Goethe-Institut Tokyo
Die Sopranistin Yuka Yanagihara, die in Deutschland mit zahlreichen Opern- und Theaterregisseur*innen zusammengearbeitet hat, und der Komponist und Pianist Michael Wilhelmi, gestalten gemeinsam einen Musiktheaterabend in Tokyo. Das Programm besteht aus Opernarien und Liedern zum Thema "Vexierbild einer Frau, die ihre Ideale lebt".
Programm:
"Gretchen am Spinnrade" Franz Schubert
"Zueignung" Richard Strauss
"Les Illuminations" Benjamin Britten u.a.
Nach ihrem Gesangsstudium in Japan setzte Yuka Yanagihara ihr Studium in Berlin fort und durch ihre Begegnungen mit einzigartigen Künstler*innen in dieser avantgardistischen und chaotischen Stadt baute sie ihre Karriere als Sopranistin auf. Experimentierfreudige Regisseure wie Sven Holm (Novoflot) und David Marton, die nach neuen Formen der Oper suchen, beauftragten sie für ihre Produktionen. Mit ihrer kraftvollen Stimme und manchmal in exzentrischen Kostümen macht Yuka Yanagihara nicht nur auf der Opernbühne, sondern auch auf Straßen und Plätzen in Berlin auf sich aufmerksam.
Michael Wilhelmi hat eine unkonventionelle Laufbahn hinter sich. Zunächst hat er Mathematik und Philosophie studiert, bevor er sich dem Klavier und der Komposition zuwandte. Als Preisträger verschiedener Wettbewerbe, entfaltet er seine Tätigkeit in vielen Bereichen und wirkte an zahlreichen Produktionen renommierter Bühnen- und Filmregisseur*innen als musikalischer Leiter mit. Mit seiner digitalen Kompetenz entwickelt er auch Kompositionssoftware und veröffentlicht sie online.
Der musikalische Austausch der beiden begann, als sie als Ensemble bei der Vorführung eines neuen Musikstückes von einem ihnen bekannten Komponisten auftraten. Nachdem Yanagihara Wilhelmi als musikalischen Leiter für eine Produktion David Martons empfohlen hatte, begannen sie, gemeinsam am Musiktheaterprojekt zu arbeiten.
Yuka Yanagihara begann ihre Gesangausbildung an der Universität für Kunst und Musik im japanischen Okinawa und ging anschließend nach Berlin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Sie sang die großen Sopran-Rollen des Opernrepertoires von Pamina bis Mimi, von Donna Elvira bis Micaela und arbeitet außerdem seit einigen Jahren mit verschiedenen Regisseuren und Theatern an Projekten, die das Genre Oper über die Grenzen der Konvention treiben, u.a. mit Florian Lutz, Hans-Werner Kroesinger, und seit vielen Jahren auch mit Sven Holm, Novoflot. Mit dem ungarischen Musiktheaterregisseur David Marton arbeitet Yuka Yanagihara häufig: Sie war die Lulu am Staatsschauspiel Dresden und spielte Amina in seiner Inszenierung „La Sonnambula“ an den Münchner Kammerspiele. Am Tokyo Nissay Theater in Japan sang sie Donna Elvira in Mozarts „Don Giovanni“. Am Theater Erlangen war sie in Paul-Georg Dittrichs spartenübergreifenden Inszenierung von Elfriede Jelineks "WUT" zu sehen und zu hören. Am Theater Konstanz und Biennale für Musiktheater in Venedig war sie als Violetta in Anna- Sophie Malers Inszenierung von "Alla Fine del Mare" zu sehe und zu hören. Im Jahr 2018 hat sie Zerlina am Opera de Lyon unter der Regie von David Marton und Musikalische Leitung von Stefano Montanari verkörpert.
Michael Wilhelmi studierte Mathematik, Logik und Philosophie an der Universität Leipzig, später Klavier/Jazz/Komposition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit Oktober 2004 unterrichtet er dort Improvisation für Dirigierstudenten. Seit 2001 entwickelt er mit der «Controller-Band» Steuerungssoftware für elektronische Musik und konzertiert mit selbiger im In- und Ausland. Seit 2005 ist er künstlerischer Leiter des Festivals «TASTEN – Berliner Klaviertage». 2009 gründete er das interaktive Ensemble und initiierte die Konzertreihe «NewOpenForm», zugleich entwickelte er die gleichnamige online Kompositionssoftware. Seit 2011 entwickelt er eine eigene Kompositionssoftware, basierend auf dem IRCAM-Programm catArt. Er gewann verschiedene Wettbewerbe, war u.a. Finalist bei der Dutch Jazz Competition, erhielt den Förderpreis des Berliner Senats 2002, den 1. Preis für Interpretation beim Wettbewerb «Hanns-Eisler-Preis» in Berlin, 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb für junge Kultur in Düsseldorf. Seit 2001 wirkte er bei zahlreichen Rundfunkaufnahmen (WDR, RBB) mit, konzertierte auf diversen Festivals, u.a. Total Music Meeting 2006, dem North Sea Jazz Festival, Klavierfestival Ruhr, Jazz Festival Frankfurt 2009.
Als Komponist, musikalischer Leiter und Pianist arbeitete er mit Regisseuren, u.a. wie Barbara Weber, Claudia Meyer, Robert Wilson, Christoph Schlingensief, Herbert Fritsch und Christoph Marthaler. An den Münchner Kammerspielen war er zuletzt Mitwirkender bei den Produktionen „La Sonnambula“, „Figaros Hochzeit“ und „On the Road" (Regie: David Marton.)
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