23/10/2017 Kunst und Kultur als essenzieller Teil der Gesellschaft

Praemium Imperiale 2017
Vorne: Die Jurymitglieder des Praemium Imperiales, Hinten: Die Preisträger 2017 | ©Praemium Imperiale 2017

Anlässlich der Verleihung des Praemium Imperiales, reiste der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, im Oktober nach Tokyo. Im Zuge seines Japanaufenthalts nahm er auch an einem Treffen des Wirtschaftskreis des Goethe-Instituts Tokyo teil und nahm sich Zeit für einen Besuch des National Art Centers und des National NohTheaters.

Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann gehört seit 2010 dem Beratergremium des Praemium Imperiales an. Der mit 15 Millionen Yen (ca. 115.000 Euro) höchstdotierte Kunstpreis der Welt gilt als „Nobelpreis der Künste“ und wird jedes Jahr in fünf Kategorien verliehen. Die Preisträger 2017 sind Shirin Neshat (Malerei), El Anatsui (Skulptur), Rafael Moneo (Architektur), Youssou N’Dour (Musik) und Mikhail Baryshnikov (Theater/Film). Die feierliche Preisverleihung erfolgte am 18. Oktober 2017 im Meiji Kinenkan durch Prinz Hitachi.
 
Der Preis wurde 1989 auf Anregung des japanischen Kaiserhauses und zum Andenken an Prinz Takamatsu erstmals verliehen. Mit dieser Auszeichnung ehrt die Japan Art Association herausragende Künstler für ihr Lebenswerk. Darüber hinaus werden auch junge Künstler für ihren Einsatz gewürdigt, 2017 die Zoukak Theatre Company and Cultural Association aus dem Libanon. Auf der zuvor einberufenen Pressekonferenz stellte Prof. Dr. Lehmann als einer von sechs international tätigen künstlerischen Beratern den Bezug der prämierten Künstler zu Deutschland heraus, die dort durch ihr Schaffen bekannt seien. Bei der Preisverleihung sagte er: „Kunst und Kultur sind essenzieller Teil der jeweiligen Gesellschaft. Kultur kann die Grundlage für die Fähigkeit, in den Dialog zu treten bieten, und dadurch zu weltweiten Kommunikationsprozessen beitragen.“

Förderung von Kulturprojekten
 
Treffen des Wirtschaftskreises des Goethe-Instituts Tokyo © Goethe-Institut Tokyo Während seines Japan-Besuchs nahm der Präsident des Goethe-Instituts auch an einem Treffen des Wirtschaftskreises des Goethe-Instituts Tokyo teil. Ziel sei es, mit deutschen Unternehmen vor Ort zusammenzuarbeiten und so den Dialog zwischen Wirtschaft und Kultur zu stärken, so Lehmann. Der 2017 in Tokyo gegründete Kreis mit Vertretern der Firmen Lufthansa, Mercedes, Volkswagen, Würth, Merck und Continental entwickelt und fördert Kulturprojekte, die das gegenseitige Verständnis zwischen Deutschland und Japan verbessern. Weltweit gibt es aktuell 13 Wirtschaftskreise in elf Ländern.
 
Um der japanischen Kunst und Kultur näherzukommen, besuchte Präsident Lehmann die Tadao Ando Ausstellung im National Art Center Tokyo. Der in Osaka geborene Architekt ist bekannt für seine von Minimalismus geprägten Bauten, wie der Pulitzer Arts Foundation, dem Chichu Art Museum und der Church of the Light, die als Replik in Originalgröße in der Ausstellung zu sehen ist.
 
Einen abschließenden Höhepunkt des Kulturprogramms stellte der Besuch einer Vorstellung im Nationalen NohTheater dar. Lehmann zeigte sich begeistert von der Aufführung „Yoro“ und verlieh in einem Gespräch mit dem Direktor des Japan Arts Council seiner Hoffnung Ausdruck, dass ein Noh-Stück möglichst bald auch auf Berlins Bühnen zu sehen sein wird.