Theateraufführung „Nathan der Weise“ Seiryu Theater
Mit seinen Aufführungen deutscher Theaterstücke regt das Seiryu Theater das Publikum dazu an, über aktuelle gesellschaftliche Probleme zu reflektieren.
Ihr derzeitiges Projekt ist das Stück „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessings aus dem Jahr 1779. Darin zeigt Lessing, wie religiöse Unterschiede überwunden werden können, und plädiert für mehr Nächstenliebe und Toleranz. Der Hauptcharakter ist Nathan der Weise, ein Jude, der ein verwaistes christliches Mädchen bei sich aufnimmt, obwohl seine leiblichen Kinder von Christen ermordet wurden. Als ihn der islamische Sultan eine Falle stellen will und fragt, welche der drei Religionen, der Islam, das Christentum oder das Judentum, die wahre Religion sei, antwortet er, dass jeder einzelne für sich seinen wahren Weg finden müsse, ohne dabei auf die Wahrhaftigkeit von nur einer Religion zu bestehen, und gewinnt durch diese Antwort schließlich die Bewunderung des Sultans.
Diese Worte und Taten sind es, die Nathan als besonderen charakterstarken Menschen und Vorbild auszeichnen. Doch wenn seine Lebensweise für uns erstrebenswert ist, wieso gibt es in unserer Gesellschaft trotzdem Bürgerkriege, Terror und Feindschaften? Liegt das daran, dass wir keine „Weisen“ sind? Was können wir von Nathan dem Weisen lernen? Diesen Fragen geht die Aufführung des Seiryu Theaters nach.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)
Der Dichter, Philosoph und Kritiker wurde in der sächsischen Kleinstadt Kamenz als Sohn eines Pfarrers geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf. Lessing wurde es nie müde, alle Arten von Vorurteilen abzulehnen und sich möglichst unvoreingenommen mit dem Treiben der Menschen zu beschäftigen. Auf seiner stetigen Suche nach der Wahrheit übte er neben dem Theater auch Kritik an Ästhetik und Theologie und war als wichtiger Vertreter der Aufklärung maßgebend für die Entwicklung des Selbstbewusstseins des deutschen Bürgertums. Seine Werke hatten zudem einen großen Einfluss auf Autoren wie Goethe und Schiller und legten den Grundstein des deutschen klassischen Theaters. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen „Minna von Barnhelm“, „Emilia Galotti“ und „Hamburgische Dramaturgie“.
Vorstellungszeiten:
Do, 10.3. 19:30
Fr, 11.3. 19:30
Sa, 12.3. 15:00 (mit anschließender Diskussionsrunde)
So, 13.3. 15:00