Lesung Ilma Rakusa und Yoko Tawada: Mehr Meer

Mehr Meer © Pixabay

Do, 12.04.2018

Goethe-Institut Tokyo, Bibliothek

Anfahrtsbeschreibung
7-5-56 Akasaka, Minato-ku, 2. Stock
107-0052 Tokyo

„Das Meer war blau und grün und türkis und grau und aschfarben und schwarz, aber auch weiß und rosa und rot und orange und golden und silbern. Ein Spiegel des Himmels und jeden Tag anders. Nämlich glatt oder gekräuselt oder gewellt oder aufgewühlt. Es verweigerte sich jeder Bestimmung. Ich lernte, seine Wandlungsfähigkeit, seine Unfaßbarkeit zu lieben.“ (Ilma Rakusa aus „Mehr Meer“ 2009)

Die wortgewaltige Verzauberung durch Sprache und die narrative Interkulturalität ihrer Literatur sind verbindende Elemente im Werk der Schriftstellerinnen Ilma Rakusa (CH) und Yoko Tawada (D-JP). Die aktuelle japanische Fassung des Buches „Mehr Meer“ von Ilma Rakusa in Übersetzung von Fuminari Niimoto gibt Anlaß, Ausschnitte aus diesen Erinnerungspassagen zu präsentieren. Yoko Tawada, die das Nachwort schrieb, stellt ihre poetisch liquide Geschichte „Ein Balkonplatz für flüchtige Abende“ vor. Im Gespräch wird die Transformation und Überwindung von sprachlichen und geografischen Grenzen im Lebenswerk der bekannten Autorinnen  thematisiert. „Mehr Meer“ erhielt 2016 den Merck-Kakehashi-Literaturpreis. Lesung und Diskussion finden auch am 11.04. an Tokyo University of Foreign Studies (TUFS) statt.   

Ilma Rakusa © Giorgio von Arb Ilma Rakusa
Ilma Rakusa, wurde am 2. Januar 1946 in Rimavská Sobota (Slowakei) geboren. Nach Aufenthalten in Budapest, Ljubljana und Triest übersiedelte sie im Jahre 1951 gemeinsam mit ihren Eltern nach Zürich. Von 1965 bis 1971 studierte Rakusa Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. Zwischen 1971 und 1977 arbeitete sie als Assistentin, später auch Lehrbeauftragte am Slawischen Seminar der Universität Zürich.

Rakusa übersetzt aus dem Französischen, Russischen, Serbokroatischen und Ungarischen und ist als Publizistin für die NZZ und Die Zeit tätig. Zudem ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Heute lebt Ilma Rakusa als freie Schriftstellerin in Zürich. Ihre Arbeit als Übersetzerin und Schriftstellerin wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hieronymus-Ring des Deutschen Übersetzerverbandes (1987), dem Adelbert-von-Chamisso-Preis (2003), dem Schweizer Buchpreis (2009), dem Manès Sperber Preis (2015), dem Merck-Kakehashi-Pres (2015) sowie zuletzt mit dem Berliner Literaturpreis (2017).

Yoko Tawada © Yves Noir Yoko Tawada
Yoko Tawada wurde 1960 in Tokyo geboren, von 1982 bis 2006 lebte sie in Hamburg und seit 2006 in Berlin. Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften in Tokyo und Hamburg folgte ihre Promotion. Sie schreibt Prosa, Lyrik, Romane, Essays und Theaterstücke in deutscher und japanischer Sprache. Ihre erste Buchveröffentlichung in Deutschland war bereits 1987 (Nur da wo du bist da ist nichts).

Bis 2015 erschienen 21 Bücher in deutscher Sprache. Ihre Arbeit wurde bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem japanischen Literaturpreis Akutagawa-Sho (1992), dem Adelbert-von-Chamisso-Preis(1996), dem Tanizaki-Junichiro-Literaturpreis (2003), der Goethe-Medaille (2005) und dem Kleist-Preis (2016). Zudem wird sie 2018 die Carl-Zuckmayer-Medaille erhalten, die wichtigste literarische Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz.
 

Book Cover Japanisch Mehr Meer © Choeisha „Mehr Meer“ von Ilma Rakusa in der japanischen Übersetzung von Fuminari Niimoto erhielt den Merck-Kakehashi-Literaturpreis 2016


 

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