Goethe-Institut Tokyo
Die Künstlerin Saeborg stellt Latexanzüge her, die sie als Erweiterung ihrer eigenen Haut versteht. In ihren Performances bereitet sie für diese Latexschöpfungen eine Bühne. Saeborgs kreative Antriebskraft speist sich aus dem Willen, stereotype Geschlechteridentitäten und die Grenzen des menschlichen Körpers als solche zu überwinden. Mit Körpern, die in spielzeugartige Anzüge von u.a. Schweinen oder Insekten gehüllt sind, generiert sie eine Welt, in der die Tiere am untersten Ende der Nahrungskette ein vergnügtes Dasein führen. Für ihre überwältigende Liebe zu diesen Geschöpfen und ihre herausragende gestalterische Kraft wurde ihr jüngst der Tokyo Contemporary Art Award (TCAA) 2022-2024 verliehen. In ihrer neuen Arbeit produziert sie im Auftrag von Theater Commons und Theater der Welt einen gemeinschaftlichen Lebensraum für ihre Tierschöpfungen auf der Plattform Metaverse.
Zugang zum Vergnügungsraum „Soultopia“ hat man aus aller Welt – jeder kann die Gelegenheit wahrnehmen, sich in ein Tier zu verwandeln und miteinander nach Regeln zu interagieren, die von der Sphäre der Menschen abweichen. In Gestalt von Tieren können die Teilnehmer*innen in der Berührung und Kommunikation miteinander die Grenzen von Gender, Alter und Sprache überwinden und neue Formen von Begegnung und Austausch erleben.
Saeborg
© ZIGEN
Geboren 1981 in Toyama, lebt in Toyko. Saeborg ist ein unvollkommener Cyborg, halb Mensch, halb Spielzeug. Sie kreiert Latexanzüge als Erweiterung ihrer eigenen Haut. Saeborgs kreative Antriebskraft speist sich aus dem Willen, stereotype Geschlechteridentitäten und die Grenzen des menschlichen Körpers als solche zu überwinden. Mit Körpern, die in deformierte Anzüge von Schweinen oder Insekten gehüllt sind, generiert sie eine spielerisch-utopische experimentelle Farm, mit Tieren am unteren Ende des Ökosystems.
Zu ihren wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre zählen „Cycle of L“ (Kochi Prefectural Museum of Art, 2020) „House of L“ (Aichi Triennale, 2019), „Dark Mofo“ (Mona Museum, 2019 und 6. Athen Biennale, 2018) Alle ihre bisherigen Arbeiten wurden bei der Tokioter Fetischparty „Department H“ uraufgeführt und dann bei zahlreichen Ausstellungen in Japan und international präsentiert.
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