Literatur - Goethe-Institut Tokyo
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Günter Grass (1927-2015) hat ein Werk geschaffen, das an erinnerungspolitischer Bedeutung und zeitgenössischer Relevanz seinesgleichen sucht. Dieter Stolz liefert mit seinem neuen Buch über den Autor Grass eine umfassende Gesamtdarstellung und zeigt, dass sich das Grass’sche Œuvre aus Gedichten, Theaterspielen, Romanen, Novellen, Erzählungen und autobiografischen Schriften als gattungsübergreifende Fortsetzungsgeschichte lesen lässt. Zudem hat sich Grass auch regelmäßig in gesellschaftliche Debatten eingemischt und immer wieder auch politisch Stellung bezogen. Wie steht dies im Verhältnis zu seinem literarischen Werk? Darüber diskutieren Dieter Stolz und Germanist Hiroshi Yamamoto, moderiert von Markus Joch.
Panelisten
Dieter Stolz, Jahrgang 1960, lebt als freier Lektor, Hochschullehrer und Autor in Berlin. Er promovierte an der TU Berlin mit einer Arbeit über Konstanten und Entwicklungen im literarischen Werk von Günter Grass, der ihn anschließend als „verdeckten Ermittler“ für seinen Roman „Ein weites Feld“ engagierte. Stolz war von 1993 bis 1999 Wissenschaftlicher Assistent, zehn Jahre lang Redakteur der Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“ und von 2000 bis 2006 Programmleiter beim LCB. Er publizierte zahlreiche Bücher und Essays zur Gegenwartsliteratur, erhielt Gastdozenturen an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland, gibt seit 2010 die Biographie-Reihe „Leben in Bildern“ heraus, war von 2011 bis 2019 verantwortlich für das „Grass-Lektorat“ des Steidl Verlags, ist Mitherausgeber und Kommentator der neuen Grass-Werkausgabe, Redakteur des Periodikums der Günter und Ute Grass Stiftung mit dem Titel „Freipass“ und ist seit 2013 Honorarprofessor für das Fachgebiet „Neuere Deutsche Literaturwissenschaft“ an der Universität zu Lübeck.
Hiroshi Yamamoto ist 1965 geboren. Er studierte an der Waseda Universität im Hauptfach zeitgenössische deutsche Literatur. Nach seiner Tätigkeit als Dozent an der Hiroshima-Universität und der Waseda-Universität ist er seit 2017 Professor an der Fakultät für Literaturwissenschaft an der der Waseda-Universität in Tokyo. Zu seinen Übersetzungen gehören u.a. Herta Müllers „Der Fuchs war damals schon der Jäger“ (Rowohlt Verlag, 1992/Sanshusha, 2009) und „Atemschaukel“ (Hanser Verlag, 2009/Sanshusha, 2011) usw. Er war Jury-Präsident des Kakehashi-Literaturpreises 2018.
Markus Joch, Jahrgang 1966, ist Full Professor am Department of German Literature der Keio University. Er promovierte 1998 an der HU Berlin mit einer Arbeit zum intellektuellen Habitus bei Heinrich Heine, Heinrich Mann und Hans Magnus Enzensberger. Von 1998 bis 2003 war er Mitarbeiter und Koordinator des DFG-Projektes „Literatur- und Kulturgeschichte des Fremden 1880‒1918“ an der HU Berlin. Bis 2012 lehrte er dort sowie an der Stanford University und der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er verfasste zahlreiche Publikationen zu den Epochenzäsuren 1945 und 1989, Postkolonialismus, Pop-Literatur und zur Theorie des literarischen Feldes. Seit 2021 ist er Teil des Netzwerks „Bourdieu in der Germanistik“.
Cover:
Dieter Stolz: Günter Grass. Die erste Gesamtdarstellung zum literarischen Werk (dtv, 2023)
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