfeier findet am Montag, den 7. November 2016 um 19 Uhr im Japanischen Kulturinstitut Köln statt.
 
Bewertet wurden alle in den Jahren 2013 bis Ende 2015 in deutscher Sprache in Buchform erschienenen Übersetzungen japanischer Literatur (Prosa und Lyrik) sowie Essaysammlungen. Die Auswahl wurde von einer Jury vorgenommen, deren Mitglieder sich schwerpunktmäßig mit literarischen japanischen Texten und deren Übersetzung befassen.
 
Es werden Übersetzungen ausgezeichnet, die durch besondere Ge­nauigkeit und sprachliche Sensibilität hervortreten, wissen­schaftlich sorgfältig erarbeitet wurden und dem deutsch­sprachigen Publikum bedeutsame Literaturwerke traditioneller oder zeitgenössischer japanischer Literatur zugänglich machen. Ausgezeichnet werden Werke, welche dem Verständnis Japans oder dem gegenseitigen Verständnis zwischen Japan und dem deutschsprachigen Raum dienen und die als besondere akademische bzw. kulturelle Leistung anerkannt werden.
 
In diesem Jahr erhält der in Tokyo lebende Übersetzer Dr. Michael Stein den Preis für die erstmals vollständige Neuübertragung eines der zentralen Werke der klassischen japanischen Literatur, dem „Makura no soushi" (Kopfkissenbuch) der Hofdame Sei Shonagon, das um das Jahr 1000 entstand. Die Aufgabe, diesen in rythmischer Gliederung verfassten Text in altem Japanisch in ein gut lesbares Deutsch zu übertragen, ist dem Übersetzer überzeugend gelungen. Seine Übertragung wird von Anmerkungen begleitet, die dem Leser durchgäng ig eine Kontextualisierung der literarischen Sequenzen ermöglichen.
 
Michael Stein gelang nicht nur die Erfassung eines höchst anspruchsvollen, von feinen Andeutungen und entworfenen Stimmungen gekennzeichneten Werkes aus einer zeitlich und sozial distanten Lebenswelt, sondern auch seine Verwandlung in eine lebendige und einem einheitlichen Duktus folgende Erzählung. Sie wird den sprachlichen Vorausssetzungen eines heutigen deutschsprachigen Lesers gerecht, ohne dabei auf zu große inhaltliche oder stilistische Kompromisse einzugehen. In diesem Sinne darf die vorliegende Arbeit als Meisterleis tung gewertet werden und zugleich als überragender Beitrag der Kulturvermittlung.
 
Dr . Michael Stein studierte romanische Theaterwissenschaft in Frankfurt/M. und Genua und klassische japanische Literatur. Er lebt seit 1980 dauerhaft in Japan und war Dozent für Deklamation an der Musikfakultät der Kunsthochschule Tokyo. Neben der Übersetzung des Kopfkissenbuches legte er weitere Veröffentlichungen und Übersetzungen vor.
 
 
Pressekontakt

 
Japanisches Kulturinstitut Köln (The Japan Foundation)
Thomas Golk Universitätsst r. 98
50674 Köln
Telefon: 02 21 / 9 40 55 80
Telefax : 02 21 / 9 40 55 89 e-mail : golk@jki .de