09.03.2016: „Flügelnacht: Paul Celan und Anselm Kiefer“

„Flügelnacht: Paul Celan und Anselm Kiefer“ :  Buchvorstellung
Das Kunstwerk ist Ursprung der Wahrheit. Die Welt öffnet sich im Kunstwerk. Sprachen und Bilder entstehen. Dichtung und bildende Kunst stehen in einem lebendigen Dialog zueinander. Dies gilt besonders für die Gedichte von Paul Celan, einem der wichtigsten Dichter der Zeit nach dem 2. Weltkrieg und Anselm Kiefer, einer der bedeutendsten Künstler in Deutschland und Frankreich. Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Gespräche. Mit Celans Gedichten und Kiefers Kunst gelangen Zuhörer und Betrachter zum Ursprung des Kunstwerks, einem Kontext, der das Leben bestimmen sollte.

Gespräch 1:
Hiroaki Sekiguchi(Prof. Meiji Universität) und Kazuhiro Yamamoto(Hauptkurator des Tochigi Präfektur-Kunstmuseums) über Lyrik und Bildende Kunst
Anselm Kiefer setzt in seinen Werken immer wieder Motive von Paul Celans Gedichten um.  Die künstlerische Gestaltung der „Todesfuge“ von Paul Celan brachte ihm Weltruhm.
2005 stellte Anselm Kiefer eine Reihe von Werken mit dem  Titel, „Für Paul Celan“ aus. Es sind Werke, die Celans Gedichte begleiten. Ab und zu erscheinen Celans Verse direkt in den Gemälden, verbildlichen tiefe Wunden und tragen zur bewussten Verarbeitung deutscher Geschichte bei. Kiefers Aussage: „Ich denke in Bildern. Dabei helfen mir Gedichte“ verdeutlicht seine Vorgehensweise. Folglich finden Celans Gedichte im Denken und in der Malerei Anselm Kiefers produktive Echoräume. Bleibt die Frage, wie Kiefer Celans Gedichte liest und in seinen Werken gestaltet. Hiroaki Sekiguchi und Kazuhiro Yamamoto versuchen in ihrem Gespräch die Berührungspunkte zwischen Dichtung und  Bildender Kunst aufzudecken.


Gespräch 2:
Hiroaki Sekiguchi und Tsutomu Mizusawa (Leiter des  Kanagawa Präfektur-Kunstmuseums) über Lyrik und Bildende Kunst
Im Herbst 2013 wurden ausgewählte Kupferstichwerke von Gisèle Celan-Lestrange, der Ehefrau des Dichters Paul Celan, dank der Bemühungen von Tsutomi Mizusawa zum ersten Mal in Japan ausgestellt (14.9. bis 1.12.2013  im Nebengebäude des Kanagawa Präfektur Museums in Kamakura). In Kapitel 6 des neuen Buchs “Flügelnacht: Paul Celan und Anselm Kiefer“ wird die Sammlung aus Gedichten und Bildern „Atemkristall“, die durch die Kooperation Paul Celans mit seiner Frau Gisèle Celan-Lestrange zustande kam, ausführlich behandelt. Auch dieses Werk wurde in der oben genannten Ausstellung zum ersten Mal in Japan vorgestellt. Im Gespräch zwischen dem Kunstkritiker und dem Geisteswissenschaftler geht es um Hintergründe zur Verwirklichung der vergangenen Ausstellung, um Fragen zur Zusammenarbeit zwischen Paul Celan und seiner Frau und nicht zuletzt um die Berührungen zwischen Dichtung und Gemälden.

Das Gespräch 1 findet am Donnerstag, den 17.03.2016, von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr in der Bibliothek des Goethe Instituts Tokyo statt. Das Gespräch 2 findet am Donnerstag, den 24.03.2016, von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr in der Bibliothek des Goethe Instituts Tokyo statt. Diese Veranstaltung findet anlässlich der Veröffentlichung eines Buches von Hiroaki Sekiguchi: „Flügelnacht: Anselm Kiefer und Paul Celan“. 2015, Misuzu Shobo Verlag in Tokyo statt.