Merck-Kakehashi-Literaturpreis 2016

Merck-Kakehashi-Literaturpreis 2016 Merck-Kakehashi-Literaturpreis 2016

Der Merck-Kakehashi-Literaturpreis ist ein Preis des Unternehmens MERCK und des Goethe-Instituts Tokyo für Autoren und Übersetzer (w/m). 2016 wurden damit Ilma Rakusa und ihr Übersetzer Fuminari Niimoto ausgezeichnet.

Der Merck-Kakehashi-Literaturpreis ist ein Preis des Unternehmens MERCK und des Goethe-Instituts Tokyo für Autoren und Übersetzer (w/m). Mit dem Preis soll die deutschsprachige Gegenwartsliteratur in Japan stärker verbreitet und die besondere Leistung der Übersetzungsarbeit gewürdigt werden. Die mit je 10.000 Euro sowohl für den Autor als auch für seinen Übersetzer dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen.  
 
Unter vierzehn Bewerbungen fiel die Entscheidung der Jury des Merck-Kakehashi-Literaturpreises in diesem Jahr einstimmig auf Ilma Rakusas Erinnerungspassagen Mehr Meer und ihren Übersetzer, Fuminari Niimoto.
 
Merck und das Goethe-Institut verleihen im Herbst 2016 den Kakehashi Literatur- und Übersetzungspreis zum zweiten Mal. Unter Leitung des Juryvorsitzenden, Masahiko Tsuchiya, Professor für interkulturelle Forschung an der Nagoya Gakuin Universität, fand am 16. April die Jurysitzung statt. Neben Masahiko Tsuchiya gehörten der Jury in diesem Jahr an: Hiroshi Yamamoto, außerordentlicher Professor für Germanistik an der Waseda Universität Tokyo, Kaoru Noguchi, Professorin (emeritus) für Germanistik an der Chuo Universität, Hane Reika, Professorin für Germanistik an der Chuo Universität, Motoi Hatsumi, Professor für Germanistik an der Nikon Universität, Barbara Richter-Ngogang, Bibliotheksleiterin am Goethe-Institut Tokyo und Ralf Annasentz, Leiter der Merck Ltd. Japan.
Peter Anders, Leiter des Goethe-Instituts Tokyo, und Heike Friesel, Leiterin des Bereichs Literatur- und Übersetzungsförderung in der Zentrale des Goethe-Instituts in München, wirkten als Berater mit.
 
In diesem Jahr findet die feierliche Preisvergabe am 20. Oktober in Anwesenheit von Johannes Baillou, Vorsitzender des Gesellschafterrates von Merck, des Goethe-Präsidenten, Prof. Klaus-Dieter Lehmann, und des Jurypräsidenten, Prof. Masahiko Tsuchiya, um 19.00 Uhr im Saal des Goethe-Instituts Tokyo statt. Das renommierte Kiyoshi Miyaura Jazz-Trio begleitet die Zeremonie mit einem besonderen musikalischen Rahmenprogramm.
 
In seiner Begründung für die Übersetzung von Ilma Rakusas Buch Mehr Meer betont Fuminari Niimoto, dass ihn die poetisch authentische Beschreibung der Erinnerungspassagen beeindruckte. Bei Ilma Rakusa handele es sich um eine neue Art kosmopolitischer Weltliteratur so wie sie sich Johann Wolfgang von Goethe vor 200 Jahren erträumte. Die Verständigung der Kulturen vollziehe sich im Zuge einer besonderen Sprach- und Übersetzungskunst.

Ilma Rakusa schildere in ihrem Werk die einzelnen Lebensetappen durch Länder verschiedener Sprachen und Kulturen. Ihre außerordentliche Offenheit gegenüber dem Fremden gelange oftmals unter Schmerzen allmählich zur Reife.  Mit der Auszeichnung mit dem Schweizer Buchpreis im Jahr 2010 gelte es nun, das wichtige Buch endlich auch einer japanischen Leserschaft zugänglich zu machen.
 
Jurypräsident, Prof. Masahiko Tsuchiya, begründet seine Entscheidung mit der wachsenden Bedeutung des Begriffs „Transnationalität“ im globalen Zeitalter. Ilma Rakusa sei eine der wichtigsten transnationalen Autorinnen im deutschsprachigen Raum.  Ihr Hauptwerk „Mehr Meer“ zeichne sich, auch dem Wortlaut einiger Literaturkritiker folgend, durch drei Merkmale aus, die Schönheit der poetischen Sprache,  die gattungsüberschreitende Relevanz des Werks und die multikulturellen Erfahrungen. Der Leser reist mit der Erzählerin durch verschiedene Länder Europas, teilt ihre Erfahrungen, folgt ihrem Strang der Jugenderinnerungen. Unwillkürlich stellt sich beim Leser aus Japan ein Nachempfinden der Gemeinsamkeiten und Bruchlinien der europäischen und japanischen Geschichte ein. Aus diesem Grund bietet die Übersetzung von Ilma Rakusas Werk der japanischen Leserschaft eine kostbare Gelegenheit, Stimmen und Schritte einer Grenzgängerin zwischen Sprachen und Kulturen kennen zu lernen. Hinzu kommt noch, dass Fuminari Niimoto Ilma Rakus Buch gut kennt, bereits mehrere literarische Übersetzungen veröffentlicht hat und daher als einer der besten Übersetzer der Erinnerungspassagen von Ilma Rakusa gelten kann. Sein Vorschlag überzeugte neben weiteren interessanten Einreichungen alle Jurymitglieder einstimmig.
 
Die nächste Ausschreibung des Merck-Kakehashi-Literaturpreises wird im September 2017 erfolgen. Rückfragen nehmen Barbara Richter-Ngogang vom Goethe-Institut Tokyo und Masahiko Tsuchiya von der Nagoya Gakuin Universität entgegen.
 
Dr. Barbara Richter-Ngogang
Goethe-Institut Tokyo
Leiterin Bibliothek und Information
7-5-56 Akasaka, Minato-ku, Tokyo 107-0052, Japan
Tel.: +81 3 35843201
barbara.richter-ngogang@tokyo.goethe.org
 
Prof. Masahiko Tsuchiya
Professor of German Literature
Nagoya Gakuin University, Faculty of International Culture
Atsuta-nishi-machi 1-25, Atsuta-ku,  456-0036 Nagoya, Japan  
tsuchiya@ngu.ac.jp