Yoko Tawada Lesung und Gespräch Yoko Tawada Lesung und Gespräch
Einwanderung als poetisches Verfahren
Das Goethe-Institut Osaka zeigt 2015 eine Reihe von Veranstatungen zum Thema “Migration” und “multikulturelle Gesellschaft”. Damit wollen wir die Diversität der Kulturszene die in Deutschland durch Künstler mit Migrationshintergrund entstanden ist, vorstellen. In diesem Rahmen haben wir die in Deutschland lebende japanische Autorin Yoko Tawada nach Osaka eingeladen.Für die seit langem in Deutschland lebende Autorin ist der ständige kulturelle Wandel durch Migranten, in allen Bereichen des täglichen Lebens längst Gewohnheit geworden.
Künstler, die in einer multikulturellen Umgebung leben, haben die Möglichkeit die deutsche und ihre jeweils eigene Kultur in ihren Werken zu vereinen und damit neue künstlerischen Formen zu schaffen. Als ursprünglich japanische Schriftstellerin, die international häufig als „deutsche“ Autorin auftritt, reflektiert Yoko Tawada das Leben in zwei Kulturen und die Einflüsse auf ihr Schaffen, in der sich schnell verändernden Berliner Gesellschaft.
Yoko Tawada wurde 1960 in Tokyo/Japan geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt russische Literatur an der Waseda Universität, Tokyo. 1982 – 2006 lebte sie in Hamburg. Dort arbeitete sie in einer Buchagentur und 1987 schloss sie ihr Magister-Studium an der Universität Hamburg ab. Neben den schriftstellerischen Tätigkeiten promovierte sie 2000 an der Universität Zürich. Ihre Werke wurden mit renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet – u.a. 1993 „Inu mukoiri“ mit dem Akutagawa-Literaturpreis und 2003 „Yōgisha no yakōressha“ mit dem Tanizaki-Junichiro-Literaturpreis. 2009 wurde sie für ihre internationalen literarischen Tätigkeiten mit dem Shouyou-Tsubouchi-Preis gekürt. Ihre erste Buchveröffentlichung (Gedichte und Prosa) in Deutschland hatte Yoko Tawada 1987. Sie schreibt seit 1988 auch auf Deutsch und gewann mit den in deutscher Sprache verfassten Werken 1996 den Adelbert-von-Chamisso-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 2005 die Goethe-Medaille. Seit 2006 wohnt sie in Berlin. Bis heute hat sie mehr als 700 Lesungen in Europa, Amerika und Asien gegeben. Als Writer-in-Residence wurde sie seit 1999 von etwa 25 Universitäten wie Stanford, Cornell und MIT nach Amerika eingeladen und hielt sich dort mehrere Tage bis Monate auf. Mehr als 20 Werke hat Yoko Tawada sowohl in japanischer als auch in deutscher Sprache veröffentlicht. Bis heute wurden fünf ihrer Bücher ins Französische und vier ins Englische übersetzt. Darüber hinaus gibt es italienische, chinesische, polnische, koreanische, russische, holländische, schwedische und norwegische Ausgaben. Übersetzungen ins Vietnamesische stehen ebenfalls in Aussicht.