Workshop Schreibwerkstatt: “ Wie schreibt man politisches Theater?“ von Maria Milisavljevic 

Schreibwerkstatt: “ Wie schreibt man politisches Theater?“ von Maria Milisavljevic © pixabay

Mi, 25.07.2018

Goethe-Institut Tokyo, Raum 207 (2F)

Anfahrtsbeschreibung
7-5-56 Akasaka, Minato-ku, 1F
107-0052 Tokyo

Maria Milisavljevic, Autorin des Theaterstückes „Beben“, das im Rahmen von DRAUSSENWELTEN in japanischer Übersetzung vorgestellt wird, kommt aus diesem Anlass nach Tokyo und bietet den Interessenten die einmalige Gelegenheit, mit ihr eine Szene für ein Theater zu schreiben.
 
Dieser Workshop ist als Einstieg ins szenische Schreiben, mit politischem Schwerpunkt, angelegt. Nach einer kurzen Einführung zu Dramenaufbau und –formen, werden praktische Tipps zum Schreiben vorgestellt (der nötige Konflikt in der Szene, Intentionen und Objektiven, das Anlegen von Charakteren).
 
Im Anschluss wird den Teilnehmern eine Schreibaufgabe gestellt. Die Gruppe wird in vier Teams aufgeteilt. Anhand von ausgesuchten politischen oder gesellschaftlich relevanten Themen sollen sie eine Szene schreiben. Infopakete, mit kurzen Informationen zu einer Situation und den involvierten Personen werden gestellt, so dass die Teilnehmer die Recherche und mögliches Personal an die Hand bekommen und sich dann überlegen können, wie daraus eine Szene wird. Die Texte sollen kurze Szenen sein und nicht länger als eine Seite lang. Sie werden das auslösende Moment eines möglichen Theaterstücks einfangen. Auf diese Weise werden das Schreiben der Exposition, der Aufbau von Spannung und das Anlegen von Charakteren punktgenau angesteuert.
 
Im Anschluss werden die Teilnehmer gebeten ihre Texte für eine Art Kurzlesung vorzubereiten. Rollen sollen verteilt werden, ein rudimentärer Ablauf soll gestellt werden und der Text in verteilten Rollen erprobt werden.
 
Schlussendlich werden die Texte vorgestellt. Sie werden vor dem gesamten Workshop gelesen. Anhand von kurzen Leitfragen – Was habe ich erfahren? Welche Figuren begegnen mir? Was ist geschehen? Was erwarte ich im Folgenden? – wird der Workshop Feedback geben. An dieser Stelle der Kritik ist es wichtig nicht zu werten, sondern zu spiegeln, aufzuzeigen, was man sieht, so dass die Autor*innen erkennen, welche Nachricht angekommen ist und welche nicht. Es soll erkannt werden: ist der Konflikt in der Szene stark genug um ein ganzes Stück daraus erwachsen zu lassen? Sind die Intentionen der Figuren klar? Sie die einzelnen Figuren erkennbar? Sind die gewählte Form und der Inhalt kompatibel?  
 

Anmeldung: Bitte senden Sie eine Email mit Ihrem Namen, Beruf, Adresse, Telefonnummer und Email-Adressen mit kurzem Motivationsschreiben an: Info-tokyo@goethe.de
 
(Vor dem Workshop ab 16 Uhr können die Teilnehmer die Probe der Lesung „Beben“ in der Inszenierung von Yuta Hagiwara besuchen, um sich vorab mit dem Stil der Autorin vertraut zu machen.)

Maria Milisavljevic

Maria Milisavljevic © Linda Rosa Saal Maria Milisavljevic (geb. 1982 in Arnsberg) studierte Englische Kulturwissenschaften, Englische Literatur und Kunstgeschichte. Vor und während ihres Studiums arbeitete sie in der freien Szene und hospitierte an verschiedenen Theatern in Deutschland und London. Milisavljevic promovierte über Autorentheater am Londoner Royal Court Theatre. Von 2011 bis 2015 war sie am Tarragon Theatre in Toronto als Regie- und Dramaturgieassistentin engagiert. Seit 2013 ist sie dort International Playwright-in-Residence. Für ihr Stück „Brandung“ gewann Milisavljevic 2013 den Kleistförderpreis für junge Dramatik. Ihr Stück „Beben“ wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis 2018 nominiert, sowie mit dem Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkt 2017 und dem Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2017 ausgezeichnet. Die Österreichische Erstaufführung von „Beben“ findet im kommenden Dezember am Burgtheater statt.

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